9 Saugroboter im Vergleichstest

Blitzblanke Böden ohne Mühe?

27. August 2020

Die Menschen bedienen sich in immer ausnehmenderem Maße moderner Technik, um sich so manch Hausarbeit abnehmen oder doch immerhin erleichtern zu lassen. Dabei ist‘s einerlei, ob es sich nun um Arbeiten im Garten, ums Kochen oder ums Waschen und Trocknen handelt: Für beinahe jeden Zweck hat der Markt mittlerweile smartes Equipment zur Hand, das einem das Leben leichter machen soll. So verhält es sich auch mit einer der von vielen verschmähten Haushaltsarbeiten: Dem Staubsaugen. Dabei sollten die Fußböden eines Haushalts mindestens einmal pro Woche grundlegend gesaugt werden. Wer sich dieser immer wiederkehrenden Arbeit nicht selbst annehmen will, kann sich einen modernen Saugroboter ins Haus holen: Er manövriert sich vollautonom durch die Wohnräume, weicht Mobiliar aus und lässt währenddessen alle herumwirbelnden Partikel verschwinden. Das ETM TESTMAGAZIN hatte dieses Mal 9 verschiedene Saugroboter im Test – mit einer breiten Marktpreisspanne von 214,31 bis 849,99 €.

Freilich wäre es verzückend, wenn man endlich einen Teil der nicht nur arbeitsintensiven, sondern auch noch viel wertvolle Zeit vereinnahmenden Fußbodenreinigung aus seiner haushaltlichen To-do-Liste streichen könnte. Allein schon dieser Gedanke wird so manch Verbraucher/-in dazu veranlassen können, ein solch vermeintliches Technikwunder zu erwerben – doch wird bei vielen noch immer eine mahnende Skepsis bleiben: Bietet ein solcher Roboter überhaupt in ausreichendem Maße Saugleistung, um die Fußböden rundum ordentlich zu säubern? Kann sich ein Roboter wirklich bis in alle Ecken des Wohnraums koordinieren oder muss ich letzten Endes – wenn auch nur hier und da – doch noch von Hand nacharbeiten? Und vor allem: Kann ein elanvoll vor sich rollender Roboter Schäden am Mobiliar verursachen? Jede einzelne dieser Fragestellungen hat ihre Berechtigung: Daher sind wir ihnen in unserem Test nachgegangen und haben ermittelt, welchen Mehrwert man als durchschnittliche/-r Verbraucher/-in aus einem solchen Roboter ziehen kann und wo die Stärken und Schwächen der einzelnen im Test vertretenen Modelle wurzeln. Im Test lesen sich natürlich auch alles zu den von uns erhobenen Messwerten, also zur Ausdauer des Akkumulators, zu den Schallemissionen, die das Modell ausstößt, zum Stromverbrauch et cetera.

Saugroboter – Technik im Detail

Saugroboter sind komplizierte Geräte, stecken sie doch voll von modernster Technik. Das Fortbewegungsprinzip allerdings ist ausgesprochen simpel: Der Saugroboter rollt über den Fußboden. Ein Motor in seinem Inneren treibt zwei Räder A am „Bauch“ des Modells an. Außerdem ist jeder Roboter zusätzlich noch mit einer Mehrzahl weiterer Räder B versehen, die ihm nur als Stützen dienen und die Fortbewegung stabilisieren sollen; mit einem Motorantrieb sind sie nicht verbunden. Damit der Roboter nicht mit Möbeln, Wänden oder anderem kollidiert, bietet er darüber hinaus verschiedene Sensoren: Infrarotlicht- oder Ultraschallsensoren C erkennen Hindernisse schon aus erheblichem Abstand. Ist dies einmal nicht der Fall, beispielsweise weil die Sensoren durch starke Lichteinstrahlung gestört werden oder das Hindernis vielleicht angesichts seines spiegelnden Außenkörpers (aus Glas, Metall o. ä.) nicht wahrnehmen konnten, kommt es zu einer – abhängig vom jeweiligen Modell mal mehr und mal minder intensiven – Kollision. Eine solche wird dank der Kontaktsensoren D schnell erkannt und vonseiten des Modells mit einem Wechsel des aktuellen Fahrtwinkels quittiert. Außerdem sind noch eine Handvoll Fußbodensensoren E vorhanden, die das Fußbodenareal unmittelbar vor dem Roboter abscannen und ansprechen, wenn das Modell vor einer „Klippe“, bspw. also einer Treppe, angelangt ist. Viele Modelle erstellen auch einen Plan des Haushalts, um idealerweise alle Stellen in demselben abrollen zu können; zu diesem Zweck arbeiten die entsprechenden Modelle vornehmlich mit Laserscannern F o. ä.

Während er durch den Wohnraum rollt, säubert der Roboter kontinuierlich die Fußböden. Hierzu bedient er sich einer Handvoll verschiedener Utensilien: Die Seitenbürsten G schieben lose Partikel immer wieder hin zur Mitte des Modells, wo sie durch einen Einlass H eingesogen werden. Vor dem Einlass aber ist noch eine Walzenbürste I installiert, die all diejenigen Partikel abzulösen versucht, die man vorher mit den Füßen vertreten hat. Im Modellinneren sammeln sich all die Partikel in einem Behälter J, der an einer Seite mit einem Filtersystem K versehen ist. Der Grund: Die Filtermembranen stellen sicher, dass das Modell die verschiedenen Fein- und Feinstpartikel nicht wieder voll in den Wohnraum bläst.

Seinen Strom holt der Roboter aus einem im Modellinneren verbauten Akku, den man natürlich regelmäßig laden muss. Zu diesem Zweck muss der Roboter an einer speziellen Ladestation L andocken, die vorab mit dem Stromnetzwerk verbunden wird. Alle im Test vertretenen Modelle erkennen, wenn sich der Füllstand ihrer Akkus allzu sehr leert: Sie versuchen von diesem Moment an, schnellstens zur Ladestation zurückzukehren. Während des Tests erreichten die Modelle ihre Ladestation mehrheitlich, ehe ihr Stromreservoir tatsächlich erschöpft war. Außerdem können sich manche Roboter durch cleveres Mapping merken, wo ihre Ladestation postiert ist, sodass sie diese präzis ansteuern können.

Die Roboter lassen sich in verschiedenen Arten bedienen: So können manche Modelle an ihrem Außenkörper selbst ein oder mehrere Bedien- sowie Leuchtelemente (regelmäßig LEDs) M vorweisen; manche enthalten von Werk aus auch eine bis 7,5 Meter abdeckende Fernbedienung N. Des Weiteren können die meisten der Modelle im Test auch über eine Android-/iOS-App, also per Smartphone und/oder Tablet, oder aber über die mittlerweile schon in vielen Haushalten vertretenen Sprachassistenten (i. e. Amazon Echo oder Google Home) bedient werden: Gerade dadurch wird die Interaktion mit dem Roboter ausgesprochen leicht. An allererster Stelle steht immer die Wahl des jeweiligen Modus: Im automatischen Modus manövriert sich der Roboter durch den Wohnraum und entscheidet anhand der jeweiligen Situation selbstständig, wie er weitermachen soll; im best case passt er sich exzellent ans vorhandene Mobiliar an und rollt souverän alle anderen Fußbodenareale ab; im worst case schiebt sich das Modell planlos hin und her. Im Kantenmodus orientiert sich das Modell anhand seiner Sensoren an den Wänden des Wohnraums und weiteren Kanten, um diese ansonsten nur schwer geradlinig abzuarbeitenden Stellen zu säubern. Möchte man ausschließlich einen von vornherein bestimmten, in erheblichem Maße verschmutzten Bereich säubern, ist der Fleckenreinigungsmodus ideal: Hier beschreibt der Roboter Spiralmuster, um das jeweilige Areal intensiv zu säubern. Die Arbeit des Roboters lässt sich aber auch noch in anderer Art und Weise steuern: Über die jeweiligen Apps lässt sich immerhin vereinzelt einspeichern, welcher Flächen des Wohnraums sich der Roboter annehmen bzw. welche er vielmehr meiden soll. Andere Roboter wiederum haben spezielle Bänder o. ä. in petto: Mit ihnen lässt sich derjenige Bereich, in dem sich der Roboter nicht ans Werk machen soll, innerhalb von ein paar Minuten von Hand absperren.

Der Explorer 80 Animal Connect RR7755 von Rowenta

Annex zum Test

Der Explorer 80 Animal Connect RR7755 weicht schon äußerlich vom RR7747er-Modell ab: Sein Gehäuse ist nämlich rundherum schwarz. Dieses Merkmal stellt objektiv natürlich weder einen Vor- noch einen Nachteil dar, da der Farbunterschied wirklich nur äußerlicher Natur ist; manche Verbraucher/-innen werden das plane Schwarz vielleicht vorziehen, weil es noch einmal zurückhaltender wirkt. Das verwendete Außenmaterial ist bei beiden Modellen sehr solide, sodass der Roboter den Strapazen des Haushalts – das schließt vereinzelte Kollisionen mit Haushaltsobjekten (sprich: Mobiliar) ein – problem- und schadlos widerstehen kann.

Aber auch sonst ähnelt der Explorer 80 Animal Connect RR7755 seinem „Bruder-/Schwestermodell“ in vielen Bereichen: Er lässt sich ebenso leicht bedienen (am Roboter selbst oder über die mit Android ab 5.1 sowie iOS ab 11.0 kompatible Rowenta Robots-App). Außerdem ist seine Arbeitsweise ebenso großartig: Hindernisse werden in einem Großteil aller Situationen verlässlich erkannt; er weicht ihnen souverän aus und kommt normalerweise auch zu seiner Ladestation zurück, ehe das Stromreservoir des Akkus voll ausgeschöpft ist. Weiterhin kann auch dieses Modell mit einer sehr systematischen Fußbodenreinigung brillieren, denn: Es erstellt eingangs eine Karte des Haushalts, an der es sich während der sich anschließenden Reinigungsvorgänge orientiert; so kann er auch dann die volle Fläche des Haushalts abdecken, wenn das Gebiet bspw. durch viele herumstehende Möbel sehr verwinkelt sein sollte.

buerste

Die Besonderheit des Explorer 80 Animal Connect RR7755 aber ist seine Walzenbürste: Diese ist nämlich nicht nur (wie beim RR7747er-Modell) mit Borsten versehen, sondern bietet außerdem noch spezielle Gummilamellen: Sie nehmen Tierhaare noch besser vom Fußboden ab und lassen sie ins Staubbehältnis wandern. Dieses Versprechen Rowentas löste das Modell im Test auch wirklich ein: Die Reinigungsleistung war noch ein bisschen besser als diejenige des RR7747er-Modells: Über Hartboden verschwanden 95 % der Partikel – ein kleiner Sprung gegenüber dem RR7747er-Modell (+1 %). Noch deutlicher wurde die Funktion der Lamellenbürste aber über Teppichboden, wo selbst im Flor vertretener Schmutz zu 97 % abgetragen wurde; dabei ist (im Vergleich zum o. g. „Bruder-/Schwestermodell“) bis zu ein Drittel mehr an Tierhaaren eingesogen worden. Gerade Haustierhalter/-innen können also einen echten Mehrwert aus dem RR7755 schöpfen und brauchen sich auch dann keine Gedanken zu machen, wenn sich ins Flor des Teppichs gepresste Tierhaare bisher als enervierende Widersacher bei der Fußbodenreinigung erwiesen haben.

Ein angenehmes Schmankerl der Gummilamellen ist außerdem, dass sich die Rollbürste so mit dem im Zubehörbündel enthaltenen Kamm noch leichter reinigen/pflegen lässt. Haben sich hier nämlich Haare verheddert, so kommt man an diese nun viel besser heran, da nicht dermaßen viele Borsten vorhanden sind, die währenddessen stören könnten.

Zum Laden wiederum braucht der Explorer 80 Animal Connect RR7755 mit durchschnittlich 131 Minuten etwas mehr Zeit – diese Dauer stellt aber immer noch einen „sehr guten“ Wert dar. Die Arbeitszeit schließlich ist nahezu identisch mit derjenigen des RR7747-Modells: Sie misst nämlich 80 Minuten.

Alles in allem erzielt der Explorer 80 Animal Connect RR7755 nicht nur gleichermaßen „gute“ bis „sehr gute“ Ergebnisse wie der Explorer 80 Allergy Connect RR7747, sondern überbietet diese dank der vorhandenen Lamellenbürste in manchen Situationen noch – vor allem in puncto Saugleistung. Das Modell erzielte im Test 93,6 % und wird daher vom ETM TESTMAGAZIN mit dem Testurteil „sehr gut“ bewertet.

Technische Daten

Hersteller/Modell Rowenta Explorer 80 Animal Connect RR7755
Form des Modells rund
Maße des Modells (Lmax × Bmax × Hmax) 34,0 × 34,0 × 9,7 cm
Gewicht des Modells 3,9 kg
Maße des Stromkabels (Lmax) 150 cm
Maximalvolumen des Staubbehälters 250 ml
Typ des Filters Standard-Filter
Typ des Akkus Lithium-Ionen-Akku
Technologie drehende Zentralbürste
Bürstentyp Haarbürste mit Gummilamellen
Navigation Kamera, Laser
Laufzeit (max., lt. Hersteller) 90 min
Laufzeit (durchschn., gemessen im Standardmodus bei normaler bzw. mittlerer Saugleistung / Rückweg) 80 min / 141 min
Ladezeit (max., lt. Hersteller) 180 min
Ladezeit (max., gemessen) 131 min
Spannung / Kapazität 14,4 V / 2.100 mAh
Stromverbrauch während des Ladevorgangs (durchschn. / max., gemessen) 18,1 W / 19,5 W
Stromverbrauch während des Ladevorgangs in W (gemessen) Rowenta RR7755: Stromverbrauch
Lautstärke (durchschn. / max., gemessen im Standardmodus) 62,2 dB(A) / 67,8 dB(A)
Lautstärke in dB(A) (gemessen im Standardmodus) Rowenta RR7755: Lautstärke
Sensoren Fallsensoren, Hindernissensoren, Stoßsensoren
Reinigungsmodi 4 (Edge, Methodisch, Random, Spot)
Anzahl der Räder 4
Anzahl der Seitenbürsten 2
Saugleistungsstufen 3 (Öko, Standard, Boost)
Zubehör Filter, Kamm, Ladestation mit Netzteil, 2 × Schaumstofffilter, 2 × Seitenbürsten, Walzenbürste, Wischaufsatz
Name der App Rowenta Robots
Kompatibilität der App Android (ab Version 5.1), iOS (ab Version 11.0)
Smart Home-Kompatibilität Amazon Echo, Google Home

Bewertung

Hersteller/Modell % Rowenta Explorer 80 Animal Connect RR7755
Handhabung 15 92,9
Inbetriebnahme 50 94,0
Wartung / Pflege 30 96,0
Bedienungsanleitung 20 85,5
Arbeitsweise 25 93,8
Timer 20 92,0
Hindernisse 25 95,0
Finden der Ladestation 25 95,0
Koordination im Haushalt 30 93,0
Saugleistung 50 94,0
Teppichboden 40 95,8
Hartboden 40 94,0
Ecken / Kanten 20 90,5
Akkumulator 5 84,0
Arbeitszeit 50 71,5
Ladezeit 50 96,4
Material-/Materialverarbeitungsqualität 5 96,5
Bonus 0,2 Wischfunktion
Malus
UVP in Euro (inkl. 16 % MWSt) 699,99
Durchschnittlicher Marktpreis in Euro 537,11
Preis-/Leistungsindex 5,74
Gesamtbewertung 93,6 % („sehr gut“)

 

Getestete Produkte

  • AEG RX9-2-6IBM
  • eufy RoboVac 30C MAX
  • Fakir Robert II | RS 710
  • Neato Botvac D7 Connected
  • Rowenta Explorer 80 Allergy Connect RR7747
  • Sichler Haushaltsgeräte WLAN-Staubsauger-Roboter PCR-7000 (NX-6079)
  • Tesvor M1
  • Vorwerk Kobold VR300 Saugroboter
  • ZACO A6

 

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