14 mobile Klimageräte im Test 2021

Milde Temperaturen – auch im Sommer

27. Mai 2021

Der Sommer naht schnellen Schrittes – und mit ihm sind uns auch wieder praller Sonnenschein und hohe Temperaturen verheißen. So wundervoll diese allgegenwärtige Wärme auch sein kann, vor allem nach dem wirklich durchwachsenen diesjährigen Frühling: Gerade in den letzten Jahren waren die Sommer in Mitteleuropa sehr viel wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Dies ist nicht nur deshalb verdrießlich, weil die Natur unter der mit solchen Temperaturen regelmäßig verbundenen Trockenheit leiden muss, sondern auch weil wir Menschen sehr viel besser mit einer eher maßvollen Wärme auskommen. Wie leidvoll so manch sommerlicher Abend sein kann, werden wir alle schon mehr als nur einmal erlebt haben: Man kommt am Ende eines Tages wieder in seinen Haushalt und muss in dem Moment, in dem man den Fuß über die Türschwelle hebt, erkennen, dass man die draußen herrschende, alles vereinnahmende Wärme leider auch im Haus nicht mehr los wird. Ein starr mit den Mauern des Hauses verbundenes Klimasystem, mit dem man die sommerlichen Temperaturen schon innerhalb von Minuten wahrnehmbar abmildern kann, ist in solchen Situationen sehr wertvoll. Aber: Solche Systeme lassen sich nicht in allen Haushalten installieren, auch weil dies mit außerordentlich viel Arbeit verbunden ist und nur von versierten Handwerker:innen verwirklicht werden kann. Wie wundervoll ist es da, dass man sich mittlerweile eine ähnlich wirksame, aber simpler und auch schneller zu installierende Alternative ins Haus holen kann: Ein mobiles Klimasystem.

Dass viele Verbraucher:innen an mobilen Klimasystemen interessiert sind, ist nicht weiter verwunderlich: Sie sind schließlich sehr viel niedrigerpreisig als die klassisch-konventionellen, mit einer Wand des Haushalts zu verbindenden Systeme, können auch von denjenigen Verbraucher:innen, die keine versierten Handwerker:innen sind, installiert werden und lassen sich außerdem, weil man hier nichts durch eine Wand hindurch leiten muss, ohne das Einverständnis der Vermieterin resp. des Vermieters anschließen. Schön ist außerdem, dass viele der aktuell erhältlichen Modelle wahre Alleskönner sind, die nicht nur die im Haushalt herrschenden Temperaturen absenken, sondern bspw. auch das Feuchtelevel (Humidität) im Haushalt vermindern können. Dabei lässt sich das Funktionsspektrum vieler Modelle vollkommen intuitiv verwenden: So kann man anhand eines Timers einprogrammieren, dass sich das Modell immer zu einem bestimmten Zeitpunkt ans Werk machen soll: So kann man bspw. am Abend, nachdem man vorher außer Haus war, in den Genuss wundervoll-milder Temperaturen kommen. Zuweilen messen die Modelle auch die im Haushalt herrschenden Temperaturen und passen ihre Ventilation demgemäß an. All diese Funktionen sind auch bei den 14 mobilen Klimasystemen vorhanden, die wir dieses Mal im Test hatten. Wie sich die einzelnen Modelle verwenden lassen, was sie bei Temperaturen von 30 °C wirklich leisten können, wie es sich derweil mit dem Schallausstoß und dem Stromverbrauch verhält und noch vielerlei mehr lesen Sie im Weiteren.

Mobile Klimageräte– Technik im Detail

Alle im Test vertretenen Klimasysteme stellen einen geschlossenen Kreislauf dar, der das Kältemittel R 290 enthält. Dieses ist zunächst flüssig A. Nun wird die warme Raumluft ins Innere des Klimasystems gesogen B, welche das Kältemittel erwärmt, sodass es gasförmig wird. Ein Teil der Wärme geht also von der Raumluft auf das Kältemittel über – die Luft wird also kühler und zurück in den Raum geblasen C. Das nun gasförmige Kältemittel gelangt vom Verdampfer in einen Kompressor D, wird komprimiert und (physikalischen Gesetzen folgend) dabei zugleich noch weiter erhitzt, sodass es nun deutlich wärmer ist als die Umgebungsluft. Im Kondensator E wird das Kältemittel in der Folge von der Luft abgekühlt, bis es flüssig ist; nun kann der Kreislauf von Neuem beginnen. Die vom Kondensator erwärmte Luft soll natürlich nicht in den Raum geblasen werden, da sie diesen wieder aufheizen würde; stattdessen wird sie durch einen Abluftschlauch F fortgeleitet. Dieser Schlauch muss zuvor auf geeignete Weise an einem Fenster befestigt werden, sodass die Luft nach draußen geleitet wird. Um das Fenster abzudichten, ist im Lieferumfang der meisten Modelle ein Fensterkit G enthalten. Manche Modelle bieten auch einen Wanddurchlass, sodass sich der Schlauch durch ein Loch in der Außenwand führen lässt. Weil der Luft vom Klimasystem außerdem ihre Feuchtigkeit entzogen wird, sammelt sich im Laufe der Zeit im Modell Kondenswasser, welches abgelassen werden muss, wenn das Modell einen entsprechenden Hinweis gibt. Die vom Klimasystem angesaugte und ausgestoßene Luft wird durch einen Filter H geleitet und so gereinigt; der Filter muss regelmäßig gesäubert und bisweilen ausgewechselt werden. Die Bedienung eines mobilen Klimasystems erfolgt immer über ein Display sowie eine Reihe von Bedienelementen I am Modell selbst; zudem ist auch eine Fernbedienung J vorhanden. Manche Modelle können darüber hinaus per App oder Sprachsteuerung bedient werden. Neben der eigentlichen Kühlfunktion bieten alle Modelle im Test aber auch noch weitere Möglichkeiten: Zunächst ist überall ein Thermostat vorhanden, sodass man die gewünschte Zieltemperatur vorab einstellen kann; das Modell hört dann auf zu arbeiten, wenn diese Temperatur erreicht ist. Auf Wunsch oszilliert der vom Klimasystem emittierte Luftstrom außerdem, sodass die kühle Luft gleichmäßig im Raum verteilt wird. Auch eine Funktion zum Senken der Luftfeuchtigkeit ist oft vorhanden. Zudem können Klimasysteme auch als Ventilator zum Einsatz kommen. Zuletzt ist bei den Modellen auch ein Timer zu finden, der es ermöglicht, das Modell nach festgelegten Zeitspannen automatisch ein- oder auszustellen. Einzelne Klimasysteme besitzen schließlich noch verschiedene weitere Sonderfunktionen.

Mobiles Klimasystem mit App und Smart Speaker-Kompatibilität

Midea Silent Cool 26 Pro WF im Test

produkt3Der Midea Silent Cool 26 Pro WF von vorne.

Die Midea Group hat neben dem Silent Cool 26 Pro, das schon in unserem diesjährigen Test mobiler Klimageräte vertreten war, auch noch ein ansprechendes Bruder- resp. Schwesternmodell im Sortiment: Das Silent Cool 26 Pro WF. Beide Modelle unterscheiden sich nur in einer Hinsicht voneinander: Mit dem Silent Cool 26 Pro WF können an smarten Spielereien interessierte Verbraucherinnen und Verbraucher auch ihr Smartphone oder Tablet zur Hand nehmen, um all die verschiedenen Funktionen des Modells anschließend per Nethome Plus-App (Android ab Version 4.4 und iOS ab Version 9.0) zu erreichen – aus allen Winkeln des Haushalts. Ferner lässt sich das Modell auch mit modernen Smart Speakern, wie bspw. der in mittlerweile mehr als 11 Millionen Haushalten innerhalb der Bundesrepublik vorhandenen Alexa von Amazon, koppeln, um sich der einzelnen Funktionen auch allein vermittels der Sprache annehmen zu können. Wenn man dies aber einmal außen vor lässt, so sind beide Modelle vollkommen identisch, sodass das Silent Cool 26 Pro WF ebenso wirksam kühlen kann wie das ursprünglich von uns getestete Silent Cool 26 Pro.

Die von vornherein intuitiv verwendbare App erlaubt eine ausgesprochen leichtgängige Bedienung des Modells: Anders als eine klassisch-konventionelle Fernbedienung hat man sein Smartphone, schließlich auch im Haushalt immer zur Hand und kann daher, wann immer es einem danach stehen sollte, bspw. die Ventilation an-, wieder ausschalten oder aber einzelne Parameter wie die zu verwirklichende Temperatur verändern. Dass sich das Modell mit einer solchen, verlässlich ansprechenden App koppeln lässt, verbessert das Bedienerlebnis sehr. Nicht anders verhält es sich aber auch mit der Smart Speaker-Kompatibilität: Wer einen solchen Smart Speaker schon in seinem Haushalt hat, einerlei ob in der Gestalt von Amazon Alexa oder in derjenigen von Google Home, muss nicht einmal mehr die Hände heben, um sich der Funktionen des Modells zu widmen: Hier kann man das Modell schon mit dem Mittel seiner Sprache kommandieren. Für Verbraucherinnen und Verbraucher, die ihren Haushalt immer smarter zu machen suchen, ist das prima. Während des Tests haben die von uns verwendeten Smart Speaker auch problemlos mit dem Modell kommunizieren können: Das Modell kam Sprachkommandos innerhalb von nur ein paar Momenten, nachdem sie ausgesprochen worden sind, anstandslos nach.

Das aber ist noch nicht alles: Mit der App allein kann man Features erreichen, die einem das Modell ansonsten vorenthält, sodass die App auch das Funktionsspektrum als solches anzureichern weiß: Hier ist schon die sehr viel eindrucksvollere Funktionalität des Timers zu erwähnen. Am Modell selbst kann man nur einstellen, wann sich das Modell ans Werk machen und dasselbe wieder einstellen soll. Mit der App wiederum lässt sich all dies noch weiter planen: Hier kann man einprogrammieren, wann sich das Modell in der Woche, am Wochenende usw. an- und wieder ausschalten soll. Währenddessen lässt sich aber auch vorsehen, in welchem Modus das Modell werkeln, welche Temperatur es verwirklichen und mit welchem Tempo der Ventilator in ihm vor sich hin drehen soll. Die App erlaubt es hier also, die Arbeit des Modell in vollem Maße voreinzustellen. Weiterhin interessant ist die Option, den SLEEP– resp. ECO-Modus im Detail vorauszuplanen: Man kann hier hinsichtlich jeder einzelnen Stunde der Nacht einprogrammieren, welche Temperatur das Modell anvisieren soll; dies ist, weil die Qualität der Nachtruhe in erheblichem Maße von der im selben Raum herrschenden Temperatur abhängig ist, außerordentlich wertvoll.1 Außerdem ist noch eine Handvoll weiterer Funktionen vorhanden, wie bspw. eine solche zur Kontrolle des Modells, welche dessen Status immer detailliert nach außen hin erkennbar macht.

Alles in allem vermitteln die smarten Funktionen des Silent Cool 26 Pro WF, vor allem also diejenigen der App, einen auch in der Lebenswirklichkeit des Haushalts wahrzunehmenden Mehrwert: Die App ist schließlich nicht nur eine Spielerei, sondern versteht das Funktionsspektrum des mobilen Klimageräts auch noch um ein paar sinnvolle Features zu erweitern. Darüber hinaus ist sie schneller und simpler zu verwenden als die außerdem vorhandene Remote Control. Aus diesem Grunde erzielt das Silent Cool 26 Pro WF letzten Endes ein besseres Testurteil als sein Bruder- resp. Schwesternmodell: Es erreicht 92,6 % anstelle von 92,4 % und ist daher nach unserem Maßstab „sehr gut“.

 

Technische Daten

Hersteller
Modell
Midea
Silent Cool 26 Pro WF
Maße des Geräts
(Bmax × Hmax × Tmax)
46,0 × 78,0 × 38,0 cm
Gewicht des Geräts
(mmax, ohne Schlauch)
31,1 kg
Durchmesser des Schlauchs
max)
18,5 cm
Maß des Schlauchs
(Lmax)
1,5 m
Maß des Stromkabels
(Lmax)
1,8 m
Spannung bzw. Frequenz 220–240 V bzw. 50 Hz
Kühlleistung
(lt. Hersteller)
9.000 BTU bzw. 2,6 kW
EER
(Funktion: Kühlen)
2,6
Energieklasse
(Funktion: Kühlen)
A
Typ des Kältemittels R290
Funktionsspektrum FOLLOW ME, Oszillation, SLEEP / ECO, TIMER
Modusspektrum Auto, Entfeuchten, Kühlen, Ventilator
Temperaturspektrum
(Funktion: Kühlen)
17–30 °C
Zubehör Abluftschlauch; Fensterdüse; Fensterkit; Fernbedienung (inkl. 2 × Batterien, Typ AAA, 1,5 V); Kondenswasserschlauch; Montagematerialien; Wanddurchlass
Maximales Raumvolumen
(Vmax, lt. Hersteller)
88 m³
Leistung
(PØ, ermittelt bei einer einprogrammierten Temperatur von 18 °C mit maximaler Ventilation)
690,2 W
Leistung in W
(PØ, ermittelt bei einer einprogrammierten Temperatur von 18 °C mit maximaler Ventilation)
Graph
Schalldruckpegel
(LP max, lt. Hersteller)
57 dB(A)
Schalldruckpegel
(LP Ø bzw. LP max aus d: 1,0 m, ermittelt bei einer einprogrammierten Temperatur von 18 °C mit maximaler Ventilation)
49,5 bzw. 50,4 dB(A)

 

Bewertung

Hersteller
Modell
% Midea
Silent Cool 26 Pro WF
Kühlen 55 94,7
Kühlleistung 85 96,0
Gleichmäßigkeit 15 87,5
Funktionsspektrum 10 93,0
Handhabung 15 93,1
Bedienung 45 93,0
Reinigung und Wartung 25 95,0
Installation 15 93,0
Transport 10 91,2
Bedienungsanleitung 5 88,0
Betrieb 15 83,4
Stromverbrauch 60 77,3
Schallemissionen 38 97,4
Material-/Materialverarbeitungsqualität 5 88,0
Bonus / Malus +0,1 (Nethome Plus-App);
+0,1 (Shortcut-Funktion);
+0,1 (Smart Speaker-Kompatibilität)
Preis in Euro (UVP) 699,00
Durchschnittlicher Marktpreis in Euro 504,97
Preis-/Leistungsindex 5,46
Gesamtbewertung 92,6 % („sehr gut“)

1 Forscherinnen und Forscher empfehlen eine Temperatur von 19 bis 21 °C, vgl. Harding, E. C. et al.: The Temperature Dependence of Sleep. In: Frontiers in Neuroscience, Vol. 13 (2019): S. 336 (hier).

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