Fehlverbindung im Gehirn führt zur Magersucht

07. März 2013

Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben herausgefunden, warum sich Magersüchtige für dicker halten als sie wirklich sind. Der Grund liegt bei einer gestörten Konnektivität im Hirnnetzwerk. Bei gesunden Frauen trifft nämlich eher das Gegenteil zu, sie schätzen sich in der Regel etwas schlanker ein.

Anhand von zehn magersüchtigen und 15 gesunden Frauen gleichen Alters haben die Wissenschaftler zuerst durch vorgelegte Silhouetten getestet, welchem Figurtypen sich die Frauen zuordnen würden. Hierbei kam heraus, dass sich die magersüchtigen Frauen als wesentlich dicker empfanden als die Kontrollperson angab. Die gesunden Frauen ordneten sich einer etwas schmaleren Silhouette zu.

Veränderung der Struktur und Funktion im Gehirn

Des Weiteren wurden die Hirnaktivitäten der Teilnehmerinnen im Kernspintomografen beobachtet, während diese Fotos von verschiedenen Körpern betrachteten. Hauptaugenmerk legten die Forscher hier auf zwei bestimmte Areale, nämlich die „fusiform body area“ (FBA) und die „extrastriate body area“ (EBA). Diese Hirnregionen sind für die Wahrnehmung von Körpern entscheidend. In beiden Hirnhälften sind diese Regionen miteinander Verbunden. Hierbei stellte sich heraus, dass die Verbindung bei magersüchtigen Frauen schwächer ist als bei gesunden Frauen. Zudem wurde in der linken Hirnhälfte eine schlechte Wechselbeziehung zwischen der EBA-FBA-Verbindung festgestellt, was zu der Fehleinschätzung des Körpergewichts führt. Je schwächer die Wechselbeziehung der beiden Areale ist, desto dicker schätzen sich Magersüchtige ein. Die verminderten Informationen, die die EBA von der FBA bekommt, könnten laut der Wissenschaftler einen Mechanismus für die Entstehung der Magersucht darstellen.

Foto: RainerSturm/pixelio.de

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