7 Handmixer im Test 2021

Klein, handlich und schnell

24. Juni 2021

Handmixer sind hierzulande in einem Großteil aller Haushalte vertreten. Das ist auch nicht weiter verwunderlich: Schließlich sind sie in ihrer Funktion universell, können also wunderbar dazu verwendet werden, um ansprechende Cremes oder Dips zu verrühren, Eiweiß in Eischnee zu verwandeln oder Sahne voluminös werden zu lassen. Sicherlich ließen sich viele dieser Arbeiten auch ohne spezielles Equipment abwickeln: Mehr als ein ausreichendes Maß an ausdauernder Armmuskulatur ist hier schließlich nicht vonnöten. Aber: Mit einem Handmixer ist all dies sehr viel schneller und auch simpler zu verwirklichen. Mit ihnen kann man Mehl, Milch et cetera innerhalb von nur ein paar Minuten einheitlich vermischen, sodass man sich bspw. auch spontan ans Backen machen kann. Dabei kann man sie – vollkommen anders als die in puncto Größe und Gewicht monumentalen Küchenmaschinen – ohne Mühe hervorholen und mit dem zur aktuell anstehenden Arbeit passenden Mixelement versehen. Genauso schnell lassen sie sich nach der Arbeit wieder im Schrank, in der Schublade o. Ä. verräumen, wo sie nur ein Mindestmaß an Fläche in Anspruch nehmen. Wir hatten dieses Mal 7 aktuelle Handmixer (€min – €max: 19,70–44,98 €) renommierter Hersteller im Test und verraten hier, wie sich die einzelnen Modelle in praxi handhaben lassen, wie wirksam sie leichtere und schwerere Zutaten vermischen können, wie es sich mit dem Schallausstoß und dem Stromverbrauch verhält und noch vielerlei mehr.

Die Entwicklungsvorgang des Handmixers war eine ausgesprochen langwierige Angelegenheit: Der erste Handrührer wurde schon im Jahr 1856 vom Schmied R. Collier entwickelt, war aber noch immer von der Muskelanstrengung der Verbraucherin resp. des Verbrauchers abhängig. Daran schlossen sich noch vielerlei weitere Versuche an, die Mechanik eines solchen manuellen Handrührers zu verbessern, ehe im Jahr 1885 schließlich der erste vollelektrische Handmixer von R. Eastman entwickelt worden war. Das Problem: Mit dem damals vorhandenen Stromnetzwerk ließen sich noch beileibe nicht alle Haushalte erreichen und mit Strom speisen. Ohne Strom indes wusste ein solcher Handmixer nicht wirklich zu verlocken. Der im Weiteren von H. Johnston im Jahr 1908 entwickelte elektrische Standmixer verbreitete sich – auch im Lichte des hier bestehenden Volumens von 75 Litern – nur in Großbäckereien. Schon im Jahr 1919 kam aber auch ein der Größe nach nicht mehr so ausladendes, nun vor allem Verbraucher:innen adressierendes Modell in den Handel – das „KitchenAid-Hobart-Modell H-5“, das aber natürlich noch immer nicht so mobil war wie die aktuell erhältlichen Handmixer. Hier waren noch ein paar weitere Dekaden des Research & Developments seitens der Hersteller vonnöten. Das Wundervolle an Handmixern ist aber ebendas: Dass sie einem also nicht nur sehr viel Muskelarbeit abnehmen, sondern dass sie währenddessen auch noch so handlich sind, dass man mit ihnen auch viele Minuten werkeln kann, ohne dass die Muskulatur müde würde: Mit ihrem minimalen Größenmaß passen sie außerdem in alle Haushalte hinein.

Wer sich einen neuen Handmixer ins Haus holen will, sollte sich vorab schon einmal ein paar Gedanken über dessen Zubehörpack machen: So sind Modelle erhältlich, die neben den immer vorhandenen Rührbesen und Knethaken auch noch weiteres Zubehör, wie bspw. einen Multizerkleinerer, einen Pürierer oder einen Schneebesen in petto haben. Wer all diese Teile aber schon in seinem Haushalt zur Hand hat, der sollte schon aus ökonomischen Gründen ein Modell ohne ein solchermaßen ausnehmendes Zubehörensemble wählen. Die in diesem Test vertretenen Modelle kommen von Werk aus – mit Ausnahme eines Handmixers– nur mit einem Duo an Knethaken und Rührbesen daher. Das reicht, um die klassischen Arbeiten eines Handmixers zu verrichten, auch vollends aus.

Handmixer – Technik im Detail

Die meisten Handmixer ähneln einander in puncto Technik. Dennoch bestehen hier mancherlei Unterschiede, die zu beachten sind. So ist bspw. vom Material des Modellaußenkörpers abhängig, wie leicht- oder schwergängig derselbe gereinigt werden kann: Sind alle hier vorhandenen Flächen eben, lässt sich beim Rühren empor wirbelndes Mehl anschließend sehr viel schneller und auch simpler abwischen. Auch die Position der hin zum Motor weisenden, Zirkulation erlauben sollenden Aus- resp. Einlässe A ist wesentlich: Schließlich sollten auch hier keine Mehlpartikel hinein rieseln. Da Handmixer während der Arbeit Strom verbrauchen, man sie also immer mit dem Stromnetzwerk des Haushalts verbunden lassen muss, ist das Maß des Stromkabels erheblich – von ihm ist der Spielraum während des Knetens, Rührens et cetera abhängig. Bei manchen Modellen (bei denjenigen von Fakir und Russell Hobbs, s. S. 51 und S. 49) verlässt das Stromkabel den Modellkörper nicht von der Mitte, sondern von der hinteren rechten Seite aus B: Für Rechtshänder:innen ist dies exzellent. Für Linkshänder:innen wiederum kann dies das Führen des Handmixers erschweren. Das Handteil C sollte mit einem den Grip verbessernden Material versehen sein, sodass man das Modell an ihm immer sicher halten kann. Dies ist im Test indes nur bei einem Handmixer (bei demjenigen von Rosenstein & Söhne, s. S. 52) gegeben. Die Anschlüsse der Rührelemente D sollten mit aus sich heraus verständlichen Markern versehen sein, um ein Verwechseln des rechts und des links einzusetzenden Hakens zu vermeiden. Wunderbar ist es, wenn schon die Form der Anschlüsse E das verkehrte Anschließen der Rührhaken von vornherein verhindert. Das ist immerhin bei ein paar Modellen im Test (bspw. bei denjenigen von Braun und Philips, s. S. 46 und S. 47) der Fall. Das Tempo, mit dem sich die Rührelemente (Haken, Quirle usw.) drehen, kann über einen Schalter F verstellt werden. Die im Test vertretenen Handmixer erlauben eine Wahl von mindestens vier (bspw. bei dem Modell von Fakir, s. S. 51) bis maximal sechs Rührgeschwindigkeiten (bspw. bei dem Modell von Tristar, s. S. 50). Ferner lässt sich bei allen Modellen auch ein spezieller Turbo-Modus G anstoßen: Mit Ausnahme des Handmixers von Braun muss man dazu eine sich vom Modellkörper abhebende Taste drücken. Das Modell hält den Motor dann – indes nur während der Dauer des Tastendrucks – zu maximalem Tempo an. Will man die aktuell installierten Rührelemente ausstoßen, so ist abermals eine Taste zu drücken: Die Eject-Taste H. Diese wird von den meisten Modellen während des Rührens gesperrt, sodass sich die Rührelemente nur außerhalb des Rührens herausnehmen lassen. Ein solcher Sicherheitsmechanismus ist bei zwei Modellen im Test (bei denjenigen von Fakir und Rosenstein & Söhne, s. S. 51 und S. 52) leider nicht vorhanden.

Modell aus derselben Serie

Braun MultiMix HM 1070 WH – Handmixer im Test 2021

Der MultiMix 1 HM 1010 WH von Braun war schon in unserem im ETM TESTMAGAZIN 07:2021 publizierten Handmixer-Test vertreten. Der Hersteller aber hat hier noch einen weiteren, auch über dessen Webshop erhältlichen Handmixer in petto: Den MultiMix 1 HM 1070 WH. Wodurch aber weiß sich dieses andere Modell auszuzeichnen? Der Handmixer als solcher ist mit demjenigen des MultiMix 1 HM 1010 WH-Modells äußer- wie innerlich identisch. Da sich also auch die Größen- und Gewichtsmaße beider Modelle decken, kann man das MultiMix 1 HM 1070 WH-Modell ebenso souverän und sicher handhaben wie das MultiMix 1 HM 1010 WH-Modell. Beide kommen mit den Basics in Gestalt von zwei Rührelementpaaren aus stabilem Edelstahl daher. Welches der Rührelemente mit welchem Antrieb verbunden werden muss, kann anhand der hier vorhandenen Formen leicht erkannt werden. Beide Modelle erlauben schließlich eine minuziöse Geschwindigkeitsregelung anhand von vier normalen Modi und einem Turbo-Modus. Auseinanderhalten lassen sich die Handmixer durch das von Werk aus enthaltene Zubehörensemble: Während der MultiMix HM 1010 WH ausschließlich mit den normalen Rührelementen daher kommt, kann der MultiMix 1 HM 1070 WH noch ein weiteres, in vielen Situationen ausgesprochen praktisches Zubehörelement vorweisen:

Produkt
Hierbei handelt es sich um einen Handmixerhalter: Dieser besteht aus einem Ständer, der den Handmixer während des Rührens immer starr an ein und derselben Stelle hält, ohne dass man ihn in der Hand halten müsste, und einer Rührschüssel mit einem ausladenden Volumen von 3,0 l (aus Polypropylen,Vmax).

Wird der Handmixer mit dem Ständer verbunden, kann er wie eine Rührmaschine von alleine arbeiten, da man ihn eben nicht andauernd in der Hand halten muss. Das bietet den erheblichen Vorteil, dass man sich in der Zwischenzeit anderen Arbeiten, wie dem Vorbereiten all der anderen, im Weiteren zu verarbeitenden Zutaten widmen kann. Der Anschluss des Handmixers an den hier vorhandenen Ständer ist leichtgängig. Um die Rührschüssel herauszunehmen oder neue Zutaten einrieseln zu lassen, kann man den Handmixer an der Station in einem 45°-Winkel arretieren. Dabei rastet er vollkommen sicher ein, sodass man die Rührschüssel mit einem Mal herausnehmen kann. Der Handmixer schließlich lässt sich per Tastendruck vom Ständer lösen. Danach kann man ihn mühelos nach oben hin abheben. Außerdem ist auch noch ein Spatel von Werk aus enthalten: Mit ihm lässt sich all das, was man mit dem Modell so herstellt, rückstandslos von den Wänden der Rührschüssel abschaben. Da die Technik der beiden Modelle vollkommen identisch ist, leisten sie auch Gleiches: Die Qualität all dessen, was von ihnen verarbeitet wird, ist „sehr gut“: Gerade Eiweiß und Sahne nehmen innerhalb von nur ein paar Momenten (T: 1:27 bzw. 1:07 Minuten) massiv an Volumen zu und sind mehrheitlich nicht von Grob-, sondern von Feinporen durchwoben. Auch die Teigherstellung ist, einerlei ob die Zutaten leichter oder schwerer sind, schnell abzuwickeln (T: 3:28 Minuten). Nur die UVP beider Modelle unterscheiden sich noch im Lichte der inhaltlich voneinander abweichenden Zubehörbündel: Während der MultiMix HM 1010 WH schon zu einem Preis von 39,99 € erworben werden kann, sind es beim MultiMix 1 HM 1070 WH 62,99 € (+57,5 %). Alles in allem erreicht auch dieses Modell dank seines starken Motors und seiner in allen Teilen exzellenten Qualität mit 94,8 % das Testurteil „sehr gut“.

Technische Daten

Hersteller/Modell Braun
MultiMix 1 HM 1070 WH
Maße des Modells
(Hmax × Bmax × ​Tmax)
20,6 × 7,6 × 15,1 cm
Gewicht des Modells
(mmax, mit Quirlen)
885 g
Material des Gehäuses Kunststoff
Material der Rührelemente
(Knethaken, Quirle usw.)
Edelstahl
Maße der Quirle
(Lmax)
15,5 cm
Maße des Stromkabels
(Lmax)
145 cm
Geschwindigkeitsstufen 4 + Turbo
Zubehör Knethaken (2 ×); Quirle (2 ×); Ständer (1 ×)
Spülmaschineneignung des Zubehörs ja
Maximale Betriebsdauer
(Tmax, lt. Hersteller)
Schalldruckpegel
(LP max / LP Ø aus d: 1,0 m, ermittelt mit maximaler Geschwindigkeitseinstellung)
72,8 / 65,6 dB(A)
Schalldruckpegel
(Laus d: 1,0 m, ermittelt mit maximaler Geschwindigkeitseinstellung)
lautstärke braun
Leistung
(Pmax, lt. Hersteller)
400 W
Leistung in W
(P, ermittelt mit maximaler Geschwindigkeitseinstellung)
stromverbrauch braun
 Leistung
(PØ, ermittelt mit maximaler Geschwindigkeitseinstellung)
 38,6 W

Bewertung

Hersteller/Modell % Braun
MultiMix 1 HM 1070 WH
Funktionalität 60 94,4
Rühren und Kneten
(leichte, mittlere und schwere Teige)
40 93,6
Schlagen
(Eiweiß, Sahne usw.)
30 95,3
Zubehör 10 94,0
Handhabung 20 94,6
Bedienung 40 94,0
Montage 30 96,0
Reinigung 20 93,0
Sicherheit 10 96
Ausstattung 10 94,3
Material- und Materialverarbeitungsqualität 60 94,0
Rührelemente 30 96,0
Bedienungsanleitung 10 91,0
Schalldruckpegel 10 98,0
Bonus / Malus
UVP des Herstellers 62,90 €
Marktpreis
Stand v. 09.07.2021
57,99
Preis-/Leistungsindex 0,61
Gesamtbewertung 94,8 % („sehr gut“)

Getestete Produkte

  • Braun MultiMix 1 HM 1010 WH
  • Fakir Sierra 09190001
  • Rosenstein & Söhne Handrührer mit 5 Geschwindigkeiten & Turbo, 4 Haken, bis 500 Watt
  • Russell Hobbs Swirl Handmixer Türkis 25891–56
  • Philips Viva Collection Mixer HR3741/00
  • Tristar MX-4201
  • WMF Kult X Handmixer Edition

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