Verbraucher halten Lebensmittel für sicher

03. Mai 2016

Die Risiken für unsere Gesundheit sind vielfältig, doch nehmen wir große Risiken nicht immer als solche wahr, während kleine Dinge häufig als gefährlicher empfunden werden. Der BfR-Verbrauchermonitor dient als Überblick über die gesundheitlichen Sorgen der Bevölkerung.

Klimawandel bereitet am meisten Sorgen

Laut der repräsentativen Umfrage stellt der Klimawandel das größte Risiko dar, dicht gefolgt vom Rauchen. Dahinter platzierten sich die Fehlernährung und der Alkohol. Ungesunde und belastete Lebensmittel nehmen hingegen nur eine geringfügig relvantere Stellung ein als im Vorjahr. Drei Viertel der Befragten halten unsere Lebensmittel für sicher. Wenn etwas an Lebensmitteln besorgniserregend sei, dann Antibiotikaresistenzen, gefolgt von gentechnisch veränderten Lebensmitteln und Rückständen von Pflanzenschutzmitteln. Mehr als die Hälfte der Befragten ist trotz der angeblichen Sicherheit der Lebensmittel besorgt über Themen wie Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln, Mikroplastik in Lebensmitteln oder gentechnisch veränderten Lebensmitteln. „Diese widersprüchliche Einschätzung zeigt uns, dass es ganz entscheidend ist, in welchem Kontext Verbraucherinnen und Verbraucher zur Sicherheit von Lebensmitteln befragt werden,“ kommentiert Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), die Ergebnisse der repräsentativen Befragung von über 1.000 Personen in Deutschland für den aktuellen BfR-Verbrauchermonitor. Es belege einmal mehr, dass die Risikowahrnehmung entscheidend von der medialen Darstellung abhängt.

Glyphosat ist nur wenigen ein Begriff

Auch der Bekanntheitsgrad von Themen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes malen ein zweideutiges Bild. So sind die Probleme von Pflanzenschutzmittelrückständen in Obst und Gemüse, Antibiotikaresistenzen und Mineralöle in Körperpflegeprodukten mehr als drei Viertel der Bevölkerung bekannt. Die Bekanntheit von Glyphosat hingegen, landete trotz enorm hoher medialer Präsenz, lediglich auf dem letzten Platz. Während Lebensmittel von den meisten als relativ harmlos eingeschätzt werden, sind zudem fast die Hälfte aller Verbraucher der Meinung, dass Textilien, Spielzeug und Kosmetika nicht sicher sind. Vor allem die Skepsis gegenüber Kosmetika hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen.

Staat soll Verantwortung übernehmen

Verantwortlich für die Sicherheit von Lebensmitteln und anderen Produkten soll laut Verbraucher primär der Staat sein. Über die Hälfte wünschen sich sogar mehr Maßnahmen, Verbote und strengere Regulierungen, um die Verbraucher zu schützen. Staatliche Institutionen sollten außerdem objektive und verlässliche Informationen bereitstellen, anhand derer jeder Einzelne fundierte Entscheidungen treffen kann. Lediglich ein Zehntel ist der Überzeugung, dass er ohne staatliche Institutionen in der Lage wäre, sich ausreichend zu schützen.

Quelle: BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung)

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