6 Handgelenk-Blutdruckmessgeräte im Test 2021

Schutz durch regelmäßiges Messen

24. September 2021

Bluthochdruck ist eine Krankheit, die sich mit den Mitteln moderner Medizin wirksam behandeln lässt. Dabei kann Bluthochdruck auch Symptom anderswo wurzelnder Krankheiten sein – vor allem solcher des Aderwerks, des Herzens et cetera. Während es bei einem leichten Bluthochdruck schon ausreichen kann, seinen Lebensstil zu verändern, bspw. durch ein Mehr an sportlicher Aktivität, verhält es sich bei schwerem Bluthochdruck anders: Hier wird man ohne Medikation nicht auskommen, um kapitale Gesundheitsschäden zu verhindern. Obschon sich Bluthochdruck also prima kontrollieren lässt, sterben weltweit doch mehr als 7 Millionen Menschen an ihm alljährlich.1 Wie kann das sein? Der Grund ist simpel: Viele derer, die an Bluthochdruck leiden, wissen nichts von ihrer Krankheit.2 Dies ist, da sich Bluthochdruck jahrelang nicht wahrnehmen lassen muss, auch nicht wirklich verwunderlich. Gerade daher ist es so wesentlich, dass die Menschen ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren. Denn wird der Blutdruck nicht normalisiert, kann dies schwere Schäden verursachen – in allen Teilen des Körpers. Wir haben in den letzten Wochen die Qualität von 6 verschiedenen Handgelenk-Blutdruckmessgeräten ermittelt. Lesen Sie im Weiteren, welches der Modelle nicht nur den Blutdruck und den Puls präzise messen kann, sondern auch von vornherein leicht zu verwenden ist. Manche von ihnen lassen sich auch per App mit dem Smartphone oder Tablet koppeln.


Weltweit leiden aktuell mehr als 1,3 Milliarden Menschen an Bluthochdruck.3 Dies ist, auch weil sich die Genese des Bluthochdrucks in vielen Fällen schon durch einen die Gesundheit nicht vollends außen vor stellenden Lebensstil vermeiden ließe, alarmierend. Auch wenn Bluthochdruck bis ins Alter hinein keine wahrnehmbaren Symptome verursachen muss, ist es doch elementar, sich seiner schnellstens anzunehmen – einerlei ob nun mit oder ohne Medikation. Tausende Tode ließen sich vermeiden, wenn der Blutdruck nur immer wieder kontrolliert und der währenddessen erkannte Bluthochdruck alsdann behandelt würde. Dabei nimmt die Kontrolle nur die ein oder andere Minute in Anspruch. Man muss den Blutdruck schließlich nicht von anderen Menschen außerhalb des Haushalts ermitteln lassen, sondern kann dies auch allein verwirklichen: Mit einem modernen Handgelenk-Blutdruckmessgerät kann die Höhe des Blutdrucks und des Pulses auch in den vertrauten vier Wänden des Haushalts ermittelt werden. Die hier vorhandene Manschette lässt sich eilends ums Gelenk wickeln – ohne dass dies auch nur ein Mindestmaß an Expertise voraussetzen würde. Auch das Starten des alles in allem nicht einmal eine volle Minute dauernden Messvorgangs ist von vornherein verständlich. Ob die Manschette vorab anweisungsgemäß angelegt worden ist, kontrollieren viele Modelle schon von sich aus. Genauso verhält es sich mit der Armposition: Manche Modelle können auch erkennen, ob der Winkel des Arms passt, sodass man sich valider Werte sicher sein kann. Wer verschiedene Höhen des Blutdrucks noch nicht einzuordnen weiß, wird die bei vielen Modellen vorhandenen Skalen willkommen heißen: Sie lassen anhand eines simplen, vom international anerkannten Maßstab der World Health Organization inspirierten Farbcodes erkennen, wann ein Blutdruck als normal (grün), normalhoch (gelb), hoch (orange) oder sehr hoch (rot) anzusehen ist.

Wesentliches

Für wen?
Für alle Verbraucherinnen und Verbraucher, die ihren Blutdruck und Puls in regelmäßigen Abständen eigenhändig kontrollieren wollen oder dies, bspw. weil eine mit diesen Vitalwerten verbundene Krankheit gegeben ist, müssen.

Was ist hervorzuheben?
Alle Modelle können einen internen Speicher vorweisen, sodass sich die erhobenen Messwerte (i. e. Blutdruck, Puls usw.) auch im Nachgang noch einsehen lassen. Manche Blutdruckmessgeräte haben mehrere Speicherblöcke, sodass sie sich von mehreren Menschen verwenden lassen.

Was ist interessant?
Die Größe der Manschette ist Modell-abhängig (Umin – Umax im Test: 12,5 – 21,5 cm): Daher sollte man sich vor dem Erwerb eines Handgelenk-Blutdruckmessgeräts immer erst seines eigenen Handgelenks annehmen und anhand des so ermittelten Werts ein passendes Modell auswählen.

Handgelenk-Blutdruckmessgeräte – Technik im Detail

Anders als Oberarm-Blutdruckmessgeräte, die viele Verbraucherinnen und Verbraucher aus ärztlichen Praxen kennen, sind Handgelenk-Blutdruckmessgeräte schon dank ihres Größen- und Gewichtsmaßes sehr viel leichter zu handhaben: Sie lassen sich daher auch wunderbar mitnehmen, bspw. wenn man verreisen, aber auch währenddessen seinen Blutdruck, seinen Puls usw. kontrollieren will. Des Weiteren sind sie ebenso simpel wie schnell zu verwenden, da man vorher nicht sein die Oberarme verhüllendes Oberteil abnehmen muss und die Manschette innerhalb eines Moments angelegt werden kann. Man muss indes sicherstellen, dass man das Modell während des Messvorgangs in Höhe des Herzens hält. Manche Modelle im Test können spezielle Features vorweisen, wie bspw. eine Positionskontrolle A, die nach außen hin erkennbar macht, ob die Armposition verändert werden muss. Das ist elementar, um valide Werte ermitteln zu können. Verwendet man ein Handgelenk-Blutdruckmessgerät anwendungsgemäß, so sind die von ihm ermittelten Werte ebenso präzise wie diejenigen eines Oberarm-Blutdruckmessgeräts. Außerdem kommen solche Modelle auch all den Verbraucherinnen und Verbrauchern zupass, deren Oberarme solchermaßen prall sind, dass man keine Manschette um sie wickeln kann. Freilich muss die Manschette B bei den Handgelenk-Blutdruckmessgeräten aber auch immer voll um das Handgelenk passen. Mit welchen Handgelenksgrößen ein Modell kompatibel ist, lässt sich von der zu ihm zählenden Manschette ablesen C: Hier sind regelmäßig anschauliche Graphiken auszumachen. Die in unserem Test vertretenen Modelle kommen mit Größenmaßen von 12,5 – 21,5 cm (Umin – Umax) aus. Ob die Manschette nach deren Anlegung ordnungsgemäß sitzt, kontrollieren manche Modelle (wie bspw. dasjenige von OMRON, vgl. S. 58) während des Messvorgangs eigens D: Dadurch lassen sich Fehler, die sich auch in den erhobenen Werten äußern würden, schon von vornherein vermeiden. Genauso verhält es sich mit der schon angesprochenen Armposition, derer sich nur einzelne Modelle annehmen (wie bspw. dasjenige von Beurer, vgl. S. 60).

Für ältere Menschen sind Handgelenk-Blutdruckmessgeräte aber, abhängig von dem Stand ihrer vaskulären Gesundheit, nicht immer ideal: Dies ist dadurch zu erklären, dass sich das Aderwerk während des Alterungsvorgangs verändert (bspw. durch Arteriosklerose),4 was sich vor allem auch hinsichtlich der am Handgelenk vorhandenen Adern auswirken kann. Das wiederum kann die hier erhobenen Werte in einem erheblichen Maße verzerren.5 Sie sollten daher lieber ein geeignetes Oberarm-Blutdruckmessgerät erwerben, von denen wir diesjährig 7 verschiedene Modelle geprüft haben (vgl. ETM TESTMAGAZIN 01 : 2021, S. 62 – 79).

Getestete Produkte

    • Beurer BC 51
    • Hartmann Veroval® compact Handgelenk-Blutdruckmessgerät BPW 22
    • Hartmann Veroval® Handgelenk-Blutdruckmessgerät BPM25
    • medisana BW 335
    • OMRON RS3 Intelli IT
    • visocor HM60

Fußnoten:

1 Vgl. Arima, H. et al.: Mortality patterns in hypertension. In: Journal of Hypertension, Vol. 29 : 1 (2011): S. 3–7.

2 Auch wissen viele Menschen die verschiedenen Höhen des Blutdrucks nicht zu deuten, vgl. Oliveria, S. a. et al.: Hypertension Knowledge, Awareness, and Attitudes in a Hypertensive Population. In: Journal of General Internal Medicine, Vol. 20 : 3 (2005): S. 219–225.

3 Vgl. Mills, K. et al.: The global epidemiology of hypertension. In: Nature Reviews Nephrology, Vol. 16 (2020): S. 223–237.

4 Dies kann sich in einer ausgeprägten Verengung des Aderwerks äußern, vgl. Wang, J. C. et al.: Aging and Atherosclerosis. In: Circulation Research, Vol. 111, 2 (2012): S. 245 – 259.

5 Gerade bei Menschen, die älter als 80 Jahre sind, wird am Handgelenk regelmäßig ein niedrigerer Blutdruck als am Oberarm erhoben, vgl. Hoffmann, U. et al.: The role of wrist monitors to measure blood pressure in older adults. In: Aging Clinical and Experimental Research, Vol. 31 (2019): S. 1227 – 1231.

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