Rund um die Welt

08. Januar 2018

 In vielen Ländern und Regionen der Welt ist der Genuss der Teepflanze Camellia sisensis, die durch verschiedene Aufbereitungsmethoden zu unterschiedlichen Teesorten wird, nicht nur Alltag, sondern auch ein wichtiger Teil der Kultur. Ob als Weißer, Schwarzer, Grüner oder Oolong Tee, ob in Europa oder weiten Teilen Asiens; es entwickelten sich regional ganz unterschiedliche Zubereitungsmethoden und Zeremonien mit denen das Heißgetränk genossen wird. Wir geben Ihnen einen Überblick, wie Tee international getrunken wird.

Das Klischee: Der britische Five-o-clock-tea

Ob der Nachmittagstee tatsächlich von jedem Briten täglich um 17 Uhr begangen wird, sei dahingestellt. Aber ohne Zweifel wird kaum eine Nation so sehr mit dem Teegenuss assoziiert wie die Briten (obwohl die Ostfriesen Weltmeister im Pro-Kopf-Verbrauch sind). Je nachdem ob es sich um Cream tea mit süßen Scones, Clotted cream und Konfitüre, um den Low tea mit Teebrot, Teekuchen und Sandwiches oder um den High tea mit einer ganzen Mahlzeit handelt, ganz ohne Snack kommt der Brite nicht aus. Es wird vor allem unaromatisierter Schwarzer Tee getrunken, der mit Milch verfeinert wird. Ob zuerst die Milch in die Tasse kommt oder der Tee, steht seit Jahrzehnten zur Debatte.

Der Ungerührte: Teekultur in Ostfriesland

Bei Ostfriesentee-Mischungen handelt es sich um sehr kräftige Mischungen aus unterschiedlichen Sorten des Schwarzen Tees. Für die Teetied wird spezielles Teegeschirr genutzt. In die Teetassen wird zuerst ein Stück Kandiszucker gelegt, darauf der Tee gegossen und schließlich ein Löffel Sahne dazugegeben. Nicht umrühren! Die Ostfriesen genießen erst die Sahne, dann den herben Tee und schließlich den stark gesüßten Part. Die ostfriesische Teekultur gehört seit 2016 zum Bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO. 

Das Ritual: Die japanische Teezeremonie

Die ganzheitliche Teezeremonie Chanoyu dient in Japan nicht nur dem Zusammensein, sondern ist ein Ritual, das nach festen Vorschriften abläuft und dem Zen-Buddhismus nahe steht. Der Teeweg dauert etwa vier Stunden und hat zum Ziel, dass sich die Gäste und der Gastgeber von weltlichen Belangen befreien und nur im Hier und Jetzt existieren. Meist wird Matcha-Tee getrunken, bei dem es sich um fein gemahlenen Grünen Tee handelt und der mit einem speziellen Bambusbesen schaumig geschlagen wird.

Die Älteste: Die chinesische Teekultur

Die chinesische Teezeremonie ist bei weitem nicht so streng und formal organisiert wie die japanische, aber auch hier wird mehr Grüner und Oolong Tee getrunken als Schwarzer. Der Teemeister bereitet dabei bis zu 15 Aufgüsse mit losen Teeblättern zu, wobei der erste nicht getrunken wird, sondern nur der Reinigung und Öffnung der Blätter dient.

Die Gesellige: Teegenuss in der Türkei

Ähnlich wie in Russland wird in der Türkei zunächst eine Art Teekonzentrat hergestellt. Viele Löffel Schwarztee werden mit recht wenig Wasser übergossen und so zu einem starken Tee gebrüht. In einem speziellen Samowar, Caydanlik wenn er auf den Herd gestellt wird, wird heißes Wasser zur Verfügung gestellt. Das Tee-Konzentrat wird in ein Teeglas gefüllt, meist nur bis zu 1/3 Füllhöhe, dazu kommt heißes Wasser. Meist wird dieser Tee mit Zucker getrunken. Hier wird allerdings, ähnlich wie in Ostfriesland, nicht umgerührt, damit der Zucker für so viele Aufgüsse wie möglich reicht.

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