Deutsche wollen weniger Handy-Modelle

17. August 2016

Ein neues Smartphone ist eine schöne Sache, doch dauert es nicht lange, bis man den Eindruck hat, das Modell sei schon wieder veraltet. Kein Wunder, denn je nach Hersteller werden pro Jahr teilweise über ein halbes Dutzend neue Modelle auf den Markt gebracht. Zu viel, meinen deutsche Verbraucher.

Langlebige Smartphones gefordert

Die Befragung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos Mori im Auftrag von Greenpeace zeichnet ein eindeutiges Ergebnis: 69 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Handy-Hersteller im Jahr zu viele Modelle auf den Markt bringen. Die Studie wurde im Juli und August in Deutschland und fünf weiteren Ländern an jeweils 1.000 Menschen durchgeführt. „Die Menschen wollen nicht das Gefühl bekommen, schon nach einem Jahr ein veraltetes Smartphone zu besitzen. Die Hersteller müssen auf den Wunsch nach nachhaltigeren Geräten reagieren und langlebige Smartphones auf den Markt bringen“, erklärt Greenpeace Chemie-Experte Manfred Santen.

1,5 Milliarden Smartphones pro Jahr

Doch der Druck auf die Verbraucher immer neue und bessere Smartphones zu kaufen, ist noch das kleinere Problem. Aus dem „Konsumzwang“ entstehen weitreichende Konsequenzen für die Umwelt. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes werden dieses Jahr 28 Millionen Smartphones verkauft werden; weltweit sind es gut 1,5 Milliarden. Für die Herstellung werden Metalle wie Kobalt, Palladium und Tantal verarbeitet, deren Gewinnung umfangreiche ökologische Schäden in Asien, Afrika und Russland verursacht.

Hersteller für Recycling verantwortlich

Ein Grund für den ständigen Neukauf der Smartphones ist auch der Unwillen von Hersteller und Verbraucher, „alte“ Modelle zu reparieren oder zu recyceln. Lediglich 11 Prozent haben schon einmal ein Smartphone reparieren lassen, nur 9 Prozent haben ihr altes Smartphone schon einmal verkauft oder an ein Recyclingunternehmen gegeben. Der Grund hierfür ist eindeutig, denn 61 Prozent geben an, dass sie erwarten, dass der Hersteller sich um diese Dinge kümmert. „Die Hersteller müssen Smartphones künftig so konstruieren, dass sie leicht repariert werden können. Wir brauchen zudem eine bedingungslose Pflicht zur Rücknahme und Wiederverwendung von Altgeräten“, fordert Santen. Der Elektroschrott, der durch das mangelnde Recycling jährlich entsteht (21,7 kg pro Kopf und Jahr in Deutschland) sorgt vor allem in ärmeren Ländern in Afrika sowie in China für Probleme. Die in dem Elektroschrott enthaltenen Substanzen wie PVC und brommierte Flammschutzmittel verseuchen Böden und Grundwasser und gefährden die Gesundheit der Arbeiter.

Quelle: Greenpeace
Bildquelle: helloolly/pixabay

/www/htdocs/w00bc79c/domains/2018_etm-testmagazin-de