7 Cold-Brew-/Cold-Drip-Systeme im Vergleichstest

Der Trend des Jahres: Cold Brew

27. September 2018

Während man italienische Klassiker wie Espressi, Ristretti und Co. normalerweise mit 90 bis 95 °C heißem Wasser brüht, wird bei einem Cold Brew nur 2 bis 6 °C kaltes Wasser herangezogen. Diese maßvollen Temperaturen erlauben es, auch empfindliche Aromen in einer schonenden Art und Weise aus den Bohnen zu schöpfen. Cold Brew bietet daher ein wundervoll ausgeglichenes Aroma, in dem sich der ursprüngliche Charakter der Bohnen voll ausbreiten kann: Sommerliche Brom-, Heidel- oder Himbeernuancen, ein mildes Kakaoaroma oder süßes Karamell? All das kann man aus einem ordentlich zubereiteten Cold Brew herausschmecken – wobei die Aromaprägung natürlich auch von den Bohnen abhängig ist. Dieses volle Aroma wird bei einem Cold Brew auch nicht durch einen hohen Säureanteil verdorben, denn: Ein Großteil der natürlichen Säuren wird nur bei der Heiß-, nicht aber auch bei der Kaltextraktion ins Wasser hineingetragen. Für Menschen, die an einem empfindlicheren Magen-/Darm-System leiden, stellt der Genuss von mildem Cold Brew daher auch kein Problem dar. Das ETM TESTMAGAZIN hat sieben moderne Cold-Brew- bzw. Cold-Drip-Systeme geprüft. Wie sich die verschiedenen Modelle handhaben lassen, wie verlässlich ihre Filter arbeiten und – vor allem – wie die mit ihnen zubereiteten Cold Brews schmecken, lesen Sie in diesem Testbericht!

Die Geschichte des Cold Brews

Cold Brew ist als Sprössling dieser Generation in aller Munde. Das ist erstaunlich, da er in Wirklichkeit viel mehr als nur ein junges Trendphänomen ist: Cold Brew wurde schon vor vielen Jahrhunderten zubereitet. Ursprünglich waren es aller Wahrscheinlichkeit nach die Niederländer, die sich während des 17. Jahrhunderts an dem ersten Cold Brew versucht haben. Sie waren zu jener Zeit, dem historischen Ursprung des niederländischen Kolonialismus, in allen Ländern (Südost-)Asiens unterwegs und nahmen wohl aus zweierlei Gründen mit dem Cold Brew vorlieb: Zum einen war kaltes Wasser während ihrer erschöpfenden Reisen allgegenwärtig, heißes allerdings nicht. Zum anderen luden die hohen Temperaturen – verknüpft mit der ebenso hohen Humidität – eher zum Genuss kalter als heißer Getränke ein.

<strong>Was macht einen </strong>
<strong>Cold Brew aus?</strong>
In den Bohnen sind von Natur aus so manche Substanzen enthalten, die sich bei höheren Temperaturen leichter aus ihnen herauslösen lassen: Hierzu zählen vor allem verschiedene (ätherische) Öle und Säuren. Gießt man nun 90 bis 95 °C heißes Wasser über die Bohnen, wird der Großteil der Säuren mit ins Wasser getragen. Ein mit Eis/Eiswasser extrahierter Cold Brew enthält durchschnittlich nur 30 bis 35 % der Säure, die in einem normalen Espresso gegeben ist. Daher haben selbst diejenigen Menschen, die an einem sehr empfindlichen Magen-/Darm-System leiden, bei einem Cold Brew keine (erheblichen) Probleme zu gewärtigen, denn: Solche entspringen normalerweise einem zu hohen Säureanteil. Die wundervollen Aromen allerdings, die in ihrer Gesamtheit an herrlichen Kakao, süßes Karamell, liebliche Brom-, Heidel-, Himbeerkompositionen und noch vieles mehr erinnern können, lösen sich auch durch Eis/Eiswasser prächtig. Sie sind es, die einem Cold Brew seinen prägenden Charakter verleihen und ihn zu einem wahren Geschmackswunder machen. Bei höheren Temperaturen leichter lösbar ist übrigens auch der natürliche Wachmacher schlechthin: Koffein. Dennoch werden Körper und Geist durch einen Cold Brew mindestens in gleichem Maße angeregt wie durch einen normalen Espresso. Wie aber kann das sein? Der Grund ist erstaunlich simpel: Cold Brew wird regelmäßig mit doppelt so viel Ausgangsmaterial (Bohnen) zubereitet, wie man es bspw. vom normalen Espresso her kennt. So empfiehlt die <str<sup>ong>SCAE1</strong></sup>, bei allen Arten von klassischen Hot Brews circa 60 Gramm Bohnen pro 1.000 Milliliter Wasser zu verwenden. Mit vielen Cold Brew-Systemen lassen sich aber aber viel höhere Konzentrationen verwirklichen: Bspw. kann das von uns in diesem Test geprüfte <strong>BREWJAR</strong> von <strong>Tradena</strong> aus bis zu 150 Gramm Bohnen pro 1.500 Milliliter Wasser schöpfen (S. 66). Hierdurch lässt sich auch sehr stark konzentrierter Cold Brew herstellen, der sich vor dem Genuss selbstverständlich noch mit Wasser, Milch o. ä. verdünnen lässt 

Was macht einen Cold Brew aus?

detail

In den Bohnen sind von Natur aus so manche Substanzen enthalten, die sich bei höheren Temperaturen leichter aus ihnen herauslösen lassen: Hierzu zählen vor allem verschiedene (ätherische) Öle und Säuren. Gießt man nun 90 bis 95 °C heißes Wasser über die Bohnen, wird der Großteil der Säuren mit ins Wasser getragen. Ein mit Eis/Eiswasser extrahierter Cold Brew enthält durchschnittlich nur 30 bis 35 % der Säure, die in einem normalen Espresso gegeben ist. Daher haben selbst diejenigen Menschen, die an einem sehr empfindlichen Magen-/Darm-System leiden, bei einem Cold Brew keine (erheblichen) Probleme zu gewärtigen, denn: Solche entspringen normalerweise einem zu hohen Säureanteil. Die wundervollen Aromen allerdings, die in ihrer Gesamtheit an herrlichen Kakao, süßes Karamell, liebliche Brom-, Heidel-, Himbeerkompositionen und noch vieles mehr erinnern können, lösen sich auch durch Eis/Eiswasser prächtig. Sie sind es, die einem Cold Brew seinen prägenden Charakter verleihen und ihn zu einem wahren Geschmackswunder machen.

Bei höheren Temperaturen leichter lösbar ist übrigens auch der natürliche Wachmacher schlechthin: Koffein. Dennoch werden Körper und Geist durch einen Cold Brew mindestens in gleichem Maße angeregt wie durch einen normalen Espresso. Wie aber kann das sein? Der Grund ist erstaunlich simpel: Cold Brew wird regelmäßig mit doppelt so viel Ausgangsmaterial (Bohnen) zubereitet, wie man es bspw. vom normalen Espresso her kennt. So empfiehlt die SCAE, bei allen Arten von klassischen Hot Brews circa 60 Gramm Bohnen pro 1.000 Milliliter Wasser zu verwenden. Mit vielen Cold Brew-Systemen lassen sich aber aber viel höhere Konzentrationen verwirklichen: Bspw. kann das von uns in diesem Test geprüfte BREWJAR von Tradena aus bis zu 150 Gramm Bohnen pro 1.500 Milliliter Wasser schöpfen (S. 66). Hierdurch lässt sich auch sehr stark konzentrierter Cold Brew herstellen, der sich vor dem Genuss selbstverständlich noch mit Wasser, Milch o. ä. verdünnen lässt.

Getestete Produkte

  • KitchenAid ARTISAN COLD-BREW-KAFFEEBEREITER 5KCM4212SX
  • Tradena DRIPSTER
  • Tradena BREWJAR (1.500 ml)
  • HARIO Cold-Brew Coffee Jug
  • HARIO „Mizudashi“ Coffee Pot
  • WMF Cold Brew
  • bonVIVO Frida

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