Verbraucherschutzbericht 2015 legt Mängel offen

18. August 2016

Der Verbraucherschutzbericht 2015 legt die Mängel in Niedersachsen und Bremen deutlich offen. Problematisch sind hier vor allem die Verstöße gegen die korrekte Kennzeichnung und Aufmachung von Produkten. Grund hierfür könnten die neuen Kennzeichnungsvorschriften für Allergene sein.

Weichmacher in Flip-Flops

Von mangelnder Hygiene beim Bier über unzulässige Rückstände in Flip-Flops bis hin zu Mängeln bei der Kennzeichnung von Kosmetika, der Verbraucherschutzbericht legt die Gebiete, auf denen es nach wie vor Probleme gibt, deutlich offen. Als besonders bedenklich wurden die Ergebnisse bei Flip-Flops sowie Sauna- und Badeschuhen eingestuft. In fünf Proben wurden Weichmacher festgestellt. Als besonders gefährlich gelten hier die Phthalate, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können, dabei könnten sie problemlos durch Weichmacher auf Zitronesäurebasis ersetzt werden. „Wir brauchen deshalb bessere Sanktionsmöglichkeiten.“ Notwendig seien laut Verbraucherschutzminister Christian Meyer „strengere und klarere Regelungen zu bedenklichen Stoffen, die auch für Waren aus Drittländern umgesetzt werden können.“

Keine Besorgnis erregenden Auffälligkeiten

Insgesamt fanden 2015 in Niedersachsen und Bremen 64.400 Kontrollen in 43.500 Betrieben statt. In ganzen 51 Prozent der Fälle kam es zu Beanstandungen. Eine Zahl, die jedoch schlimmer klingt, als die Situation sich darstellt und primär auf die besonders hohen Anforderungen zurückzuführen sei. „Auch bloße Nachlässigkeiten und kleinste Verstöße werden beanstandet“, erklärt Meyer. So gab es 2015 keine derart Besorgnis erregenden Auffälligkeiten, dass die Öffentlichkeit hätte informiert werden müssen, stattdessen kam man mit 481 Bußgeldverfahren und 72 Strafverfahren aus. Neben den direkten Betriebskontrollen wurden auch 28.700 Proben aus beinahe 10.000 Betrieben entnommen. Hiervon waren 16 Prozent auffällig. „Die Bandbreite unserer Arbeit reicht von der Futtermittelüberwachung, der Kontrolle der tierärztlichen Hausapotheken bis hin zur Untersuchung von Lebensmittelproben und Kennzeichnungen“, erklärt LAVES-Präsident Eberhard Haunhorst den Tätigkeitsbericht des Landesamtes.

Personalstärkung im LAVES

Um das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) weiterhin zu stärken, sei das Personal in der Vergangenheit zunächst um 60 und im vergangenen Jahr um weitere 45 Stellen aufgestockt worden. Die Personalstärkung komme vor allem dem Antibiotika-Minimierungskonzept, dem Tierschutzdienst, der Marktüberwachung und der amtlichen Exportkontrolle von Obst und Gemüse zugute.

Quelle: Landesamte für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES)
Bildquelle: DarkoStojanvic/pixabay

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