Wissenswertes zu Glühbirnen

31. Januar 2013

Am 21. Oktober 1879 hatte Thomas Alva Edison, der gemeinhin als Erfinder der Glühlampe gilt, seine erste Glühbirne, die 40 Stunden leuchtete, fertiggestellt. Seit er diese 1880 patentieren ließ, hat sich die Technik jedoch stark weiterentwickelt und Alternativen zur herkömmlichen Beleuchtung hervorgebracht. Im Rahmen festgelegter Energieeinsparungen bis 2020 kam es EU-weit in den letzten Jahren etappenweise zum Ende der Glühlampe.

Nach 100-, 75- und 60-Watt-Birnen sind seit dem 1. September dieses Jahres nun auch 40- sowie 25-Watt-Glühlampen betroffen und Einzelhändler dürfen nur noch vorhandene Vorräte abverkaufen. War 2009 der Aufschrei über die Entscheidung der EU-Kommission noch groß, reagieren die Verbraucher mittlerweile recht gelassen, auch wenn sie sich langfristig umstellen müssen. Zu Hamsterkäufen kam es bislang nicht, was zum einen daran liegen mag, dass die Händler noch große Vorräte haben und zum anderen, dass die Verkaufszahlen für Glühbirnen seit Jahren stark rückläufig sind.

Alternativen zur Glühbirne

unterschiedliche-gluehlampenVon oben nach unten: Herkömmliche Glühbirne mit Glühfaden. Kompaktleuchtstofflampe („Sparbirne“). Glühbirne mit integrierter LED-Technologie.

Den Vorteilen moderner Lampen steht die Unsicherheit vieler Verbraucher gegenüber, was die Unterschiede der einzelnen Lampentypen angeht. Fest steht: moderne Lampen verbrauchen deutlich weniger Strom, was in Zeiten steigender Energiekosten kein zu vernachlässigender Faktor ist. Neben der günstigeren Energiebilanz weisen sie auch einen verringerten CO2-Ausstoß auf. Dem stehen andererseits die zum Teil immens höheren Anschaffungskosten entgegen. Weitaus abschreckender wirkt jedoch die unübersichtliche Produktpalette in Bau- und Elektrofachmärkten.Hartgesottene Verfechter des in die Jahre gekommenen Glühfadens können bei Online-Händlern nach wie vor 100-Watt-Birnen bestellen und wissen Gesetzeslücken zu nutzen. Erlaubt sind zum Beispiel besonders stoßfeste Spezialbirnen, wie sie etwa in Bergwerken gebraucht werden und die zunehmend auch im “normalen“ Handel erhältlich sind. Sie weisen jedoch einen schlechteren Wirkungsgrad als herkömmliche Glühlampen auf und sind zudem teurer.

Durchaus hartnäckig hält sich die Meinung, dass Alternativen zur herkömmlichen Glühlampe ein kaltes Licht verströmten. Dies stimmt jedoch nur bedingt. Richtig ist, dass der Lampenkauf komplizierter geworden ist. Reichte früher ein Blick auf die Watt-Zahl, um zu erkennen, wie hell eine Glühbirne leuchtete, müssen die Hersteller heute eine Vielzahl von Angaben auf die Verpackungen drucken. Es gibt deutliche Unterschiede bei Verbrauch, Helligkeit, Farbtemperatur, Farbtreue und der Schnelligkeit, mit der die volle Helligkeit erreicht wird.

Neben der Helligkeit, die in Lumen (lm) gemessen wird, ist vor allem die Farbtemperatur beim Lampenkauf ein entscheidender Faktor. Je höher der angegebene Lumenwert, desto heller das Licht. Je niedriger die Farbtemperatur, gemessen in Kelvin (K), desto wärmer ist die Lichtquelle. Schaltfestigkeit und Aufhellzeit sind weitere Punkte, die es zu beachten gilt.

Lampen, die im Flur oft ein- und ausgeschaltet werden, müssen besonders schaltfest, das heißt auf viele Schaltzyklen ausgelegt sein und schnell hell werden. Hier eignen sich Standard- Energiesparlampen nicht, da sie durch häufiges Ein- und Ausschalten verschleißen. Doch es gibt mittlerweile spezielle Energiesparlampen für solche Anwendungsbereiche.

Als Alternative zur liebgewonnenen Glühlampe kommt die Halogenlampe dem Licht von Glühbirnen besonders nah. Allerdings geht bei ihnen mehr als 90 Prozent der Energie als Wärme verloren. Modelle mit der niedrigen Effizienzklasse C werden ab dem 1. September 2016 ebenfalls aus dem Handel verbannt.

Alle Nachfolger der Glühlampe sind im Anschaffungspreis teurer, amortisieren sich aber durch die sinkenden Energiekosten und ihre längere Haltbarkeit. Dennoch gibt es auch große Preisunterschiede. Sehr teure Leuchtmittel lohnen sich nur dort, wo sie häufig und lange eingeschaltet sind.

Die Energiesparlampe

Die bekannteste Alternative zur herkömmlichen Glühlampe ist die Kompaktleuchstofflampe, umgangssprachlich auch Energiesparlampe genannt. Im Gasgemisch des Inneren treffen Elektronen auf Quecksilberatome und erzeugen ein unsichtbares, ultraviolettes Licht, das sich erst bei Kontakt mit der Innenbeschichtung beziehungsweise dem Leuchtstoff in sichtbares Licht verwandelt.

Beim Kauf sollte man besonders auf die Lichtfarbe und die Farbwiedergabe achten. Im Angebot sind Modelle mit kalt-weißem, warmweißem oder neutral-weißem Licht. Ein Nachteil ist nach wie vor, dass sie zum Teil ein diffuses Licht haben und Farben verfälscht wiedergeben. Vor allem Rottöne und Farben, die Rot enthalten, sind hier betroffen. Mittlerweile gibt es sogar eine Reihe von dimmbaren Modellen. Viele haben jedoch immer noch den Nachteil, dass sie lange brauchen, um ihre maximale Helligkeit zu erreichen.

Punkten können Kompaktleuchstofflampen mit ihrer guten Energiebilanz. Sie wandeln rund 25 Prozent des benötigten Stroms in Licht um. Zum Vergleich: Glühlampen nutzen nur fünf Prozent des verbrauchten Stroms für die Lichterzeugung. Der Rest verpufft bei ihnen als Wärme. Energiesparlampen verbrauchen bei gleicher Leistung mindestens 75 Prozent weniger Strom als Glühlampen.

Die Zukunft des Lichts

LED-Lampen gelten als zukunftsträchtig und vielseitig einsetzbar. Sie sind flexibel in Form und Farbe und haben eine kompakte Größe. Zudem sind sie frei von Schadstoffen wie Quecksilber. Licht Emittierende Dioden sind Halbleiterlichtquellen, bei denen Strom die Halbleiterkristalle zum Leuchten anregt.

Die Energiebilanz von LED-Lampen ist sehr gut. Eine 8-Watt-Lampe bringt es zum Beispiel auf die gleiche Lichtleistung wie eine 60-Watt Glühlampe, jedoch mit einer bis zu 90 prozentigen Energieeinsparung. Es wird so gut wie keine Wärmestrahlung abgegeben. Ihre Lichtleistung ist vergleichbar mit der einer Energiesparlampe. High-Power- LED-Lampen haben eine Lichtausbeute von 50 bis 60 Lumen pro Watt. Eine Glühlampe besitzt hingegen bloß 10, eine Halogenlampe 20 Lumen pro Watt. Da die technologischen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft sind, ist in den kommenden Jahren eine noch steigende Lichtausbeute zu erwarten.

LEDs punkten mit einer Lebensdauer von 25.000 Stunden und gehen am Ende ihrer Lebensdauer nicht einfach aus, sondern leuchten schwächer. Eine konstante und typengerechte Strom- und Spannungsversorgung vorausgesetzt, ist ihre vorzeitige Ausfallquote äußerst gering. Ihr Licht ist flackerfrei und sie sind stufenlos dimmbar.

LED-Lampen sind zwar unempfindlich gegenüber Erschütterungen und Vibrationen, nicht jedoch gegenüber hohen Temperaturen. Sie funktionieren besser und vor allem länger bei niedrigen Temperaturen, weshalb in warmen Umgebungen eine effiziente Wärmeableitung und ein Schutz vor Außen- und Umwelteinflüssen notwendig ist.

Damit Glüh und Halogenlampen ersetzt werden können, bieten diverse Hersteller sogenannte Retrofit-Lampen an. Diese besitzen einen Schraub- oder Stecksockel für die handelsüblichen Fassungen. Leider passen nicht immer die Leuchten zu den Reflektoren der bestehenden Lampe, sodass es zu einer veränderten Farbwiedergabe kommen kann. OLED heißt bereits die Nachfolge-Technologie der LED-Leuchte. Hierbei werden organische Materialien zum Leuchten gebracht und es kann ein sehr flächiges Licht erzeugt werden. Momentan sind Lichtausbeute und Lebensdauer jedoch noch zu gering, um ein attraktives Beleuchtungsangebot darstellen zu können.

Mit der richtigen Beleuchtung das Wohlbefinden steigern

Licht hat einen enormen Einfluss auf unseren Bio-Rhythmus. Helligkeit und Lichtfarbe können sich auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken. Gezielt eingesetzt können sogar Leistungsfähigkeit und Konzentration gefördert werden. Der Fachhandel berät daher über optimale Beleuchtungskonzepte für spezielle Anwendungsbereiche wie etwas Bibliotheken oder Büros. Aber auch für Privathaushalte ist eine richtige Planung der Beleuchtung ratsam.

Kaltes Licht von Energiesparlampen, dass oft als unangenehm empfunden wird, kann gesundheitliche Schäden hervorrufen, nachweislich vor allem Schlafstörungen. Dies liegt daran, dass kalt-weißes Licht, wie natürliches Tageslicht, einen hohen Blauanteil aufweist. Das blaue Licht unterdrückt am Abend und in der Nacht die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Schlafstörungen sind die Folge. Für die Abendbeleuchtung in Schlaf und Badezimmer ist es daher ratsam, den Blauanteil im Licht niedrig zu halten.

Wohin mit kaputten Leuchtmitteln?

Auch das längstlebige Leuchtmittel versagt irgendwann seinen Dienst. Anders als bei herkömmlichen Glühlampen ist bei der Entsorgung jedoch Einiges zu beachten. Viele Energiesparlampen enthalten geringe Mengen giftigen, flüssigen Quecksilbers. Dieses wird zunehmend jedoch durch die feste Quecksilberlegierung Amalgam ersetzt.

Quecksilber stellt vornehmlich eine Gefahr für Schwangere und Kinder dar, weswegen man aus Sicherheitsgründen dort auf bruchsichere Energiesparlampen, beispielsweise mit Silikon-Splitterschutz, zurückgreifen sollte. Bei normalem Gebrauch und richtiger Entsorgung stellen Energiesparlampen jedoch kein Risiko dar.

Zerbrochene Energiesparlampen mit Quecksilber müssen in einer geschlossenen Tüte entsorgt und das betroffene Zimmer gelüftet werden. Auch in nicht zerbrochenem Zustand sind sie ein Fall für den Sondermüll. LED-Lampen sind zwar gänzlich ungefährlich, gehören jedoch aufgrund ihrer Elektronikteile in den Elektroschrott. Einzig Halogenglühlampen können über den normalen Hausmüll entsorgt werden. Bei einer richtigen Entsorgung der betreffenden Leuchtmittel können 90 Prozent, der in den Lampen verbauten Wertstoffe wiederverwertet werden.

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