Nahrungsergänzungsmittel

25. Januar 2018

Sie werden damit beworben, die Gesundheit und das Wohlbefinden zu verbessern, Haut und Haare zum Strahlen zu bringen und die Leistungsbereitschaft zu verbessern. So nehmen 25 bis 30 % der Erwachsenen in Deutschland regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat seine empfohlenen Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe überarbeitet und mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen abgeglichen.

Kein Mangel in Deutschland

Trotz der breitenwirksamen Werbung der Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln herrscht in Deutschland keine Unterversorgung mit Nährstoffen. Deshalb weist das Bundesinstitut für Risikobewertung darauf hin, dass bei einer „herkömmlichen“ Ernährung kein Bedarf für eine zusätzliche Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen notwendig ist. Positive Wirkungen dürfen bei einer zu hohen Aufnahme von Mikronährstoffen nicht erwartet werden. Lediglich bei der Versorgung mit Vitamin D sieht das BfR einen Nachholbedarf. Nahrungsergänzungsmittel werden jedoch vor allem von Menschen genutzt, die bereits auf einen gesunden Lebenswandel und ihre Ernährung achten, sodass es leicht zu einer Überdosierung kommen kann.

Jährlich werden über eine Milliarde Euro ausgegeben

Trotz der guten Versorgung greifen die Deutschen jedes Jahr tief in die Tasche, um ihre Gesundheit vermeintlich zu verbessern. Im Jahr 2016 wurden 1,1 Milliarden Euro für Nahrungsergänzungsmittel ausgegeben. Der Umsatz steigt jedes Jahr; und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Die meisten Produzenten von Vitaminen, die heute größtenteils synthetisch hergestellt werden, sitzen in China, aber auch die deutsche Firma BASF zählt zu den großen Produzenten in der Branche. Übrigens: Mit 40 bis 50 % wird etwa die Hälfte der hergestellten Vitamine nicht zu Nahrungsergänzungsmitteln, sondern zu Tierfutter weiterverarbeitet, das in der Massentierhaltung eingesetzt wird.

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