6 Ölpressen im Vergleichstest

So leicht kann das Ölpressen sein

27. Februar 2020

Öle sind schon seit vielen Tausenden von Jahren in der menschlichen Kultur und Kulinarik verwurzelt: Während man die Öle im Mittleren Osten ursprünglich noch aus Baumwoll-, Distel-, Lein- und Rapssamen gepresst hat, verwandelt man mittlerweile alle nur vorstellbaren Ölsaaten in interessante Ölsorten – beispielsweise in das an α-Linolen- und Linolsäure reiche Chiaöl! Die Qualität eines Öls ist allerdings nicht nur von der jeweiligen Ölsaat, sondern auch von der Technik des Ölpressens abhängig. Will man ein Speiseöl in süperber Qualität herstellen, so sollte man die Samen nicht oder immerhin nicht in erheblichem Maße erwärmen, denn: Werden die Samen während des Auspressens zu warm, büßt das aus der Ölpresse rinnende Öl nicht nur an Aroma und natürlichem Farbspiel ein, sondern verliert auch so manch wertvolles Vitamin. Apropos Ölpresse: Mit einer solchen kann man auch als Verbraucher/-in die meisten Öle selbst in den heimischen vier Wänden herstellen und die Qualität jeder einzelnen, ins Öl wandernden Zutat individuell kontrollieren. Dadurch, dass man immer so viel Öl pressen kann, wie man in allernächster Zeit zu verbrauchen plant, lässt sich eine langwierige, mit Qualitätseinbußen verbundene Lagerung von vornherein verhindern. Wir hatten in den letzten Wochen 6 aktuelle elektrische Ölpressen im Test und verraten im Weiteren, welches Modell wir bei welchen Ansprüchen wirklich empfehlen können.

Einerlei, ob man nun Fleisch und Fisch gleichmäßig anbraten, Gemüse in schonender Art und Weise andünsten oder auch nur einen Salat um wundervolle Aromen anreichern und die im Gemüse enthaltenen, Fett-löslichen (lipophilen) Vitamine leichter verwertbar machen möchte: Mittlerweile sind’s circa 16,0 Liter Speiseöl, die jede/r Deutsche pro Jahr zu all diesen Zwecken zu verbrauchen pflegt. Übrigens: Das allein sind schon ~140.000.000 bis ~150.000.000 Kalorien – abhängig von der Ölsorte. Dass wir alljährlich so viele Kalorien durch Speiseöl zu uns nehmen, ist aber – so sehr’s den ein der anderen wundernehmen wird – nicht weiter problematisch: Schließlich können Speiseöle eine auch und vor allem in puncto Gesundheit exzellente Fettquelle darstellen: Die meisten von ihnen enthalten nämlich essenzielle Fettsäuren, deren Genuss der Gesundheit des Herzens und des Gehirns dienen und die der menschliche Körper nicht von sich aus herstellen kann: So verhält es sich beispielsweise mit der außerordentlich wertvollen α-Linolensäure, die zu einem hohen Anteil von bis zu 71,0 % auch in normalem Leinöl vertreten ist. Die α-Linolensäure kann der menschliche Körper zu 5 bis 10 % in Eicosapentaensäure (EPA) und zu 2 bis 5 % in Docosahexaensäure (DHA) verwandeln – diese Omega-3-Fettsäuren sind wesentlicher Teil von Membranen, insbesondere von den Nervenzellmembranen im Gehirn. Wer sich mit Speiseölen auskennt, weiß aber auch eines: Sie können, je nach Ursprung, sehr hochpreisig sein. Dadurch, dass die Ölsaaten sehr viel preiswerter sind, lässt sich mit einer Ölpresse also in erheblichem Maße sparen. Außerdem: Es ist schlicht schön, die Qualität seines Öls von vornherein kontrollieren und ein Höchstmaß an Frische sicherstellen zu können.

Ölpressen im Detail – Aufbau und Funktion

Nicht nur äußerlich, sondern auch ihrer Funktion nach ähnelt eine Ölpresse einer normalen Obst- und Gemüsepresse. Bei den Ölpressen ist das Behältnis, in das die auszupressenden Lebensmittel gegeben werden, allerdings größer angelegt: Bis zu 700 g Ölsaaten und/oder Nüsse können hier in einem Mal verarbeitet werden. Damit ausladendere Nüsse, wie beispielsweise Walnüsse, den Einlassschacht nicht versperren, sollte man sie nur zerkleinert in den Behälter purzeln lassen. Der Deckel muss vor dem Pressvorgang verschlossen werden, da bei den meisten Modellen ein Sicherheitsmechanismus verbaut ist: Ohne verschlossenen Deckel kann man den Pressvorgang nicht anstoßen. Anschließend lässt sich das Modell an der Basis anschalten. Auch wenn die Modelle „kalt“ zu pressen pflegen, müssen sie doch circa eine Minute vorheizen. Danach kann man die Start-Taste drücken: Mit diesem Tastendruck versetzt man die Pressschnecke A in gleichmäßige Rotationsbewegungen. Über die Pressschnecke werden die Ölsaaten und/oder Nüsse aus dem Behältnis weiter in den Presszylinder getragen und auseinandergebrochen. Anschließend werden sie stark verdichtet, bis das in ihnen enthaltene Öl austritt und schließlich über den Ölaustritt B ins Ölbehältnis C tropft. Über dem Ölbehältnis ist noch ein Metallsieb D installiert, das Grob- und Feinpartikel aus dem Öl abschöpft. Dennoch kann es passieren, dass ein paar Partikel weiter bis in den Ölbehälter und damit auch ins Öl gelangen. Wer sich daran stört, kann das Öl noch einen Moment stehen lassen, sodass sich diese Partikel am Boden des Behälters absetzen. Danach kann das Öl mit leichter Neigung in ein anderes, zur Lagerung geeignetes Behältnis gegossen werden. Die schwereren Partikel bleiben (größtenteils) am Boden des Ölbehälters zurück. Der Öl-lose Trester wird separat ausgegeben und sammelt sich im Tresterbehälter E an. Bei ihm handelt es sich übrigens um ein wertvolles Nebenprodukt des Pressvorgangs, denn: Der Trester kann beispielsweise zum Backen verwendet werden.

Getestete Produkte

Ölpressen ab 500 Watt

  • Klarstein Olivia
  • Rommelsbacher OP 700 Emilio
  • Sichler Elektrische Ölpresse EHP-650 (NX-7422-675)
  • Silvercrest Elektrische Ölpresse SOPE 650 A1

Ölpressen unter 500 Watt

  • Rosenstein & Söhne Elektrische Ölpresse EHP-460 (NC-3806-675)
  • WARTMANN WM-1402 OP

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