Alterserscheinungen

14. September 2016

Ältere Menschen achten offenbar genauer auf Details und besitzen eine höhere selektive Aufmerksamkeit als jüngere Menschen. Das Gehirn kann demnach Prozesse des Alterns bis zu einem gewissen Grad ausgleichen.

Jung und Alt sortierten Kreise

Alterungsprozesse können zu einem gewissen Teil durch das Gehirn ausgeglichen werden. Zu diesem Ergebnis kamen Neuropsychologen der Ruhr-Universität Bochum im Zuge ihrer Forschungen. Die Untersuchungsergebnisse basieren auf einer Sortieraufgabe, bei der es zwei verschiedene Kategorien von Farbkreisen gab, die sich jeweils in den verwendeten Farben unterschieden. Jede Kategorie beinhaltete zwei zusätzliche Gruppen von Kreisen, die sich insgesamt stark ähnelten, oder sehr individuell gestaltet waren. Die Forscher beobachteten die beiden Gruppen jüngerer und älterer Menschen dabei, wie sie die Kreise den Kategorien zuordneten. Erst im Laufe des Versuchs erfuhren die Teilnehmer durch Rückfragen welche Kategorien es gab.
Sowohl Jüngere als auch Ältere hatten demnach keine Schwierigkeiten, die sich ähnelnden Kreise den jeweiligen Kategorien zuzuordnen. Auch die Lernprozesse unterschieden sich nur unwesentlich. Jedoch bereiteten die weniger eindeutigen Exemplare der älteren Gruppe größere Schwierigkeiten.

Details finden bei Älteren größere Beachtung

Der Wechsel der Strategien fällt älteren Menschen offenbar schwerer. Während ähnliche Mitglieder einer Kategorie leicht zugeordnet werden können, erfordern Ausnahmen gesondertes Lernen und Einprägen. Messungen, die bei den Untersuchungen durchgeführt wurden zeigten eine höhere selektive Aufmerksamkeit. Offenbar achten ältere Menschen stärker auf Details als jüngere. Den Forschungsergebnissen zu Folge, kann das Gehirn Nachteile des Alterungsprozesses bis zu einem gewissen Teil ausgleichen. Diese Erkenntnis wurde bereits von der kanadischen University of Western Ontario in einer Computersimulation bestätigt.

Quelle: pressetext
Bildquelle: huskyherz/pixabay

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