Rhabarber – Fruchtiger Genuss im Frühjahr

25. Mai 2016

Nach einem durchwachsenen Winter sehnen sich die meisten Menschen nach dem Sommer, der Sonne und köstlichen frischen Früchten. Leider ist das erste, hierzulande kultivierte Frischobst erst gegen gegen Ende des Frühlings erhältlich. Glücklicherweise gibt es mit dem Rhabarber ab April ein fruchtigsäuerliches Gemüse, das eine willkommne Abwechslung zur traditionell deftigeren winterlichen Küche darstellt.

Der Rhabarber ist mittlerweile seit über 150 Jahren ein gängiger Bestandteil der deutschen Küche. Doch bevor er in Europa ankam, musste das Knöterichgewächs eine lange Reise auf sich nehmen. Ursprünglich aus dem Himalaja, reiste der Rhabarber über China und Russland im 18. Jahrhundert nach Mitteleuropa. Erst 1848 wurde er in Hamburg gewerbsmäßig angebaut und breitete sich von dort immer weiter bis in den Süden Deutschlands aus.

Ist Rhabarber Obst oder Gemüse?

Eine Befragung der Bevölkerung darüber, ob der Rhabarber eine Gemüse- oder Obstsorte ist, würde zweifelsohne gemischte Resultate ergeben. Während der Rhabarber rein äußerlich eher an ein Gemüse erinnert, lässt der fruchtig-säuerliche Geschmack eher ein Obst vermuten. Auch der übliche Verwendungszweck des Rhabarbers erinnert eher an gängige Obstsorten. Schließlich bereitet man aus ihm üblicherweise Kuchen, Konfitüre, Kompott und sogar Saft und Most zu. Eher selten isst man ihn wie ein klassisches Gemüse als Beilage. Dem entgegen steht der Anbau des Rhabarbers: Wie ein Gemüse wird er in den Boden gepflanzt und kann dann lediglich wenige Jahre geerntet werden; ganz anders also als klassische Obstbäume oder -sträucher. Doch was ist der Rhabarber nun eigentlich? Ein bisschen Wahrheit steckt wohl in beiden Antworten. Während das Knöterichgewächs rein botanisch gesehen nämlich tatsächlich ein Gemüse ist, ordnen selbst viele Supermärkte den Rhabarber in die Obstabteilung ein, da er mehrheitlich als solches verwendet und somit auch gemeinhin als solches angesehen wird.

Wenig Kilokalorien

Im Frühjahr beginnt nicht nur die Rhabarberernte, sondern gemeinhin auch der Kampf gegen den Winterspeck. Wer seine Ideal-Form schneller erreichen möchte, sollte beides miteinander kombinieren, denn Rhabarber schmeckt nicht nur frisch und süß, er hat auch einen ausgesprochen geringen Kaloriengehalt. So enthalten 100 Gramm Rhabarber gerade einmal 14 Kilokalorien. Ganz nebenbei lässt sich durch den Verzehr außerdem noch der Bedarf an Vitamin C, Kalium, Phosphor und Eisen decken.

Ist zu viel Rhabarber giftig?

Obgleich Rhabarber sehr gesund ist und nicht nur wenig Kalorien, sondern auch reichlich Vitamin C, Kalium, Phosphor und Eisen enthält, steht er immer wieder in der Kritik, giftig zu sein. Schuld daran ist der Oxalsäuregehalt, der mit 460 Milligramm pro 100 Gramm recht hoch ist. Oxalsäure bindet sich an Mineralstoffe, die dann nur noch eingeschränkt aufgenommen werden können.

Ein Großteil des Stoffs wird durch die Nieren wieder ausgeschieden. Sammelt sich jedoch zu viel davon an, können die entstehenden Kristalle sich festsetzen und zu unangenehmen Nieren- und Blasensteinen führen.

Auch die Zähne können durch die Säure in Mitleidenschaft gezogen werden. Aus diesem Grund sollte man mit dem Putzen auch mindestens eine halbe Stunde warten, sonst werden die Zähne zusätzlich angegriffen. Um den Oxalsäuregehalt so niedrig wie möglich zu halten, empfiehlt es sich, den Rhabarber möglichst früh in der Saison zu konsumieren.

Wer noch im späten Frühjahr in den Genuss des Gemüses kommen möchte, sollte den Stiel unbedingt vorher schälen. Außerdem sollten die Blätter immer entfernt, nur der rötliche Teil des Stiels und dieser vorher immer abgekocht werden.

Rhabarber im heimischen Garten anbauen

Rhabarber ist ein recht anspruchsloses Gemüse und kann daher auch ab Oktober problemlos im eigenen Garten angebaut werden. Ein sonniges Plätzchen ist vorzuziehen, um besonders dicke Stängel zu erhalten. Außerdem benötigt die Pflanze recht viel Wasser, da über die großen Blätter sehr viel Feuchtigkeit wieder an die Umwelt abgegeben wird. Beim Einpflanzen sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzen mindestens einen halben Meter Abstand zueinander zur Verfügung haben. Die Ernte kann dann bis zu acht Jahre lang jedes Jahr erfolgen. Nach dieser Zeit sollte das Gemüse jedoch umgesetzt werden und die Anbaustelle sollte etwa sieben Jahre lang ruhen.

Rhabarber ernten

Die Erntesaison des Rhabarbers ist natürlich auch vom Wetter abhängig, grundsätzlich beginnt sie jedoch meist im April und zieht sich bis in den Juni. Als Stichtag für das Ende der Ernte gilt der 24. Juni (Johannistag). In etwa ab diesem Zeitpunkt erhält der Rhabarber einen Wachstumsschub und bildet bereits Reserven fürs nächste Jahr, die – nicht zuletzt aufgrund ihres erhöhten Oxalsäuregehalts – nicht abgeerntet werden sollten. Erntereif ist das Gemüse, wenn sich das Gewebe nicht mehr wellt. Dann können die Stängel vorsichtig möglichst weit unten herausgedreht werden. So wachsen sie im nächsten Jahr nach und bescheren dem Hobbygärtner erneut köstlichen Rhabarber.

Ideen für die Zubereitung

Rhabarberjoghurt

Dank des fruchtig-säuerlichen Geschmacks von Rhabarber eignet er sich auch sehr gut zum Verzehr mit Joghurt. Besonders köstlich schmeckt er in Kombination mit Erdbeeren und etwas Bourbon Vanille.

Salate mit Rhabarber verfeinern

Selbstverständlich kann das leckere Gemüse auch in Form eines köstlichen Salats verzehrt werden. Wegen seines einzigartigen Geschmacks ist der Rhabarber sowohl mit knackigen Gemüse- als auch mit frischen Obstsorten im Salat kombinierbar.

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