Verzicht in Mode

22. Februar 2018

Die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern soll bei den Christen an die 40 Tage erinnern, die Jesus nach seiner Taufe in der Wüste verbrachte. Heute liegt Fasten wieder voll im Trend – wenn auch auf eine ganz bestimmte Art und Weise.

Bei den evangelischen Christen wird die Zeit, welche auf das Osterfest vorbereitet als Passionszeit bezeichnet. Früher gab es sogar feste Pläne, wann was gegessen werden darf. Heute gelten bei den Katholiken nur noch der Aschermittwoch und der Karfreitag als strenge Fastentage, an denen auf Fleisch verzichtet wird. 

Doch nicht nur Christen nutzen diese Zeit, um ihren Lebensstil zu hinterfragen. Immer mehr Menschen nutzen die Fastenzeit, um Verzicht zu üben. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage der DAK findet jeder Zweite Fasten gut. Ganz vorne auf der Rangliste steht der Verzicht auf Süßigkeiten oder Alkohol; doch auch sogenannte Zeitfresser wie das Smartphone, soziale Medien oder Internet-Spiele tauchen immer öfter auf der Liste der Enthaltsamkeit auf. Eine noch recht neue Art des Fastens, zu der mehrere evangelische Landeskirchen aufrufen, ist das sogenannte Klimafasten. Hierbei wird bspw. das Auto durch das Fahrrad ersetzt, die Wäsche bei 30 anstatt bei 40° C gewaschen oder Leitungswasser anstelle von Mineralwasser aus Plastikflaschen getrunken.

Ob nun religiös motiviert oder nicht – die Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit, sich bewusst mit sich selbst und dem eigenen Umfeld zu befassen. „In unserer Überflussgesellschaft kann die Fastenzeit dabei helfen, Lebenseinstellungen oder Lebenshaltungen zu ändern“ so der Erzbischof Stephan Burg.  

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