8 Rauchmelder im Vergleichstest

Kleine Lebensretter, große Wirkung

28. November 2019

Ein Haus- oder Wohnungsbrand stellt wohl eines der schlimmsten Schreckensszenarien dar, die man sich nur vorstellen kann. Schließlich ist’s nicht nur das Hab und Gut, das in den Flammen verloren werden kann; auch Leib und Leben werden vom Feuer verzehrt. Leider sind solche Brände noch immer allgegenwärtig: Den aktuellen Statistiken nach kommt es alljährlich zu ~200.000 solcher Brände in Deutschland; dabei verlieren ~400 Menschen pro Jahr ihr Leben. Dass die Anzahl der Brandopfer von Jahr zu Jahr weiter abnimmt, ist wohl größtenteils dem Gesetzgeber zu verdanken: Schließlich ist man mittlerweile in allen Bundesländern verpflichtet, in bestimmten Zimmern Rauchmelder zu installieren; welche Zimmer das je und je sind, ist wiederum bundeslandabhängig. Wir haben in den vergangenen Wochen 8 Rauchmelder geprüft. In diesem Test lesen Sie, wie schnell die einzelnen Modelle den Rauch erkennen, wie laut ihr Alarm jeweils ist, bei welchen Rauchmeldern es vermehrt zu Fehlalarmen kommen kann und vieles mehr.

Die wirkliche Gefahr bei einem Haus- oder Wohnungsbrand ist nicht im heißen Flammenmeer zu sehen; es ist vielmehr der aus den Flammen emporquellende Rauch, der die meisten Menschen in den Tod reißt. Schließlich reicht’s schon aus, wenn man den Kohlenmonoxid-reichen Rauch ein paar Mal inhaliert, um das Bewusstsein zu verlieren. Ganze ~95,0 % aller Opfer sind, wenn man’s präzis nehmen will, bloß Rauchopfer; die allermeisten von ihnen (~70,0 %) werden während des Schlafes überrascht, wo man den Rauch nicht riechen und daher nicht aus dem Haus bzw. der Wohnung rennen kann. Diese Zahlen lesen sich erschreckend. Glücklicherweise allerdings können Rauchmelder hier Leben retten. Solche können schließlich den hochwabernden Rauch erkennen und schnell einen optischen und vor allem auch akustischen Alarm ausstoßen. Übrigens: Das Gesetz sieht hier eine Minimal­lautstärke von 85,0 dB(A) aus einem Abstand von 3,0 m vor. Dadurch werden alle Haushaltsangehörigen verlässlich über die Notsituation unterrichtet.

Alle Rauchmelder im Test sind reine Rauchmelder und keine Kombinationsmelder, die obendrein noch Hitze und/oder Kohlenmonoxid erkennen können. Solche Kombinationsmelder, die bspw. nur dann einen Alarm auslösen, wenn sie sowohl Rauch als auch Hitze zur selben Zeit bemerken, empfehlen sich vor allem in der Küche: Ein normaler Rauchmelder der hier vertretenen Art könnte nämlich auch bei Wasserdampf, der in der Küche ja regelmäßig entsteht, einen Alarm anstoßen. Bei den von uns geprüften Modellen ist der Akku in nicht auswechselbarer Art und Weise verbaut; dieser Akku soll den Herstellern nach ~10 Jahre halten. Sobald der Akku erschöpft ist, muss also ein jedes Mal ein neuer Rauchmelder erworben werden. Das allerdings ist angesichts der ausgesprochen hohen Haltbarkeit des Akkus nicht allzu schlimm. Ansonsten sind die kleinen Geräte relativ pflegeleicht: Sie müssen nur regelmäßig von Staub gereinigt werden; außerdem empfiehlt sich gleichzeitig eine Kontrolle der Funktionalität, die bloß einen Tastendruck voraussetzt.

Rauchmelder – Aufbau und Funktion

Bei allen Modellen im Test handelt es sich um photoelektrische Rauchmelder. Diese bestehen aus einem das innere System von der Außenwelt abschirmenden Gehäuse A, in das der Rauch nur durch einen schmalen Einlass B hineingelangen kann; der Einlass sollte idealerweise mit einem Schutz (bspw. in Gestalt eines Gitters) versehen sein, sodass sich keine herumschwirrenden Hausstaubpartikel im Rauchmelderinneren absetzen können. Hier nämlich ist die Leuchtdiode C installiert, die in regelmäßigen Abständen Lichtstrahlen aussendet. Wabert der Rauch (Partikeldurchmesser: 1 nm – 1 µm) nun durch den Einlass in den Rauchmelder, kommt es zu einer Brechung des jeweils emittierten Lichts, das nun gegen die Photolinse D stößt. Dies bemerkt der Rauchmelder und löst schließlich einen Alarm aus, der vor allem aus einem in kurzen Abständen wiederholt ausgegebenen, „hellen“ und lauten Ton besteht; zur selben Zeit blinkt die LED sehr viel schneller als im Normalzustand, wo sie nur das ordnungsgemäße Funktionieren des Geräts verdeutlichen soll. Betrieben wird der Rauchmelder mit einer nicht auswechselbaren Batterie E, die laut Hersteller ~10 Jahre halten soll.

Alle von uns geprüften Modelle haben bloß eine Taste. Normalerweise, also außerhalb einer Alarmsituation, kann man mit ihr einen Probealarm auslösen, um die Funktionalität des Rauchmelders zu kontrollieren. Während eines Alarms wiederum kann man diesen per Tastendruck wieder abstellen, etwa wenn es sich nur um einen Fehlalarm handeln sollte. Anschließend kann der Alarm in den nächsten ~9 bis 10 min nicht wieder anspringen, wobei manche Modelle auch vorher wieder aktiv zu werden pflegen, wenn sie ein erhebliches Mehr an Rauch verzeichnen sollten. Stellt man den Alarm nicht manuell ab, lässt aber das Ausmaß an Rauch nach, schaltet der Rauchmelder den Alarm nach einer bestimmten Zeitspanne von selbst ab. Manche Modelle bieten allerdings einen Alarmspeicher, der durch ein schnelleres Blinken der LED anzeigt, dass ein Alarm ausgelöst worden ist.

Ein paar Modelle sind auch mit einem Schmutzsensor versehen, der das Ausmaß der jeweils gegebenen Verschmutzung innerhalb des Gehäuses misst und daran anknüpfend die Empfindlichkeit der Photolinse anpasst. Damit das normale Blinken der LED niemanden während der Nachtruhe stört, können sich manche Rauchmelder durch einen speziellen Nachtmodus hervorheben: Bei diesen Modellen nämlich blinkt die LED während der Nachtstunden nur anlässlich eines Alarms.

Montiert wird ein Rauchmelder, indem man seine Montageplatte F an der Decke anschraubt oder – so immerhin bei manchen Modellen – anklebt. Den Rauchmelder kann man anschließend per Drehbewegung mit der Montageplatte verbinden und ihn anschließend ebenso leicht wieder ablösen. In den meisten Fällen ist das Modell nur dann aktiv, wenn es mit der Montageplatte verbunden ist; löst man es von ihr ab, wird es inaktiv und kann problemlos anderswohin getragen werden (… ohne jegliche Besorgnis, versehentlich einen Testalarm auslösen zu können).

Installation

In Deutschland ist die Installation von Rauchmeldern in einzelnen Räumen schon von Gesetzes wegen verpflichtend. Diese gesetzliche Pflicht gilt übrigens nicht nur bezüglich neuer oder renovierter Bauwerke; auch in allen anderen Häusern ist man zur Installation von Rauchmeldern verpflichtet. Eine Ausnahme bilden allerdings die Bundesländer Berlin und Brandenburg, in denen Altbauwerke erst bis zum Ende des Jahres 2020 mit Rauchmeldern versehen werden müssen; in Sachsen wiederum bleiben Altbauwerke nach jetzigem Stand vollkommen „verschont“.

Die Rauchmelderpflicht knüpft allerdings nicht an alle Räume, sondern nur an diejenigen an, in denen Personen schlafen. Außerdem müssen Rauchmelder auch in solchen Fluren installiert werden, die während eines Brandes der Flucht aus dem Haus dienen. Auch hier kommen Berlin und Brandenburg wieder in den Genuss einer Spezialregelung, nach der in allen dem regelmäßigen Aufenthalt von Menschen dienenden Räumen mit Ausnahme von Küche und Badezimmer Rauchmelder installiert sein müssen, also etwa auch im Wohnzimmer. Es ist aber aus Gründen der Vorsicht immer empfehlenswert, noch mehr Räume mit Rauchmeldern zu überwachen; besonders ratsam kann dies in Räumen sein, die seltener betreten werden (Keller, Dachboden etc.), da ein Feuer an solchen Stellen ansonsten vielleicht zu spät entdeckt wird.

In der Küche und im Badezimmer sollten indes keine Rauchmelder installiert werden – hier entsteht regelmäßig zu viel Wasserdampf, der bis ins Rauchmelderinnere wabern, das Licht brechen, die Photolinse „anstoßen“ und einen Alarm auslösen könnte. Wer auch diese Räume überwachen möchte, kann sich eines speziellen Kombimelders oder eines Rauchmelder mit präventiver Stummschalt-Funktion bedienen.

Ein Rauchmelder muss an der Decke des jeweiligen Raumes installiert werden, wobei man einen Mindestabstand von ~50 cm zu Objekten aller Art einhalten sollte. Auch in der Nähe von Fenstern kann die Funktionalität wegen des an solchen Stellen gegebenen Luftzugs beeinträchtigt sein. Detaillierte Hinweise zu der Standortwahl sind vereinzelt auch in den Bedienungsanleitungen der einzelnen Rauchmelder zu lesen.

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