Ampel-Modell für Lebensmittel

04. Januar 2018

Die Verbraucherschützer des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) fordern erneut die Kennzeichnung von Lebensmitteln mithilfe von Ampelfarben. Der Salz-, Zucker- und Fett-Gehalt in Fertigprodukten soll je nach Höhe in den Farben rot, gelb oder grün verdeutlicht werden. Ziel ist dabei, den Verbrauchern auf einen Blick eine Übersicht über den Inhalt des Produkts zu geben.

Leicht verständliche Kennzeichnung

Natürliche, unverarbeitete Produkte, wie Gemüse und Fleisch, stehen dabei nicht im Fokus der Verbraucherschützer. Vielmehr geht es darum, die Inhaltsstoffe in verarbeiteten Produkten, die bei hohem Konsum gesundheitlich bedenklich sind, deutlich zu kennzeichnen. So sollen die Ampelfarben nach Wunsch des vzbv nur für die Inhaltsstoffe Salz, Zucker und Fett zum Einsatz kommen. Bisher sind die Inhaltsstoffe nur durch einen Blick auf die Nährwerttabellen auf den Lebensmittelpackungen erkennbar; eine gesundheitliche Einordnung des Gehaltes ist jedoch nicht sofort ersichtlich.

Lebensmittelindustrie sieht keinen Nutzen

Letztendlich hoffen die Verbraucherschützer, dass die Lebensmittel-Ampel nicht nur die Konsumenten aufklärt, sondern auch, dass die Lebensmittelwirtschaft mit Verbesserungen ihrer Rezepturen reagiert. Bisher sehen die Lebensmittelproduzenten die Ampel-Kennzeichnung jedoch sehr kritisch. So sei die Farbkennzeichnung für einzelne Inhaltsstoffe laut des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL, Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft) viel zu vereinfacht und intransparent.

Probe in Großbritannien und Frankreich

Seit 2006 wird die Lebensmittelampel in Großbritannien eingesetzt. Allerdings ist diese dort, genau wie in Frankreich seit Oktober 2017, nur freiwillig. Nicht alle Handelsketten und Lebensmittelhersteller nehmen daran teil. Auch dort hoffen die Befürworter, dass die Produzenten gezwungen werden, die Zusammensetzungen ihrer Lebensmittel zu verändern.

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