Toast-Geschichte(n)

27. November 2017

Die Geschichte des Toasts kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Getoastet wurde bereits im alten Ägypten. Mit Zangen, Gabeln oder Degen – geröstet wurde über dem offenen Feuer oder auf heißen Steinen. Mit den Römern wanderte das geröstete Brot dann vermutlich auf die britischen Inseln. Dort wurde der Toast nicht nur als schmackhafter Snack beim geselligen Beisammensein gereicht, sondern verwandelte sich darüber hinaus im Lauf der Zeit zum traditionellen Trinkspruch.

Die Entstehung des Toasters, wie wir ihn heute kennen, begann schließlich mit der Elektrifizierung und den zwei entscheidenden folgenden Fragen:
1. Wie lässt sich eine Scheibe Brot beim Rösten mühelos wenden, ohne dass man sich die Finger verbrennt oder vom Schlag getroffen wird?
2. Wie kann man einen Draht als Widerstand nutzen, ohne diesen (wie dies in der bereits bewährten Glühlampe geschah) in einem Vakuum verschließen zu müssen?“

Der Durchbruch kam 1906 mit der Patentierung der Chrom-Nickel-Legierung. Albert Marshs sogenanntes „Chromel“ sollte das Herzstück des Toasters bilden. Seine Legierung ermöglichte die Herstellung von Heizdrähten, die weder Funken schlugen noch qualmend abfackelten. Zudem konnten sie viele Male hintereinander erhitzt und wieder abgekühlt werden.

Wem letztlich die führende Rolle bei der Herstellung des ersten Toaster gebührte, ist bis in die heutige Zeit ein Streitpunkt zwischen diversen englischen und amerikanischen Unternehmen geblieben. Sicher ist, dass im Jahr 1908 der erste kommerzielle Siegeszug des Toasters begann. Frank Shailors D-12 Einstecktoaster verkaufte sich millionenfach in den USA, bevor er im Anschluss Europa eroberte.

Seinen nächsten Boom erlebte der Toaster in den zwanziger und dreißiger Jahren. Kein Wunder, dass der Toaster in dieser Epoche, die Technik und Design auf kunstvolle wie funktionale Weise miteinander verknüpfte, mit einer enormen Formenvielfalt auf den Markt strebte. So entstanden in dieser Zeit Einsteck-, Klemm- und Wendetoaster. Es wurden Dreh- oder Karusselltoaster kreiert. Flachbett-, Kipptoaster wurden auf den Markt geworfen. Sogar ein Durchfahrttoaster. der sich am Konzept des Fließbandes orientierte, wurde konstruiert.

Auch der heutige Standard – der sogenannte Pop-up-Toaster – wurde in dieser innovativen Zeit entworfen und realisiert. Ab 1926 produzierte die Firma Toastmaster den ersten Auswurftoaster für den Massenmarkt. Er besaß bereits eine Zeitbegrenzungskontrolle für den gewünschten Grad der Bräunung. Wenn das Toastbrot den vorgewählten Zeitpunkt erreichte, wurde es kräftig herausgestoßen. Eine Technik, die auf reges Interesse stieß. Die Reklame versprach: „Diese erstaunliche neue Erfindung röstet jedes Mal den vollkommenen Toast! Ohne sich zu drehen! Ohne zu brennen!“ Der erste automatische Toaster war auf dem Markt.

Den kompletten Markt erobern, konnte das Modell allerdings noch nicht, da er die Toastbrote nicht nur auswarf, sondern gleich Raketen in den Küchenkosmos katapultierte. Noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein sollte es dauern, dann aber hatte sich der Pop-Up-Toaster als heutiger Standardtoaster in den modernen Küchen der Welt etabliert.