Fruktose in Lebensmitteln

17. Januar 2018

Seit vielen Jahrzehnten wird Kindern beigebracht, dass Obst gesund ist und zur täglichen Ernährung dazu gehört. Nun werden die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Tagesmengen für Obst- und Gemüse allerdings revidiert und Obst reduziert: Der Fruchtzucker im Obst scheint noch gefährlicher zu sein, als Haushaltszucker.

Zu viel Fruktose schadet

Viele Jahre galt Fruktose als vermeintlich gesünder als der übliche Haushaltszucker – schließlich ist er neben Vitaminen und Mineralstoffen natürlich in Früchten enthalten. Und tatsächlich wird der Fruchtzucker vom Körper anders aufgenommen und verarbeitet: Statt wie bei Glukose, wird bei der Aufnahme von Fruktose kein Insulin im Körper ausgeschüttet, was lange als ein Vorteil für Diabetiker galt.

Allerdings haben Studien gezeigt, dass Fruchtzucker vom Körper vor allem als Fett eingelagert wird. Und dabei landet der Zucker nicht ausschließlich auf den Hüften, sondern setzt sich als Leberfett und Viszeralfett an den inneren Organen fest. Die Folge: der Bauchumfang wächst. Mittlerweile gilt der Baumumfang als ein wichtiger Indikator für ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Zusätzlich hat viszerales Bauchfett Einfluss auf den Hormonhaushalt des Körpers. Als Richtlinien gilt ein Bauchumfang von über 88 cm bei Frauen und 102 cm bei Männern als kritisch.

Bei einer hohen Fruchtzucker-Aufnahme kann sich ein weiteres Problem ergeben: eine Unverträglichkeit, die sich in Form von Verdauungsproblemen und Bauchkrämpfen bemerkbar macht. Je mehr Fruchtzucker aufgenommen wird, desto höher ist das Risiko einer Unverträglichkeit. Bei einer erblichen bedingten Fruktoseintoleranz hingegen handelt es sich um einen Enzymdefekt in der Leber, der zu Stoffwechselproblemen führen kann, die lebensbedrohlich werden können.

Achtung beim Einkauf

Auf den täglichen Apfel oder die Banane zwischendurch muss nun (fast) niemand verzichten, problematisch ist allerdings der Zusatz von Fruktose in vielen verarbeiteten Lebensmitteln. Insbesondere bei Produkten, die mit natürlicher „Süße aus Früchten“ werben, lohnt sich ein Blick auf die Nährwertangaben und Inhaltsstoffe. Die „Süße aus Früchten“ wird durch moderne Produktionsverfahren auch aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben gewonnen und in der Lebensmittelindustrie vor allem aus zwei Gründen eingesetzt: sie ist billig und hat eine hohe Süßkraft.

Gerade bei Produkten, die speziell als kindgerecht vermarktet werden, sollten Verbraucher Vorsicht walten lassen und die Inhaltsstoffe überprüfen. Wer ganz sicher gehen möchte, nicht zu viel Zucker zu sich zu nehmen, sollte möglichst auf verarbeitete Lebensmittel verzichten und sein Essen lieber selbst zubereiten. Z.B. lassen sich gesunde Zwischenmahlzeiten, wie Joghurts, ganz leicht und ohne großen Aufwand selbst herstellen und je nach Geschmack verfeinern.

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