6 Heizstrahler im Vergleichstest

Für laue Sommerabende auch im Herbst

24. September 2020

Dass der Herbst nun ganz und gar in Deutschland angelangt ist, verrät nicht nur der Kalender, sondern auch die hin und her springende Witterung: Mittlerweile verschwindet das wärmende Sonnenlicht bereits wieder in den jungen Abendstunden. Nach nur ein paar vollsommerlichen Wochen in diesem Jahr werden wir jetzt von herbstlich-milden Temperaturen und wilden, all das herab rieselnde Laubwerk verwirbelnden Winden geplagt: Wann immer man in solchen Momenten draußen ist, kommen schillernde Erinnerungen an diese letzten, durch und durch erquicklichen Sommerwochen hoch: Wie schön war es doch, als man noch bis in die Nacht hinein draußen sitzen und die herrlich-lauen Temperaturen im Freundes- und Familienkreis genießen konnte? Freilich lässt sich auch in der Herbst- und Winterzeit noch so manch gemeinsamer Abend draußen verbringen. Doch haben viele Menschen – aus allzu menschlichem Müßiggang – von vornherein keine Lust, sich gegen die derben Temperaturen „wappnen“ und sich noch wärmere Sachen anziehen zu müssen. Gerade in solchen Situationen kann ein Heizstrahler von grundlegendem Wert sein: Mit einem solchen kann man nämlich allen Flächen im Freien so stark einheizen, dass immerhin in einem Areal von ein paar Quadratmetern rund ums Gerät wieder verzückend-warme Temperaturen herrschen – so, wie an den schönsten Sommerabenden. Im letzten Monat haben wir 6 Gas-betriebene Heizstrahler geprüft – mit einem Marktpreisspektrum von 126,71 bis 649,99 €.

Gerade in letzter Zeit hört und liest man in den Nachrichten immer wieder das ein oder andere Wort über Heizstrahler: Ihr Einsatz in der Gastronomie soll immerhin in diesem Jahr voraussichtlich wieder in allen Kommunen erlaubt werden, damit die Unternehmer, die infolge der SARS-CoV-2-Pandemie unter erheblichen Belastungen litten und noch immer leiden, ihre Außenbereiche bis zum Jahresende hin weiter voll verwenden können. Dadurch ließen sich, das ist immerhin die ganz gewiss auch Wunsch-geprägte Erwägung vieler Gastronomen, mehr Gäste gleichzeitig bewirten und dadurch der Umsatz anheben. Weshalb aber sind Heizstrahler in vielen Gemeinden gegenwärtig überhaupt verboten? Der Grund ist aus ökologischen Erwägungen heraus gar nachvollziehbar: Sie verbrauchen in ganz erheblichem Maße Gas, um die Flammen weiter speisen und Wärme ausstoßen zu können. Kritiker bemängeln, dass ein großer Teil der abgegebenen Wärmeenergie schlicht verschwendet wird, weil sie nun einmal nicht vollständig bei den Menschen angelangt: Der mit dem kontinuierlichen Betrieb eines Heizstrahlers verbundene CO2-Ausstoß ist also, gerade unter Einbezug der am Beginn des Herstellungsvorgangs stehenden Erdgas- bzw. Erdölgewinnung, immens. Aber: Die kommunalrechtlichen Verbote knüpfen inhaltlich nur an die gewerbliche Nutzung an, nicht allerdings auch an die private. Das lässt sich dadurch erklären, dass der größte Teil der Verbraucher einen Heizstrahler nur eine Handvoll Male pro Herbst- und Wintersaison verwenden wird, der absolute Gasverbrauch sich also noch immer in maßvollen Grenzen hält; dass der kontinuierliche, im „worst case“24-stündige Gebrauch von mehreren Heizstrahlern in der Gastronomie rechtlich anders zu behandeln ist, mag man einsehen. Wer also ohnehin nur eine Handvoll Herbst- und Winterabende pro Jahr draußen zu genießen plant, muss sich nicht mit Gedanken um die mit solch einem gelegentlichen Gebrauch verbundenen CO2-Emissionen beschweren: Die Umwelt leidet hierunter nicht in einem gänzlich unvertretbaren Maße.

Technik im Detail

Die in diesem Test vertretenen Heizstrahler werden ausschließlich mit Gas betrieben, brauchen also immer eine Gasquelle in Gestalt eines kompakten Gasbehälters. Bei dem von ihnen verbrauchten Gas handelt es sich ausschließlich um Butangas, Propangas oder eine Butan-/Propangas-Mischung. Das Gasbehältnis A muss vorab mit dem schon von Werk aus enthaltenen Gas-leitenden Schlauch B verbunden werden, wobei der Druckminderer an dieser Stelle auch noch anzuschließen ist. Schön: Alle Modelle bieten in ihrem Fußteil C ein spezielles Fach, in das sich der Gasbehälter hineinstellen lässt. Das ist sehr viel dankbarer, als das Gasbehältnis schlicht an einer anderen Stelle draußen stehen zu lassen: Hier könnte es sich schließlich, abhängig vom Flächenmaß der Terrasse, als ein Stolpern provozierendes Hindernis erweisen. Das Gas schießt durch den Schlauch sodann weiter bis hin zur Brennereinheit D. Hier wird es mittels eines elektrisch bzw. mechanisch erzeugten Funkens kontrolliert entzündet (Piezozünder). Da aus der Flasche kontinuierlich Gas nachströmt, kommt es anschließend zu einem konstant vor sich hin lodernden Feuer. Die Flammen erhitzen ein vollmetallisches Abstrahlelement E, das bei den meisten Modellen direkt über dem Feuer angebracht ist. Die Funktion des Abstrahlelements lässt sich schon aus seinem Namen ableiten: Es lenkt die nach oben hin wabernde Wärme ab, sodass sie nach außen hin abstrahlt und sich von den Menschen möglichst gleichmäßig wahrnehmen lässt. Durch dieses an sich vollkommen simple Funktionsprinzip ist ein Heizstrahler also imstande, das Areal um ihn herum zu erwärmen: Wie weit die Wärme reicht, ist auch vom jeweiligen Modell abhängig (im Test dmin: 2 m, dmax: 3 m).

Mit einer überschaubaren Anzahl von Bedienelementen F kann man den Heizstrahler in Betrieb nehmen und während des Betriebs weiter bedienen. Über einen Taster lässt sich der Piezozünder anstoßen, während das Ausmaß des ausströmenden Gases und mit ihm auch die nach außen hin wahrnehmbare Wärmeintensität mittels eines Drehschalters angepasst wird. Aus Gründen der Sicherheit muss man diesen Drehschalter beim ersten Mal nicht nur drehen, sondern ihn gleichzeitig auch noch eindrücken; durch diesen Mechanismus nämlich wird vermieden, dass man den Gasausstoß versehentlich anstellt, was mit erheblichen Risiken verbunden sein kann: Butan- und Propangas sind nicht nur hochbrennbar und können, wenn sie sich sich an einer Stelle ansammeln, Ursprung eines alles verbrennenden Flammenmeers werden, sondern außerdem einen Tod durch Ersticken verursachen. Da ein Heizstrahler während des Gasausstroms niemals umkippen sollte, ist bei allen geprüften Modellen ein spezieller Kippschutz vorhanden: Ab einer bestimmten Neigung sperren die hier installierten Mechanismen vollautomatisch den weiteren Gasstrom, sodass der Brenner erlischt und das Gas nicht haltlos weiter nach außen weichen kann. Einen weiteren Sicherheitsmechanismus stellt die Zündsicherung dar: Wenn das Feuer einmal, etwa durch einen gewaltigen Windstoß, erlöschen sollte, wird dies vom Heizstrahler erkannt und der weitere Gasstrom unverzüglich gestoppt – anderenfalls würde sich das Butan- und/oder Propangas, das in einer solchen Situation nicht mehr verbrannt werden könnte, immer weiter ausbreiten und sich, weil es sich hier um ausgesprochen schwere Gase handelt, am Boden ansammeln.

Um den Transport außer- und auch innerhalb des Haushalts zu erleichtern, ist an vielen Heizstrahlern ein Transportrollenpaar vorhanden. Kippt man das Modell, kann man es so – von den Transportrollen getragen – leichtgängig über den Fußboden rollen. Freilich: Ein Heizstrahler lässt sich auch normal anheben und vor sich her hieven: Die dieses Mal von uns geprüften Modelle sind schließlich auch nicht allzu schwer (im Test mmin: 15,8 kg, mmax: 31,0 kg); bei manchen ist der vom Material herrührende Grip allerdings sehr viel besser als bei anderen.

Getestete Produkte

  • ACTIVA Flammenheizer Canton Tower 13640
  • ACTIVA Heizstrahler Brolly ECO Plus
  • AmazonBasics Radiant Heater, Patio Heater
  • BURNY Bullet Inox-PRO
  • Enders Gas-Terrassenheizer Elegance
  • Sonnenkönig Wärmepilz Rattan

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