Der Haltungstrainer PC 100 von Beurer im Test

Rückenproblemen vorbeugen – so gelingt’s!

06. April 2020

Rückenleiden sind leider auch hierzulande zur „Volkskrankheit“ avanciert: Circa 20,7 % der Verbraucher/-innen in Deutschland litten innerhalb des letzten Jahres mindestens drei Monate lang unter schwach bis stark ausgeprägten Rückenschmerzen. Obendrein lässt sich in den meisten Altersgruppen auch noch eine jährliche Steigerung dieses Anteils verzeichnen.1 Die Ursache der Rückenprobleme ist meistens in einer schweren Beanspruchung der Wirbelsäule und der einzelnen Bandscheiben zu sehen. Diese sind es nämlich, die beim Heben schwerer Gewichte in erheblichem Maße belastet werden können – insbesondere dann, wenn man nicht aus den Beinen, sondern aus dem Rücken heraus hebt. Doch auch wer nur innerhalb der Woche viele Stunden sitzend am Arbeitsplatz ausharren muss, setzt sich einem ausgesprochen hohen Risiko aus: Mittlerweile weiß man nämlich, dass auch normales Sitzen in der immer selben Sitzposition chronische Rückenschmerzen nach sich ziehen kann.2

Dabei ist es wirklich nicht schwierig, die Gesundheit seines Rückens zu pflegen – einerlei, ob man nun am Arbeitsplatz oder anderswo, etwa in den heimischen vier Wänden, sitzt. Hierzu sollte man sich nur an ein paar simple Tipps halten und vielleicht auch seine persönlichen Sitzgepflogenheiten verändern: Gerade diejenigen nämlich, die jeden Tag stundenlang sitzen müssen, sollten sich an einem dynamischen Sitzverhalten versuchen. Das heißt, dass man seine Sitzposition in regelmäßigen Abständen immer wieder verändern sollte, um seine Wirbelsäule nicht andauernd in ein und derselben Weise zu belasten. Darüber hinaus sollte man natürlich auch ein Mindestmaß an körperlicher Bewegung zu verwirklichen versuchen: Hierbei ist es schon ausreichend, in den Arbeitspausen ein paar Minuten hin und her zu schreiten. Wer es hier leichter haben möchte, kann den neuen PC 100 von Beurer zur Hand nehmen. Dieser soll das Sitzverhalten der Verbraucher/-innen durch spezielle Sensoren analysieren und anhand der jeweiligen Sensorwerte erkennen können, wie man sein Sitzverhalten weiter optimiert. Das Modell stellt also so etwas wie einen persönlichen Coach dar, der kontinuierlich neues Feedback über die 8sense-App darstellt und erklärt, wie man seinen Rücken in noch besserem Maße schonen kann. Wie der PC 100 diese Funktion wahrnimmt, hat das ETM TESTMAGAZIN in den letzten Wochen mit 12 Tester/-innen ausgiebig geprüft. Im Weiteren lesen Sie, wie das Modell arbeitet, wie es sich in verschiedenen Situationen handhaben lässt und – natürlich – wie „gut“ oder „schlecht“ man mit ihm die Gesundheit seines Rückens ausbauen kann.

Die wesentlichen Merkmale

  • Maße (Lmax × Bmax × Hmax): 6,0 × 2,4 × 1,1 cm
  • Gewicht: 14,0 g
  • Name der App: 8sense
  • Kompatibilität der App: iOs (ab Version 10.0, hier), Android (ab Version 5.0, hier)

Das Wesentliche

Für wen ist dieser Haltungstrainer geeignet?
Für all diejenigen, die stundenlang pro Tag sitzen müssen und ihre Sitzhaltung optimieren möchten.

Was ist bei dem Modell hervorzuheben?
Der Haltungstrainer lässt sich nur zusammen mit der kostenlosen App 8sense sinnvoll verwenden; bei der Sitzhaltungsoptimierung muss man sich schließlich an der App ausrichten.

Was ist an dem Modell weiterhin interessant?
Die App 8sense wird kontinuierlich weiterentwickelt, sodass im Laufe der Zeit immer wieder neue Funktionen eingepflegt werden.

Der Test im Überblick

Bewertungssiegel Beurer PC 100

Der PC 100 von Beurer hat zusammen mit der App 8sense ein Ziel: Er soll den Verbraucher/-innen in leicht verständlicher Art und Weise erklären, wie sie sich verhalten müssen, um ihren Rücken zu schonen und das Risiko für das Auftreten von Rückenproblemen zu vermindern. Das klappt prinzipiell auch wunderbar: Das Sitzverhalten wird analysiert und die Analysewerte werden anschließend anschaulich präsentiert. Obendrein erhält man konkrete Hinweise darüber, was man an seinem Verhalten unmittelbar ändern kann, um die Wirbelsäule nicht in allzu hohem Maße zu strapazieren. Wer sich an all diese Hinweise hält, kann sein Risiko, von Rückenleiden betroffen zu sein, tatsächlich vermindern.

Die Tester/-innen haben aber moniert, dass der PC 100 bzw. die mit ihm verbundene App leider nicht immer verlässlich arbeitet: Während des Tests verlor die App ab und an jegliche Funktion. Auch wenn es nicht regelmäßig zu solchen Fehlern kommt, ist mit ihnen doch eine erhebliche Beeinträchtigung des Bedienerlebnisses verbunden.

Lobend herauszustellen ist wiederum, dass man das Modell auch wunderbar am Arbeitsplatz verwenden kann. Lässt man die sporadischen Fehler einmal außen vor, ist der PC 100 einschließlich der App 8sense nämlich sehr leicht zu handhaben; das Modell ließ sich von allen Tester/-innen von vornherein intuitiv verwenden.

Dadurch, dass der PC 100 von Beurer in den einzelnen Testdisziplinen mal „befriedigende“ und mal „sehr gute“ Testnoten erzielt, kann ihm von uns letztendlich nur das Testurteil „gut“ (88,9 %) verliehen werden – so stark das Modell nämlich an vielen Stellen ist, so schwach ist die App leider an manch anderen.

Pro

  • „gute“ bis „sehr gute“ Handhabung
  • praktische Hinweise zur Prävention von Rückenproblemen

Contra

  • wiederholte Fehler vonseiten des Modells und der App 8sense

Größe, Gewicht und Co.

Der PC 100 wirkt immerhin dem Äußeren nach sehr unscheinbar: Er ähnelt äußerlich der Form eines Quaders mit überschaubaren Maßen von 6,0 × 2,4 × 1,1 Zentimetern (Lmax × Bmax × Hmax), wobei keine spitzen Ecken auszumachen sind. Das Gehäuse ist hellweiß und sehr stabil; in ihm lassen sich stellenweise hellsilbern-strahlende Elemente erkennen. Am Fuß ist ein Clip verbaut, über den sich das Modell mit swm Oberteil der Verbraucherin/des Verbrauchers (Blusen, Hemden, T-Shirts usw.) verbinden lässt. In Anbetracht seiner kompakten Maße und der zurückhaltenden äußerlichen Farb- und Formgestaltung springt das Modell niemandem in den Blick: Ferner ist es mit 14,0 g so leicht, dass es sich auch gewichtsmäßig nicht wirklich wahrnehmen lässt.

Der PC 100 aber kann seine Funktion nur dann verrichten, wenn er mit der App 8sense verbunden ist. Diese ist kostenlos erhältlich und kann sowohl mit Android- (ab 5.0, hier) als auch mit iOS-Smartphones bzw. -Tablets (ab 10.2, hier) verwendet werden. Die App und das Modell kommunizieren via Bluetooth; dies klappte im Test problemlos: Der Funkkontakt riss nicht auch nur einmal ab, wobei zu erwähnen ist, dass der PC 100 und das Smartphone bzw. Tablet natürlich von ein und derselben Person verwendet werden und daher immer in nächster Nähe zueinander stehen – daher bräuchte es hier keinen eindrucksvollen, sich über viele Meter stabil haltenden Funkkontakt. Dennoch maßen wir während des Tests eine maximale Funkreichweite von ~ 12 Metern, wobei auch eine vollmassive Steinmauer (B: ~ 50,0 Zentimeter) problemlos überwunden wurde. Auch wenn man also am Arbeitsplatz sein Smartphone bzw. Tablet einmal nicht bei sich haben sollte – bspw. beim Sprung hin zur Espressomaschine –, kann die App immer noch alle wesentlichen Analysewerte vom Modell empfangen.

Die Inbetriebnahme

Der Start des Trainers ist größtenteils leichtgängig: Hierzu muss nämlich nur eine Fingerkuppe in die ~ 1,2 cm messende Mulde an der Vorderseite des Modells gelegt werden. Nach ~ 1,4 s ist der PC 100 auch schon an. Das Modell stößt im selben Moment ein paar Vibrationen aus und lässt die Verbraucherin/den Verbraucher dadurch erkennen, dass der Trainer nun aktiv ist. Ausschalten lässt sich das Modell, indem die Fingerkuppe wieder ~ 1,4 s gegen die Ein-/Aus-Taste gelegt wird. Während des An- und Ausschaltens blinkt immer eine neben der Ein-/Aus-Taste positionierte LED: Nach dem Anschalten in hellem Grün, nach dem Ausschalten in ebenso hell leuchtendem Rot.

Anhand des Modelläußeren lässt sich nicht weiter erkennen, ob das Modell an oder aus ist. Um dies zu ermitteln, muss man die Ein-/Aus-Taste nur einmal antippen: Die Farbe der dann los strahlenden LED verrät den aktuellen Stand des PC 100: Grün heißt, dass er aktiv ist. Rot bedeutet, dass er inaktiv ist.

Anschließend muss man das Modell nur noch an sein Oberteil anklipsen; hierzu wählt man idealerweise eine Stelle in der Nähe des Nackenbereichs. Dies wird durch einen mechanischen Clip erleichtert, über den man das Modell schnell mit Blusen, Hemden, T-Shirts und Co. verbinden kann. An- und abklipsen lässt sich der Trainer innerhalb von ein paar Momenten – die Tester/-innen haben das Modell problemlos mit leichteren (Seide, Synthetik usw.) und auch mit schwereren Materialien (Leinen, Wolle usw.) verbinden können. Beachten muss man hierbei bloß eines: Die längere Seite des PC 100 muss immer nach innen weisen, da das Modell nur dann wirklich sicher sitzt. An alledem besteht nur ein Nachteil: Es kann passieren, dass sich der PC 100 durch eine Bewegung bisweilen ausstellen kann, etwa wenn man sich zurücklehnt und währenddessen die Ein-/Aus-Taste antippt, weil sich der Trainer zwischen oberer Rücken-/Schulterpartie und Stuhllehne einklemmt.

Nun muss man nur noch die App 8sense am Smartphone bzw. Tablet downloaden. Nach dem ursprünglichen Start der App ist noch eben ein Account bei 8sense zu erstellen: Hierzu muss man nur den Vor- und Nachnamen sowie die E-Mail-Adresse einpflegen. Danach verbindet sich der Trainer vollautomatisch per Bluetooth mit dem Smartphone bzw. Tablet. Während des Tests brauchte das Modell nur durchschnittlich ~5 Sekunden, um sich zu koppeln.

 

Der Betrieb

Der Trainer muss, nachdem man ihn am Oberteil angeklipst hat, kalibriert werden. Das ist ausgesprochen simpel: Nachdem von der App ein entsprechender Hinweis ausgegeben wird, muss man sich nur normal, mit geradlinigem Rücken hinsetzen, damit der Sensor sich im Weiteren an dieser Position orientieren kann. Das „Herzstück“ des Trainers ist nämlich nicht viel mehr als ein spezieller Sensor, der die Neigung des Oberkörpers erkennen und alle wesentlichen Daten weiter an die App schicken kann; sie ist es, die das Datenmaterial anschließend auswertet. Sobald der Sensor kalibriert worden ist, kann er die momentane Sitzposition der Verbraucherin/des Verbrauchers in den meisten Situationen sicher erkennen.

Durch 8sense werden eine Handvoll verschiedener Daten erhoben und in anschaulicher Art und Weise präsentiert:

1) Bewegungen: Hierbei handelt es sich um die Anzahl der vom Modell erkannten Körperbewegungen. Der PC 100 ist hier sehr sensibel: Während des Tests wurden beispielsweise auch maßvolle Neigungen des Oberkörpers nach vorne und nach hinten schon als Körperbewegungen verstanden.

2) Aufrechtphasen: Hier stellt das Modell die Anzahl derjenigen Phasen dar, in denen man normal, also mit empor stehenden Schultern sitzt. Das Modell nimmt als Maßstab diejenige Sitzposition, mit der man den PC 100 ursprünglich kalibriert hat: Auch, wenn der Winkel des Oberkörpers um 10,0° nach vorne oder nach hinten abweichen sollte, wird das vonseiten 8sense noch als normale Sitzposition verstanden. Die Dauer einer solchen Phase misst durchschnittlich ~ 1 Minute.

3) Zurückgelehnte Phasen: Hierbei handelt es sich um die Anzahl all derjenigen Phasen, in denen man seinen Oberkörper während des Sitzens um mehr als 10,0° nach hinten kippt, die obere Rücken-/Schulterpartie also beispielsweise gegen den Stuhl presst. Auch hier misst die Dauer einer solchen Phase durchschnittlich ~ 1 Minute.

4) Schritte: Hier veranschaulicht das Modell schließlich die Anzahl der von ihm erkannten Schritte.

So erhält man kontinuierlich Feedback zu seinem Geh- und Sitzverhalten und kann dadurch kontrollieren, ob und wo man vielleicht etwas ändern sollte.

Die in 8sense angegebenen Werte sind angesichts der hier verwendeten Messmethodik aber nicht vollkommen exakt: So kann die App beispielsweise eine der Aufrechtphasen (s. o.) abbrechen, wenn die Verbraucherin/der Verbraucher nur einen Moment die Schultern nach oben und zusammen zieht, ohne dass die Sitzposition währenddessen wirklich verändert würde; die Vibration im Oberteil versteht der PC 100 aber bisweilen als Körperbewegung, die eine Aufrechtphase beendet. Daher: Man sollte sich nicht sklavisch an den Werten orientieren, sondern sie vielmehr nur als Richtwert nehmen. Das reicht aber auch vollkommen aus, um seine Geh- und Sitzgepflogenheiten zu analysieren.

Leider aber verhält es sich auch mit den anderen Messwerten so: Dass der Schrittzähler nicht exakt die wirkliche Anzahl der Schritte darstellt, sondern von dieser um durchschnittlich 8,0 % abweicht, ist nicht ideal, aber immer noch akzeptabel. Ein immenses Störnis ist es allerdings, dass der Bewegungssensor im Test wiederholt Körperbewegungen erkannt haben will, die nie gegeben waren: Man konnte den PC 100 beispielsweise an Ort und Stelle abstellen, wo er – ohne auch nur einmal von den Tester/-innen berührt zu werden – verweilte und dennoch verzeichnete 8sense im Takt von 1 bis 3 Sekunden immer wieder neue Körperbewegungen. Hier wird deutlich, dass man der App und den Messwerten nicht voll vertrauen sollte – sie stellen vielmehr Trends dar.

Die Funktion der App erschöpft sich aber nicht allein darin, nur die vom PC 100 ermittelten Werte in anschaulicher Art und Weise darzustellen. Sie analysiert die von ihr erhaltenen Werte vielmehr und vermittelt den Verbraucher/-innen so ausdrückliches Feedback: Anhand dieses Feedbacks kann man sein Geh- und Sitzverhalten so anpassen, dass die Gesundheit des Rückens eher gepflegt wird. Die App verarbeitet alle von ihr erhaltenen Werte auch noch weiter zu einem die Fitness der Verbraucher/-innen abbildenden Gesamtwert – dem Office-Fitness-Wert. Hinter diesem eher schillernden Namen steht eine von 0 bis 100 % reichende Prozentzahl: Je höher sie ist, umso besser ist das Geh- und Sitzverhalten in puncto (Rücken-)Gesundheit am Arbeitsplatz. Dieser Wert wird auch noch mittels einer Kreisgraphik veranschaulicht, sodass man ihn sehr viel leichter verstehen kann. Die Tester/-innen lobten auch, dass in der Kreisgraphik verschiedene Farbsphären verwendet werden: Mit ihnen lässt sich in einem Mal erkennen, welcher Teil des Werts von dem individuellen Geh- und Sitzverhalten der Verbraucherin/des Verbrauchers zum einen und von der App zum anderen abhängig ist. So lässt sich ersehen, wie viel Mehrwert sich wirklich aus dem Trainer schöpfen lässt.

Der Office-Fitness-Wert dient aber nicht nur dazu, den Verbraucher/-innen schnell und simpel Feedback zu ihrem Geh- und Sitzverhalten am Arbeitsplatz zu bieten. Er erweitert die App vielmehr um eine kompetitive Dimension: Den Verbraucher/-innen wird nämlich ein Ansporn gegeben, ihren individuellen Wert kontinuierlich weiter zu erhöhen; damit dies aber passieren kann, muss man seine Geh- und Sitzgepflogenheiten während der Arbeit immer rückenschonender gestalten. Der Großteil der Tester/-innen war daher „motiviert“ (~ 17,7 %) bis „sehr motiviert“ (~ 66,7 %), den Hinweisen der App nachzukommen.

Hinzu kommt noch, dass man nicht nur den gegenwärtigen Office-Fitness-Wert, sondern auch diejenigen der Vergangenheit einsehen kann; obendrein lassen sich hier auch noch eine Handvoll anderer interessanter Werte nachlesen, wie beispielsweise die Zeit, über die das Modell schon getragen worden ist. Das erleichtert es zu kontrollieren, ob und wie sich die (Rücken-)Gesundheit mit dem PC 100 weiter verändert hat.

Die App stellt außerdem auch konkrete Hinweise dar, wie man seine Geh- und Sitzgepflogenheiten optimieren kann. Hierbei handelt es sich um mehrere leicht aus sich heraus verständliche Texte, von denen jeweils derjenige angezeigt wird, der nach der Analyse durch 8sense momentan am passendsten ist. So liest man hier beispielsweise regelmäßig, dass man die aktuelle Sitzposition ändern solle. Hier wird deutlich, wie sehr das Gespann aus PC 100 und 8sense die Funktion eines persönlichen Coaches einnimmt: Anhand des zuvor analysierten Geh- und Sitzverhaltens werden den Verbraucher/-innen konkrete Hinweise an die Hand gegeben, wie man die Wirbelsäule wirksam schonen kann.

Eine weitere Motivation wird dadurch gegeben, dass so manch Hinweis humorvollen Charakter hat. Hält man sich an die Hinweise oder pflegt man die Gesundheit seines Rückens anderswie, wie beispielsweise durch eine Steigerung des Bewegungspensums, spricht die App als virtueller Coach regelmäßiges Lob aus. Auch das dient der kontinuierlichen Weitermotivation der Verbraucher/-innen.

Die App empfiehlt eine Handvoll verschiedener Trainingsbewegungen, denen auch problemlos am Arbeitsplatz nachgegangen werden: Mit ihnen soll man schwerpunktmäßig seine Nacken-, Rücken- und obere Schultermuskulatur dehnen. Sehr schön ist, dass das Modell zusammen mit der App kontinuierlich prüft, ob man die empfohlenen Trainingsbewegungen auch wirklich korrekt ausübt.

Des Weiteren kann auch eine Aufrecht-Challenge absolviert werden. Deren Ziel besteht darin, eine vorbestimmte Zeitspanne (namentlich 5, 10 oder 15 Minuten) vollkommen geradlinig zu sitzen, idealerweise ohne dass diese Sitzphase auch nur einmal unterbrochen wird. Erkennt der Neigungssensor, dass der Oberkörper um ≥ 8° nach vorne oder nach hinten wankt, wertet das Modell dies als Fehler vonseiten der Verbraucherin/des Verbrauchers, der auch protokolliert wird. Hält man seine Sitzposition aber starr ein, belohnt die App dies, indem sie den persönlichen Office-Fitness-Wert erhöht.

Die App als solche ist spielerisch-leicht zu handhaben. All das, was man regelmäßig braucht, lässt sich direkt über die Hauptseite einsehen. Weitere Menüs sind erreichbar; dank der simplen Menüstrukturen kann man problemlos durch sie hindurch manövrieren. Erstaunlich ist nur, dass die Hauptseite keinen Button bietet, mit dem sich der PC 100 neu kalibrieren ließe. Einen solchen muss man vielmehr in den verschiedenen Menüs suchen. Dies erscheint in Anbetracht der Tatsache, dass man das Modell doch in regelmäßigen Abständen neu kalibrieren wird, nicht allzu durchdacht.

Die Tester/-innen stießen sich aber vor allem daran, dass 8sense nicht immer verlässlich arbeitet: Während des Tests stellte die App mehrmals jede Funktion ein; man musste sie immer wieder neu starten. Das passierte in einzelnen Testphasen ein jedes Mal nach Abschluss einer Aufrecht-Challenge. Nicht selten blieb auch der Timer, der die Aufrechtphasen und die zurückgelehnten Phasen stoppen soll, ohne jeden Anlass stehen; auch dies konnte nur durch Neustarts behoben werden. Nach einem Update kam es schließlich so weit, dass sich die App gar nicht mehr starten ließ, woran sich eine komplette Neuinstallation anschloss. Diese Probleme stellten sich mit aktuellen Android- und iOS-Smartphones mit neuester Firmware; sie waren nach Art und Ausmaß nicht vom jeweiligen Betriebssystem abhängig. All dies schränkt den an sich allemal bestehenden Mehrwert des PC 100 deutlich ein: Schließlich weiß man nie, ob das Modell wirklich ohne Fehl und Tadel arbeitet; die aus der App heraus zu lesenden Werte bilden die Wirklichkeit nun einmal nicht immer akkurat ab. Immerhin wird die App in regelmäßigen Abständen aktualisiert, sodass sich die allermeisten Fehler nach und nach lösen lassen sollten – wir aber können hier selbstverständlich nur an den eher durchwachsenen status quo während des Tests anknüpfen.

Sonstiges

Wenn der Akku des PC 100 leer und daher neu zu laden ist, muss man das Modell nur schnell ans Stromnetz anschließen; während des Ladevorgangs wird der aktuelle Ladestand auch immer in der App angegeben. So weiß man immerhin in etwa, wie viel Zeit der weitere Ladevorgang noch in Anspruch nehmen wird. Apropos Ladevorgang: Den stößt man an, indem man den USB-2.0-Adapter ans Modell und diesen anschließend mit einem passenden USB-2.0- oder USB-3.0-Anschluss verbindet. Der PC 100 kommt von Werk aus auch mit einem üppigeren USB-2.0-Kabel daher, das in den allermeisten Haushalten voll ausreichen sollte (Lmax: 30,0 Zentimeter). Der Stromverbrauch ist mit nur durchschnittlich ~ 0,09 Watt sehr maßvoll. Im Test dauerte der Ladevorgang im Durchschnitt 109 Minuten und 23 Sekunden.

Das Modell enthält eine Bedienungsanleitung, welche die Inbetriebnahme des Modells in kurzer, knapper, aber wunderbar-anschaulicher Art und Weise erklärt – auch wird erläutert, wie man den PC 100 mit dem Smartphone resp. Tablet koppelt. Lässt man einmal außen vor, dass die einzelnen Zeichen (Buchstaben, Zahlen usw.) etwas klein sind, ist die graphische Gestaltung der Bedienungsanleitung großartig; sie wartet außerdem mit unterstützenden Graphiken auf. Die App 8sense selbst bietet auch so manch Tutorials, in denen veranschaulicht wird, wie man den PC 100 zu handhaben hat.

Die Material- und Materialverarbeitungsqualität des Modells ist ordentlich: Während des Tests ließen sich keine äußeren Makel an den Testexemplaren erkennen; nach vier Wochen war auch noch kein Materialverschleiß wahrzunehmen. Das Modell widersteht normalen Strapazen, zu denen es beispielsweise am Arbeitsplatz der Verbraucher/-innen kommen kann, schadlos. Selbst der Clip, mit dem man den PC 100 ans Oberteil klipst, ist außerordentlich stabil.

Technische Daten

Hersteller/Modell Beurer PC 100
Maße des Modells (Lmax × Bmax × Hmax) 6,0 × 2,5 × 7,2 cm
Gewicht des Modells 14,0 g
Art der Hinweise Vibration, App
Name der App 8sense
Kompatibilität der App iOs (ab Version 10.0, hier),
Android (ab Version 5.0, hier)
Was stellt die App dar? 8sense (Verhaltensanweisungen),
Anzahl der Phasen in aufrechter Sitzhaltung,
Anzahl der Bewegungen,
Office-Fitness-Wert,
Anzahl der zurückgelegten Schritte,
Anzahl der Phasen in zurückgelehnter Sitzhaltung
Typ des Akkumulators Lithium-Ionen
Stromverbrauch während des Ladens (durchschn.) 0,09 W
Dauer des Ladevorgangs (durchschn.) 1:49:23 h

Bewertung

Hersteller/Modell % Beurer PC 100
Funktion 45 80,0
Sensoren (Bewegung, Neigung usw.) 50 85,0
App 50 75,0
Bedienung 45 95,8
Haltungstrainer 40 95,0
App 40 96,0
Bedienungsanleitung 20 97,0
Material-/Materialverarbeitungsqualität 10 98,0
Bonus / Malus
Preis in Euro (UVP) 99,99
Durchschnittlicher Marktpreis in Euro 82,74
Preis-/Leistungsindex 0,93
Gesamtbewertung 88,9 % („gut“)

Bewertungssiegel Beurer PC 100

Wie haben wir geprüft?

Funktion (45 %)

Hier haben die Tester/-innen beurteilt, wie der PC 100 und die App 8sense ihre Arbeit verrichten. Daher wurde während des Tests kontinuierlich ermittelt, wie verlässlich die einzelnen Sensoren in dem Modell verschiedene Phasen ohne und mit Körperbewegungen erkennen können. Die Tester/-innen haben während des Tests wiederholt eine Handvoll verschiedener Situationen simuliert, um die Funktionalität des Modells bei eher leichten Körperbewegungen zum einen und bei eher starken Körperbewegungen zum anderen kontrollieren zu können. Währenddessen wurde erhoben, ob die App die einzelnen Phasen wirklich so abbildet, wie sie von den Tester/-innen simuliert worden sind. Weiterhin wurden auch die Funktionen der App unter Würdigung des Mehrwerts, den Verbraucher/-innen aus ihnen ziehen können, geprüft und bewertet.

Bedienung (45 %)

Hier wurde erhoben, wie sich das Modell in Betrieb nehmen und während des Betriebs bedienen lässt – auch und vor allem unter Würdigung der App 8sense. Die Tester/-innen haben während des Tests beurteilt, wie leicht- oder schwergängig sich die verschiedenen Funktionen des Modells in der App ansteuern lassen, wie die App alle wesentlichen Werte veranschaulicht und wie die Menüstrukturen in der App aussehen. Wie man den PC 100 an Textilien aus verschiedenen Materialien anklipsen und mit dem Smartphone resp. Tablet koppeln kann, wurde noch darüber hinaus bewertet. Währenddessen wurde auch die Stabilität des Funkkontakts außer- und innerhalb des Haushalts geprüft. Schließlich wurde auch noch die von Werk aus mitenthaltene (deutschsprachige) Bedienungsanleitung beurteilt: Sie sollte alle wesentlichen Themenkreise rund ums Modell und die App in einer leicht verständlichen Art und Weise abhandeln. Durchschnittliche Verbraucher/-innen sollten nach der Lektüre imstande sein, das Modell und die App bestimmungsgemäß zu verwenden.

Material-/Materialverarbeitungsqualität (10 %)

Hier haben die Tester/-innen ermittelt und beurteilt, welche Materialien in dem Modell verwendet und in welcher Art und Weise sie miteinander verbunden worden sind. Es sollten sich keinerlei äußere Makel (erhebliche, nicht-einheitliche Spaltmaße, einschneidende Kantenlinien usw.) erkennen lassen. Die Materialien sollten außerdem so stabil sein, dass sie den normalen Strapazen in Verbraucher/-innen-Haushalten schadlos widerstehen können. Am Ende des mehrere Wochen dauernden Tests wurden Art und Ausmaß des Materialverschleißes geprüft.

Fußnoten

1 Vgl. Robert Koch-Institut (Hrsg.): Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Nr. 53. Rückenschmerzen. Berlin 2012, S. 13 (hier).

2 Vgl. Bontrup, C.; Taylor, W. R.; Fliesser, M.; Visscher, R.; Green, T.; Wippert, P.-M.; Zemp, R.: Low back pain and its relationship with sitting behaviour among sedentary office workers. In: Applied Ergonomics 81 (2019).

Getestete Produkte

  • Beurer PC 100
/www/htdocs/w00bc79c/domains/2018_etm-testmagazin-de