7 Blutdruckmessgeräte im Test 2021

So misst man den Blutdruck daheim

22. Dezember 2020

Die Höhe des Blutdrucks ist nicht nur vom Tagesrhythmus des Menschen abhängig: Er schießt in vielen Situationen, vor allem durch körperliches und geistig-seelisches Stresserleben, erheblich nach oben. Das ist ein vollkommen normaler und auch sinnvoller Mechanismus. Risikoreich wird es aber dann, wenn sich die Werte nicht wieder normalisieren. Aktuell leiden circa 30 % aller Deutschen an einem zu hohen Blutdruck. Ein solcher lässt sich normalerweise leicht behandeln: So kann es, abhängig vom Ursprung des Bluthochdrucks, schon ausreichen, sich anders zu ernähren oder sich regelmäßig dem Sport zu widmen, um die Werte wieder zu senken. Wenn die Menschen aber nichts von ihrem Bluthochdruck wissen, was bei mehr als 20 % der an ihm leidenden anzunehmen ist, sehen sie sich nicht zu entsprechenden Gesundheitsmaßnahmen veranlasst. Das rührt vor allem daher, dass sich eine arterielle Hypertonie viele Jahre ohne wahrnehmbare Symptome abspielen kann. Trotzdem richtet sie immer weiter Schäden an verschiedensten Stellen des Körpers an: Das kann in schwere kardiovaskuläre Krankheiten und mit ihnen schließlich in den Tod münden. Auch die Gesundheit des Gehirns ist von der Höhe des Blutdrucks abhängig: Wer an arterieller Hypertonie leidet, kann sehr viel eher eine vaskuläre Demenz ausbilden. Durch das regelmäßige Messen des Blutdrucks kann man natürlich nicht vermeiden, an einer arteriellen Hypertonie zu erkranken: Man kann aber erkennen, ob und wie sich der Blutdruck verändert. Wir hatten nun 7 verschiedene Oberarm-Blutdruckmessgeräte im Test: Lesen Sie, welches der Modelle nicht nur präzise misst, sondern auch wirklich leicht zu handhaben ist.

Wie es sich mit dem individuellen Bluthochdruckrisiko eines Menschen verhält, ist immer auch von dessen Genetik abhängig: Trotz eines in vielen Teilen identischen Lebensstils kann es sein, dass sich bei den einen eine arterielle Hypertonie ausbildet, bei den anderen indes nicht. Man weiß mittlerweile aber, dass hier auch noch eine Handvoll weiterer Faktoren einspielen, die vor allem in den Wohlstandsnationen der westlichen Welt allgegenwärtig sind: Das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken, ist umso höher, je ausgeprägter der Mangel an Bewegung, an ausgewogener Ernährung und an geistig-seelischer Erholung ist. Gerade weil man die Symptome des Bluthochdrucks nicht immer wahrnehmen muss, sollte man seinen Blutdruck in regelmäßigen Abständen kontrollieren: Dazu muss man auch nicht immer in die Arztpraxis springen. Schließlich lassen sich die Werte mit einem modernen Blutdruckmesser auch wunderbar in den häuslichen vier Wänden des Haushalts ermitteln. Dank des reichen Funktionsspektrums vieler Modelle, bspw. in Gestalt einer Manschettensitzkontrolle, lassen sich Fehler während des Messvorgangs größtenteils ausschließen. Die Mehrheit aller Modelle ist außerdem mit einer Farbskala versehen, anhand derer man den ermittelten Blutdruck, meistens nach dem international anerkannten Maßstab der WHO („World Health Organization“), schnell und simpel einordnen kann. Die internen Speicher der Modelle erlauben es obendrein, all die vorher erhobenen Messwerte auch noch nach vielen Wochen einzusehen, um nachzuvollziehen, ob und wie sich der Blutdruck und/oder Puls verändert hat. Dies wird auch noch dadurch leichter, dass die Modelle Mittelwerte aus allen oder immerhin aus einer Handvoll der vorangegangenen Messwerte darstellen können: So lässt sich das Blutdruckniveau sehr viel sinnvoller abbilden. Für drei der im Test vertretenen Modelle ist eine spezielle mit Android- und iOS-Smartphones resp. -Tablets kompatible App zu haben: So kann man die Werte auch graphisch veranschaulichen.

Oberarm-Blutdruckmessgeräte – Technik im Detail

Alle in diesem Test vertretenen Oberarm-Blutdruckmesser bestimmen den Blutdruck oszillometrisch: Diese Methode, bei der man die Schwingungen des Blutes in den Arterien misst und anhand derer den Blutdruck ermittelt, wurde schon im Jahre 1905 von dem russischen Mediziner Nikolai S. Korotkow entwickelt. An allererster Stelle muss man die Manschette A des Blutdruckmessers um den idealerweise voll entblößten Oberarm wickeln. Wo und wie die Manschette vor Beginn des Messvorgangs zu positionieren ist, kann normalerweise einer simplen Graphik B an dem Manschettenkörper entnommen werden. Die Manschette sollte mit ihrer nach unten hin weisenden Seite circa drei Zentimeter oberhalb des Übergangs zwischen Unter- und Oberarm, also an der inneren Seite des Ellenbeugengelenks, positioniert werden. Man sollte sie in etwa so stramm ziehen, dass noch zwei bis vier Zentimeter Spielraum zwischen dem Manschettenmaterial und dem Arm bestehen. Messen sollte man regelmäßig nur im Sitzen. Der Arm kann dabei so über dem Möbelstück abgelegt werden, dass die Handinnenseite nach oben weist. Der Schlauch sollte die Arterie nachzeichnen und hin zur Handinnenseite weisen. 60 Minuten vor Beginn des Messvorgangs sollte man keine Genussmittel, wie bspw. Alkohol, Tabak usw., zu sich nehmen. Außerdem sollte man sich circa 5 Minuten vorher voll ausruhen und körperliche Mühen vermeiden. Während des Messvorgangs muss man schließlich vollkommen still sitzen.

Den Messvorgang leitet man schließlich durch einen Druck der Start-Taste C ein: Während des sich anschließenden Pumpvorgangs wird der Manschettenkörper immer praller und unterbricht dadurch den Fluss des Blutes in den Arterien. Anschließend nimmt der Manschettendruck wieder ab: Das Blut kann weiter normal durchs Aderwerk rinnen. Dabei werden die Schwingungen der Arterie ermittelt. Die Werte des diastolischen und des systolischen Blutdrucks werden anschließend anhand mathematischer Formeln errechnet.

Da die Messwerte durch Fehler während des Messvorgangs verzerrt werden können, bietet ein Großteil der Modelle nützliche Funktionen, um solche Fehler von vornherein zu vermeiden. Manche von ihnen (wie z. B. dasjenige von aponorm®, vgl. S. 67) haben einen Sensor, der Bewegungen während des Messvorgangs erkennt: Das Modell stellt dann einen verständlichen Hinweis dar. Eine anderer sinnvoller Mechanismus ist die Manschettensitzkontrolle (bspw. bei dem Modell von OMRON, vgl. S. 70): Diese kontrolliert während des Pumpens, ob die Manschette vorher stramm genug um den Oberarm gelegt wurde. Weiterhin erkennen alle Modelle im Test auch Arrhythmien während des Messvorgangs. Wird hier ein nicht vollkommen regelmäßiger Puls ermittelt, erscheint ein entsprechender Hinweis. Der Messvorgang sollte anschließend wiederholt werden.

Nach Beendigung des Messvorgangs kann man die von dem Modell erhobenen Werte der Systole, der Diastole und des Pulses vom Bildschirm D ablesen. Die Größe der hier erscheinenden Zahlen ist in erheblichem Maße vom Modell abhängig und reichte während des Tests von 6,0 bis 27,0 Millimetern (je Hmax): Bei manchen Modellen sind diese Zahlzeichen daher sehr viel leichter abzulesen (bspw. bei demjenigen von Newgen Medicals, vgl. S. 71) als bei anderen (z. B. bei demjenigen von OMRON, vgl. S. 70). Falls mehrere in ein und demselben Haushalt wohnende Personen in regelmäßigen Abständen ihren Blutdruck und/oder Puls kontrollieren wollen, sollte man von vornherein ein Modell mit mehreren Speicherblöcken wählen (wie bspw. dasjenige von Visomat, vgl. S. 69): Dann kann man schon vor Beginn des Messvorgangs einstellen, in welchem der beiden Speicherblöcke (A oder B resp. 1 oder 2) die anschließend ermittelten Messwerte eingespeichert werden sollen. Die eingespeicherten Werte lassen sich später, regelmäßig in chronologischer Ordnung, einsehen: Diejenigen Modelle, die sich per App mit einem Smartphone und/oder Tablet koppeln lassen, können die Werte in der App auch als Graphen veranschaulichen (z. B. von Braun, vgl. S. 76–77).

Getestete Produkte

  • aponorm® Professional Control
  • boso medicus x
  • Braun BUA6350 (Braun ExactFit™ 5 Connect)
  • medisana BU570 connect
  • Newgen Medicals NX1401 newgen medicals Medizinisches Oberarm-Blutdruckmessgerät mit LCD & 500 Speicherplätzen
  • OMRON EVOLV
  • visomat comfort 20/40

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