Kokos-, Mandel-, Soja- & Erbsendrink im Test
Siemens EQ700 iAroma: Pflanzliche Milch schäumen
29. Mai 2026
Dieser Artikel knüpft an unseren aktuellen Test der Siemens EQ700 iAroma, der im ETM TESTMAGAZIN 06:2026 erschienen ist, an. Den kompletten Testbericht, in dem wir u. a. das Bedienerlebnis sowie die Qualität des Mahl-, Brüh- und Schäumvorgangs untersuchen, können Sie übrigens hier kostenlos lesen. In unserem ursprünglichen Test haben wir die Schäumleistung der Siemens EQ700 iAroma zunächst nur mit klassisch-konventioneller Milch geprüft. Weil pflanzliche Alternativen aus Getreide, Nüssen, Hülsenfrüchten & Co. aber eine immer größere Rolle spielen, haben wir die Prüfung anschließend erweitert: Wir wollten wissen, wie überzeugend das Milchsystem der Siemens EQ700 iAroma auch Kokos-, Mandel- und Sojadrink aufschäumen kann. Die Ergebnisse stellen wir im Folgenden beispielhaft anhand dieser drei Alternativen dar und ordnen dabei vor allem Volumen, Stabilität und Textur des Schaums ein. Abschließend gehen wir außerdem auf eine besondere pflanzliche Milchalternative ein, die sich vor allem für diejenigen empfehlen kann, die den eher neutralen Geschmack klassisch-konventioneller Milch bevorzugen.
Die Temperatur muss passen!
Einen erheblichen Einfluss auf die Schaumqualität kann die Temperatur der pflanzlichen Milchalternative im Zeitpunkt des Schäumens haben. Empfehlenswert ist grundsätzlich eine eher niedrige Ausgangstemperatur von max. ≈ 8 °C. Dadurch lässt sich vermeiden, dass die pflanzliche Milchalternative während des Schäumvorgangs zu stark erhitzt wird; denn sehr hohe Temperaturen können das Geschmacksprofil spürbar beeinträchtigen. Deshalb haben wir Kokos-, Mandel- und Sojadrink jeweils mit einer Temperatur von ≈ 8 °C verarbeitet. Der Schaum wurde jedes Mal in ein Glas ausgegeben, das zu Beginn des Schäumvorgangs eine Temperatur von ≈ 20 °C hatte. In unseren Prüfungen haben wir die Siemens EQ700 iAroma ausschließlich zum Schäumen der jeweiligen pflanzlichen Milchalternative verwendet, um die Schäumleistung des Modells isoliert beurteilen zu können. Hierzu wählten wir jeweils eine Milchschaumportion.
Kokosdrink
Kokosdrink – ≈ 0,1 % Eiweiß
Kokosdrink besitzt mit ≈ 0,1 % einen ausgesprochen niedrigen Eiweißanteil und ist daher sehr dünnflüssig; in seiner Konsistenz erinnert er eher an weißliches Wasser. Entsprechend gering fällt auch das Schaumvolumen aus, das sich aus Kokosdrink erzielen lässt. Auch die Textur überzeugt nur in sehr geringem Maße: Der Schaum erhält zu keinem Zeitpunkt eine wirklich viskose Struktur. Bereits nach ≈ 45 – 60 s nimmt das ohnehin geringe Volumen deutlich ab. Ausschlaggebend hierfür sind vor allem die ausgeprägten Grobporen, durch die der Schaum zu einem Großteil wieder zusammenfällt.
Mandeldrink
Mandeldrink – ≈ 0,4 % Eiweiß
Beim Mandeldrink hat sich ein ähnliches Bild gezeigt. Auch hier ist der Eiweißanteil mit ≈ 0,4 % sehr niedrig. Zwar entsteht im Vergleich zum Kokosdrink ein minimal größeres Schaumvolumen, die Textur bleibt jedoch ebenfalls klar durchwachsen. Wirklich viskos wird auch dieser Schaum nicht; ein erheblicher Teil des Mandeldrinks wirkt selbst nach dem Schäumvorgang noch eher wie weißes Wasser. Nach ≈ 45 – 60 s lässt sich außerdem regelmäßig ein deutlicher Volumenverlust beobachten. Verantwortlich hierfür sind wiederum die vielen Grobporen, die die Stabilität des Schaums erheblich beeinträchtigen.
Sojadrink
Sojadrink – ≈ 3,3 % Eiweiß
Deutlich überzeugender fällt das Ergebnis beim Sojadrink aus. Der mit ≈ 3,3 % vergleichsweise hohe Eiweißanteil sorgt dafür, dass der Schaum regelmäßig ein sehr ansprechendes Volumen erreicht. Vereinzelt auftretende Grobporen lassen sich dabei ohne Weiteres verschmerzen; sie sind auch wirklich ausgesprochen selten. Besonders stark ist die Textur: Der Schaum wird zuverlässig viskos und erinnert in seiner Struktur an schweren Sirup. Aufgrund dieser deutlich stabileren Konsistenz bleibt auch ≈ 45 – 60 s nach Beendigung des Schäumvorgangs noch ein großer Teil des ursprünglichen Volumens vollauf erhalten.
Unser Urteil
Die Siemens EQ700 iAroma ist also durchaus in der Lage, pflanzliche Milchalternativen effektiv aufzuschäumen. Wie der Schaum am Ende gelingt, hängt jedoch maßgeblich vom Nährstoffprofil der jeweiligen Alternative ab. Soll der Schaum ein deutliches Volumen erreichen und möglichst feinporig ausfallen, ist vor allem ein hoher Eiweißanteil wichtig. Besonders empfehlenswert ist deshalb Sojadrink, dessen Eiweißgehalt deutlich über dem vieler anderer pflanzlicher Drinks liegt. Dieses Eiweiß trägt entscheidend dazu bei, dass der Schaum stabil bleibt. Nicht immer ideal ist allerdings der charakteristische Geschmack von Sojadrink, der nicht allen Verbraucherinnen & Verbrauchern zusagen dürfte. Inzwischen gibt es jedoch auch pflanzliche Milchalternativen, die einen hohen Eiweißanteil mitbringen und geschmacklich klassisch-konventioneller Milch sehr nahekommen.
Spezialversionen von Sojadrink & Co. („No Milk“ usw.)
Wie bereits angesprochen, sind mittlerweile zahlreiche pflanzliche Milchalternativen erhältlich, die den Geschmack klassisch-konventioneller Milch nachahmen und auch beim Nährstoffprofil gleichartig sind. Oftmals wird ihnen zusätzlich pflanzliches Eiweiß beigefügt, bspw. aus Erbsen oder Soja. Entsprechende Produkte werden regelmäßig mit Bezeichnungen wie „Almost Milk“, „No Milk“ oder ähnlichen Hinweisen beworben, sodass sie sich im Handel sehr komfortabel erkennen lassen; auch der Zusatz „Barista“ kann ein geeigneter Orientierungspunkt sein. Der höhere Eiweißanteil wirkt sich regelmäßig positiv auf das Schaumvolumen und die Stabilität des Schaums aus. Teilweise enthalten solche pflanzlichen Milchalternativen außerdem geringe Mengen von pflanzlichem Öl, wodurch der Schaum spürbar viskoser werden kann. Wir haben daher gesondert geprüft, welche Schaumqualität sich mit einer besonders eiweißreichen pflanzlichen Alternative erzielen lässt. Beispielhaft veranschaulichen wir dies anhand des erbsenbasierten Pflanzendrinks des Herstellers vly.
Sojadrink
Erbsendrink von vly – ≈ 2,0 % Eiweiß
Besonders überzeugend fällt auch das Ergebnis mit dem erbsenbasierten Pflanzendrink von vly aus. Obwohl der Eiweißanteil mit ≈ 2,0 % niedriger ist als beim Sojadrink, ist er noch immer hoch genug, um ein ansprechendes, sichtbar voluminöses Schaumbild zu erzielen. Die Textur wirkt dabei deutlich stabiler als bei eiweißarmen Alternativen wie Kokos- oder Mandeldrink: Der Schaum gewinnt spürbar an Viskosität, bleibt aber gleichzeitig angenehm fein und cremig. Vereinzelte größere Poren können sich zwar gelegentlich zeigen, treten allerdings nicht in einem Maße hervor, das den Gesamteindruck ernstlich beeinträchtigen würde. Auch die Stabilität weiß zu gefallen: Selbst ≈ 45 – 60 s nach Beendigung des Schäumvorgangs bleibt ein signifikanter Teil des ursprünglichen Volumens erhalten. Gerade in Verbindung mit dem milderen Geschmacksprofil kann der erbsenbasierte Drink von vly daher eine sehr attraktive Alternative zu klassischem Sojadrink darstellen.







