Hafer, Kokos, Mandel, Soja & mehr
Die JURA C9 kann pflanzliche Milchalternativen schäumen!
24. April 2026
Dieser Artikel knüpft inhaltlich an unseren aktuellen Test der JURA C9 an, der im ETM TESTMAGAZIN 05:2026 erschienen ist; den einschlägigen Testbericht, in dem wir das Gebrauchserlebnis, die Qualität des Mahl-, Brüh- und Schäumvorgangs uvm. abhandeln, können Sie hier kostenlos lesen! Ursprünglich haben wir die Schäumleistung der JURA C9 nur beim Gebrauch Modell klassisch-konventioneller Milch geprüft. Gerade angesichts der immer weiter wachsenden Beliebtheit pflanzlicher Milchalternativen aus Getreiden, Nüssen & Co. haben wir es allerdings nicht bei unseren ursprünglichen Tests bewenden lassen; wir haben vielmehr auch noch geprüft, wie leistungsfähig das Milchsystem der JURA C9 (HP1/CX1) beim Schäumen pflanzlicher Milchalternativen wirklich ist. Dies hier gegebene Leistungskraft veranschaulichen wir beispielhaft anhand von Kokos-, Mandel- und Sojadrink – verknüpft mit den Eindrücken, die wir von Stabilität, Volumen usw. erhielten; am Ende des Artikels empfehlen wir übrigens eine spezielle pflanzliche Milchalternative, die all denjenigen willkommen sein dürfte, die den größtenteils neutralen Geschmack klassisch-konventioneller Milch präferieren.
Die Temperatur muss passen!
Ein wesentliches Merkmal, das unmittelbar in die Qualität des Schaums einspielen kann, ist die Temperatur der pflanzlichen Milchalternative im Moment des Schäumvorgangs. Grundsätzlich empfiehlt sich eine verhältnismäßig niedrige Temperatur von max. ≈ 8 °C, um sicherzustellen, dass die pflanzliche Milchalternative während des Schäumens nicht allzu heiß wird; schließlich kann das Geschmacksprofil in erheblichem Maße leiden, wenn außerordentlich hohe Temperaturen erreicht werden. Daher sind wir den Schäumvorgängen mit Kokos-, Mandel- und Sojadrink jeweils bei einer Temperatur von ≈ 8 °C nachgegangen; der Schaum wurde ein jedes Mal in ein Glas mit einer ursprünglichen Temperatur von ≈ 20 °C ausgegeben. Wir haben die JURA C9 bei unseren Tests nur die pflanzlichen Milchalternativen schäumen lassen, um die Schäumleistung des Modells als solche beurteilen zu können; dies ist durch die Wahl von Milchschaumportion und einem ≈ 45 s dauernden Schäumvorgang erfolgt.
Kokosdrink
Kokosdrink – ≈ 0,1 % Eiweiß
Kokosdrink ist angesichts seines ausgesprochen geringen Eiweißanteils von ≈ 0,1 % sehr dünn, ähnelt also vielmehr weißlichen Wasser. Gerade deshalb erzielt der Schaum aus Kokosdrink auch nur ein außerordentlich schwaches Volumen. Darüber hinaus ist auch die Textur des Schaums eher durchwachsen: Er wird niemals wirklich viskos. Nach nur ≈ 45 – 60 s kommt es regelmäßig zu einer erheblichen Beeinträchtigung des ohnehin überschaubaren Volumens: Gerade angesichts der hier gegebenen Grobporen brach der Schaum zu einem Großteil ein.
Mandeldrink
Mandeldrink – ≈ 0,4 % Eiweiß
Ähnlich stellt sich der Schaum aus Mandeldrink dar, vor allem weil er nur einen ähnlich geringen Eiweißanteil von ≈ 0,4 % vorweisen kann: Auch wenn der Schaum minimal voluminöser wird, stellt sich die Textur noch immer als sehr durchwachsen dar. Schließlich kann auch dieser Schaum niemals viskos werden; ein Großteil des Mandeldrinks ähnelt auch nach dem Schäumvorgang vielmehr weißem Wasser. Auch lässt sich nach ≈ 45 – 60 s regelmäßig eine massive Abnahme des Volumens verzeichnen: Hier zeichnen wieder die vielen Grobporen im Schaum verantwortlich.
Sojadrink
Sojadrink – ≈ 3,3 % Eiweiß
Ganz exzellenten Schaum wiederum kann man aus Sojadrink produzieren: Dank der hier gegebenen, verhältnismäßig hohen Eiweißanteils von ≈ 3,3 % wird der Schaum regelmäßig sehr voluminös; dass sich immer mal wieder ein paar Grobporen über den Schaum verteilen, lässt sich verschmerzen. Grandios ist die Textur, wird der Schaum doch immer sehr viskos: Er ähnelt schwerem Sirup. Durch die sehr viel stabilere Textur ist ein Großteil des Volumens auch ≈ 45 – 60 s nach Beendigung des Schäumvorgangs noch vorhanden.
Unser Urteil
Das System der JURA C9 kann also auch pflanzliche Milchalternativen schäumen: Die Qualität des Schaums ist allerdings schwerpunktmäßig von dem Nährstroffprofil der jeweiligen pflanzlichen Milchalternative abhängig. Gerade dann, wenn der Schaum im Ergebnis ein gewaltiges Volumen erzielen und durchweg feinporig sein soll, dann bedarf es einer pflanzlichen Milchalternative mit viel Eiweiß. Hier empfiehlt sich vornehmlich Sojadrink, denn: Der hier vorhandene Eiweißanteil ist sehr viel höher als derjenige von vielen anderen Drinks. Gerade infolge des hier gegebenen Eiweißes wird der Schaum am Ende hochgradig stabil. Was ggf. problematisch sein kann: Sojadrink ist mit einem sehr spezifischen Geschmack verknüpft, der nicht jedermann willkommen sein dürfte; mittlerweile lassen sich aber auch pflanzliche Milchalternativen kaufen, die viel Eiweiß bieten und auch geschmacksmäßig klassisch-konventioneller Milch sehr ähnlich sind.
Spezialversionen von Sojadrink & Co. („No Milk“ usw.)
Wir haben ja bereits angesprochen, dass sich mittlerweile pflanzliche Milchalternativen kaufen lassen, die den Geschmack von Milch nachahmen und auch dem Nährstoffprofil nach sehr ähnlich sind: Schließlich wird ihnen von den Herstellern mehr pflanzliches Eiweiß beigegeben, bspw. aus Erbsen, Soja usw. Die einschlägigen pflanzlichen Alternativen werden gelegentlich auch mit passenden Hinweisen wie bspw. Almost Milk, No Milk usw. beworben, sodass man sie problemlos identifizieren kann; alternativ kann man an Zusätze wie bspw. Barista anknüpfen. Gerade infolge des höheren Eiweißanteils wird der Schaum voluminöser, allerdings auch sehr viel stabiler. Manchen pflanzlichen Milchalternativen werden übrigens auch noch ein paar Milliliter Öl beigegeben, sodass der Schaum im Ergebnis spürbar viskoser wird. Wir haben sorgfältig geprüft, wie ansprechend die Qualität des Schaums bei der Nutzung einer solchen, besonders eiweißreichen pflanzlichen Milchalternative wird: Wir veranschaulichen dies beispielhaft anhand des Barista-Drinks des Herstellers vly.
vly Barista
vly Barista – ≈ 2,0 % Eiweiß
Auch wenn der Eiweißanteil mit ≈ 2,0 % nicht enorm ist, ist der Schaum mit dieser pflanzlichen Milchalternative doch regelmäßig sehr gelungen: Das Volumen war gewaltig und der Schaum größtenteils mit Mikroporen versehen; ausladendere Poren kamen nur sehr gelegentlich vor. Ein weiterer Vorteil ist der sehr milde, beinahe schon neutrale Geschmack, der wahrscheinlich aus der hier verwendeten Reisbasis folgt: Dies dürfte all denjenigen wichtig sein, die sich mit den doch sehr spezifischen Geschmäckern von Soja & Co. schlechterdings nicht anfreunden können. Gerade weil das Geschmacksprofil so maßvoll ist, kann man ihn in den betreffenden Kaffeespezialitäten (Cappuccino, Flat White usw.) nicht wahrnehmen. Der Kauf einer solchen pflanzlichen Milchalternative empfiehlt sich daher all denen, die den Genuss klassisch-konventioneller Milch vermeiden wollen, gleichzeitig allerdings an einem gemäßigten Geschmack und voluminösem, viskosem Schaum interessiert sind – die JURA C9 kann diese pflanzliche Milchalternative schließlich in einen Schaum von vortrefflicher Qualität verwandeln.







