Foodwatch schaut hinter die Fassade

19. April 2012

Fotos von glücklichen Kühen und Landidylle prangen neben Prädikaten wie „ursprünglich“ und „naturbelassen“ – viele Lebensmittelhersteller haben den Trend erkannt und bewerben ihre Produkte als Erzeugnisse aus traditioneller, landwirtschaftlicher Herstellung.

Hinter vielen dieser Produkte verbirgt sich allerdings Industrieware aus herkömmlicher Massenfertigung, zu denen Begriffe wie „naturbelassen“ so gar nicht passen wollen. Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft einen kritischen Blick auf Produkte, die unter Begriffen wie „vom Land“ firmieren. Die Früchtetee-Mischung „Landlust Mirabelle & Birne“ der Firma Teekanne etwa wird mit Attributen wie „wie aus dem ländlichen Garten“ angepriesen. Tatsächlich besteht das Produkt überwiegend aus günstigen Standard-Zutaten wie Apfel, Hibiskus oder Hagebutte. Die Mirabelle prangt gut sichtbar auf der Verpackung, ist aber nicht enthalten: der Geschmack wird über nicht näher bezeichnete „natürliche Aromen“ erzeugt. Im Rahmen der Aktion „abgespeist“ können Verbraucher über die Webseite von Foodwatch eine vorformulierte Beschwerde an den Hersteller Teekanne versenden. Auch andere Firmen, die mit ähnlicher Strategie ihre Produkte anpreisen, hat Foodwatch im Visier. So wird etwa der Käse „Rotkäppchen Frischer Landrahm“ vom Hersteller als Produkt mit „handwerklicher Tradition“ bezeichnet, den „unsere Käsemeister“ mit „Liebe und Sorgfalt produzieren“. Tatsächlich steckt in dem Produkt ein nicht näher bezeichnetes Aroma, Farbstoff und Verdickungsmittel. Die Firma Böklunder bewirbt die „Echte Land-Bockwurst“ als Produkt „vom Lande“, macht allerdings weder zur genauen Herkunft des verwendeten Fleisches noch zu den Tierhaltungsstandards oder dem verwendeten Futter konkrete Angaben.

Das Formular zum Mitmachen sowie weitere Informationen zum Thema sind unter abgespeist.de zu finden.

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