Kokosöl

09. Oktober 2018

Es ist in immer mehr Supermärkten zu finden und wird bei vielen Diäten als Wundermittel empfohlen – das Kokosöl. Doch ist es wirklich so gesund, wie die Hersteller uns glauben machen wollen? Die Verbraucherzentrale sagt: Nein!

Fett aus der Kokosnuss ist keine neue Erfindung. Denn schon seit vielen Jahren sind im Handel unter dem Namen Kokosfett feste Platten oder Würfel erhältlich, die häufig zum geschmacksneutralen Braten oder Frittieren verwendet werden. Zur Herstellung wird getrocknetes Kokos-Fruchtfleisch gepresst und das so gewonnenen Öl stark bearbeitet.

Das heute erhältliche Kokosöl wird hingegen aus dem frischen Fruchtfleisch der Kokosnuss oder aus der Kokosmilch gewonnen und anschließend nicht weiter verarbeitet, sodass der kokoseigene Geschmack erhalten bleibt.

Bei vielen Diäten und Ernährungsformen ist es sehr beliebt. Es soll positive Auswirkungen auf das Blutfett haben und beim Abnehmen helfen. Wissenschaftliche Beweise stehen allerdings noch aus. Versprechen einer gesundheitlichen Wirkung, welche manche Anbieter auf ihren Produkten abbilden wollten, wurden von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit nicht zugelassen.

Kokosöl enthält kaum ungesättigte Fettsäuren. Für eine gesunde Ernährung sollte jedoch auf möglichst viele ungesättigte Fettsäuren geachtet werden. Allerdings enthält Kokosöl viele mittelkettige Fettsäuren, welche leicht verdaulich sind und möglicherweise nicht vom Körper gespeichert werden. Langzeitstudien für diese Theorie gibt es allerdings nicht.

Der Verbraucherzentrale zufolge kann Kokosöl aufgrund des Geschmacks bspw. zu asiatischen Gerichten – in Maßen – eine passende Zutat sein. Dann sollte es aber fair gehandelt und von Bio-Qualität sein. Mit bis zu 25 € pro Liter ist es dann jedoch recht teuer. Zudem wachsen Kokospalmen nur in tropischen Regionen, sodass die Transportwege sehr lang ausfallen. Mit deutlich mehr ungesättigten Fettsäuren und zudem auch günstiger sind Raps-, Walnuss- und Olivenöl.

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