Plastikmüll

17. Januar 2018

Ein Gang durch den Supermarkt oder ein bewusster Blick in unsere Wohnungen offenbart eines deutlich: Plastik ist in unserem Leben allgegenwärtig. Egal ob als Verpackung von Obst oder als Bestandteil von Kosmetika. Um den anfallenden Berg an Kunststoff-Müll zu begrenzen, hat die EU-Kommission ihre Strategie vorgestellt und setzt dabei vor allem auf Wiederverwertbarkeit. Bis 2030 sollen alle Plastikverpackungen mehrmals nutzbar sein.

Teurer Müll

Bisher werden nur rund 5 % der Verpackungen aus Kunststoff recycelt. Das führt nicht nur zu erheblichen Mengen an Abfällen, sondern kostet die Volkswirtschaften der EU-Mitgliedsstaaten jährlich bares Geld. Von der EU-Kommission werden Summen von 70 bis 105 Milliarden Euro pro Jahr angegeben. Daher sei es nicht nur aus Umweltschutzgründen, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht wichtig, darauf bedacht zu sein, lange Rohstoffkreisläufe zu fördern und die Abfallproduktion einzudämmen.

Bisher wurde durch EU-Richtlinien und dem Bundesumweltministerium bereits der Verbrauch von Plastiktüten eingedämmt, der sich bis 2025 auf höchstens 40 Stück pro Kopf reduzieren soll. Weitere Regeln sollen in diesem Jahr folgen. Die Herstellung von nicht wiederverwendbaren Gegenständen aus Kunststoff (z.B. Deckel für Kaffee-to-go-Becher) soll eingedämmt werden. Anlagen zur Müllentsorgung in den Hafenstädten sollen zum Schutz der Meere verstärkt gefördert werden. Für Mensch und Tier sind vor allem Mikroplastikteile kritisch; sie sind so klein, dass sie sich über die Nahrungskette auch im menschlichen Körper festsetzen können. Zudem werden sie nicht vollständig von Kläranlagen erfasst und gelangen ins Meer. Ihr Einsatz soll daher ebenfalls eingedämmt werden.

Bisher galt: Aus den Augen, aus dem Sinn

Bis Anfang Januar wurde ein Großteil des in den EU-Mitgliedsländern entstandenen Plastikmülls, der jährlich insgesamt 26 Mio. Tonnen umfasst, nach China exportiert. Doch mit dem Jahresbeginn hat China ein Import-Verbot für 24 unterschiedliche Materialien eingeführt, u.a. auch für unsortierten Plastikmüll. Bis dato gingen jedes Jahr 56 % der weltweiten Plastikabfälle an China, wo sie zur Herstellung von Kunststoffen genutzt oder verbrannt wurden.

Mit der Abkehr vom Status als Müllimporteur Nummer Eins will China seine eigene Kreislaufwirtschaft aufbauen und die Umwelt und die Gesundheit der Bewohner schützen. Nun liegt es an der EU und den Ländern, die eigenen Wertstoffkreisläufe und Recycling-Methoden zu überarbeiten und auszubauen. Der Vizekommissionspräsident Frans Timmermans formuliert es folgendermaßen: „Sind wir als Europäer nicht in der Lage, unseren Abfall zu recyceln?“

Quellen:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/abfall-europa-sagt-dem-plastikmuell-den-kampf-an-1.3827505
http://www.deutschlandfunk.de/plastikmuell-umweltschuetzer-loben-recyclingplaene-der-eu.1939.de.html?drn:news_id=839834
http://www.zeit.de/wirtschaft/2018-01/muellexporte-china-plastikmuell-recycling

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