Zu spät aufgewacht?

05. März 2018

Wer sich in den letzten Tagen darüber gewundert hat, dass sein Radiowecker oder die Uhrzeitanzeige an der heimischen Mikrowelle um mehrere Minuten nachgeht, ist mit seinem Problem nicht allein: Viele Wecker und Zeitanzeigen sind mit dem Stromnetz synchronisiert und auf stabile Frequenzen im Stromnetz angewiesen. Doch diese Frequenz kann schwanken.

Noch viele Uhren auf das Stromnetz abgestimmt

Meist liegt die Frequenz des europäischen Stromnetzes bei 50 Hertz. Auf diesen Wert sind auch viele Radiowecker und sogenannte netzsynchronisierte Uhren eingestellt und nehmen sie als Taktgeber. Liegt die Frequenz des Stromnetzes unter 50 Hertz, wenn auch minimal, gehen die Uhren nach; umgekehrt gehend sie bei erhöhter Frequenz vor.

Liegt die Frequenz des Stromnetzes auch nur minimal unterhalb von 50 Hertz, speisen die Energieversorger zusätzlichen Strom ins Netz, um die Frequenz zu stabilisieren. Dennoch können Schwankungen von nur wenigen Hundertstel Hertz Auswirkungen auf die Uhrzeitanzeige haben. Bereits im vergangenen Jahr sorgte eine kleine Veränderung der Stromfrequenz von 50 auf 51 Hertz in dem belgischen Ort Waanrode für falsch gehende Wecker und scheinbar verrückt spielende technische Anlagen.

Netzsynchronisierte Uhren wurden zwar in den letzten Jahren mehr und mehr durch Quarz- oder Funkuhren ersetzt, dennoch stehen einige, gerade ältere Modelle, noch in Abhängigkeit zum Stromnetz. Wer möglichen Verspätungen in Zukunft aus dem Weg gehen möchte, sollte auf Wecker und Uhren zurückgreifen, die ihre Zeiteinstellung über andere Systeme erhalten. Die verbreitetsten sind hier der Langwellenfunk (DCF77) oder das Internet (NTP).

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