Wohnmobile häufig überladen

13. Juni 2016

In der Urlaubssaison trifft man auch immer häufiger Wohnmobile auf den Straßen an. Unfälle mit den Reisemobilen sind zwar eher selten, doch wenn sie stattfinden, sind sie häufig umso schwerer und das trifft in der Regel nicht die Insassen des Wohnmobils, sondern die Unfallgegner.

Unfallgegner meist besonders schwer getroffen

Zu diesem Forschungsergebnis kam die Unfallforschung der Versicherer (UDV). Die Experten haben das Unfallgeschehen von Wohnmobilen detailliert analysiert und die fahrdynamischen Eigenschaften genau unter die Lupe genommen. Es stellte sich heraus, dass es bei den Unfällen eher selten Getötete und Schwerverletzte gibt, so gut wie immer sind jedoch die Unfallgegner schlechter dran als die Insassen des Wohnmobils. 2014 gab es etwa elf Tote bei Unfallbeteiligten, während gerade einmal vier der Toten Insassen des beteiligten Reisemobils waren. Das Verhältnis bei den Schwerverletzten lag in etwa bei 44 zu 103.

Angst vor umherfliegenden Gegenständen

Die meisten Unfälle ereignen sich auf Landstraßen und sind Auffahrunfälle. „Viele davon müssten nicht sein, wenn Wohnmobile mit Bremsen nahe am Pkw-Niveau ausgerüstet und Fahrzeuge oft nicht auch noch überladen wären“, sagt UDV-Leiter Siegfried Brockmann. Durch die Überladung und der schlechten Ausrüstung betragen die Bremswege teilweise bis zu 60 Metern. Bei der Entfernung reiche eine kurze Ablenkung oder ein leicht zögerliches Bremsen aus, um garantiert einen Auffahrunfall zu verursachen. Dass viele Fahrer von Wohnmobilen nur zögerlich bremsen, hängt möglicherweise mit der Angst zusammen, dass Gegenstände im Mobil umherfliegen könnten. Bereits bei einer Geschwindigkeit von 70 km/h werden Gegenstände zu gefährlichen Geschossen, die erhebliche Verletzungen verursachen können. Dabei ist die Fahrdynamik der Wohnmobile relativ gutmütig und das selbst an der Beladungsgrenze. Für Fahrer ist es allerdings häufig problematisch zu erkennen, wann die Grenze überschritten ist.

Die Hälfte aller Wohnmobile ist überladen

Bei Verkehrskontrollen kam heraus, dass gut die Hälfte aller Campingfahrzeuge zu schwer unterwegs sind. Jedes neunte Fahrzeug war so schwer beladen, dass es nicht weiterfahren durfte. Die Insassen sind meist komplett ahnungslos. Die Unfallforschung der Versicherer fordert daher, dass in Zukunft das Stabilitätsprogramm ESP sowie ein Notbremsassistent für alle Wohnmobile obligatorisch wird. Außerdem sollten die Gurtsysteme auf allen Sitzplätzen mindestens auf Pkw-Niveau sein. „Doch auch der Fahrer kann etwas für mehr Sicherheit tun“, sagt Brockmann. „Er kann, um Überladung zu vermeiden, sein Fahrzeug mit Reisegepäck bei Prüforganisationen ruhig einmal wiegen lassen. Außerdem sollte er den Zustand seiner Reifen im Blick haben und das Reisegepäck sicher verstauen, so dass nichts umherfliegen kann.“

Quelle: Unfallforschung der Versicherer (UDV)

/www/htdocs/w00bc79c/domains/2018_etm-testmagazin-de