Wissenswertes zu Akku-Bohrschraubern

02. August 2012

Das Angebot an Akku-Bohrschraubern ist inzwischen riesengroß. Worauf aber sollten gerade Hobby-Bastler und Heimwerker beim Kauf eines neuen Gerätes Wert legen?

Zu allererst muss klar sein, was man eigentlich genau machen möchte: Kleine oder große Schrauben eindrehen, in Holz oder Metall bohren, selbstschneidende Schrauben versenken, vielleicht sogar in Mauerwerk (mit Schlag) bohren? Erst wenn Sie sich über den selbstgestellten Aufgabenbereich völlig im Klaren sind, lässt sich die richtige Kaufentscheidung treffen.

Zur Zeit werden im Handel Geräte mit 3,6 bis 24 Volt angeboten; mit Geräten, die eine Spannung zwischen 14,4 und 18 Volt aufweisen, sollten Sie dabei theoretisch auf jeden Fall für alle anstehenden Heimwerker-Aufgaben gerüstet sein. Wie handlich und leistungsstark sind die Maschinen? Wo liegen die Unterschiede bei den einzelnen Modellen? 

akku-bohrschrauber-details(A) Bohrfutter: Ein Werkzeugwechsel kann einhändig mit einem Schnellspannbohrfutter durchgeführt werden. (B) Drehmoment-Einstellung: Bei allen Modellen kann das Drehmoment über einen Drehring justiert werden. (C) Akku: Nahezu alle Modelle haben ein Schnellladegerät im Lieferumfang; das Makita Modell glänzt dabei mit einer Ladezeit von rund 15 Minuten. (D) Stufenschalter: Hier kann zwischen erstem und zweitem Gang geschaltet werden. (E) Startknopf / Vor- & Rücklauf: Über den Gasgebeschalter wird die Drehzahl bestimmt; direkt darüber kann per Drucktaste die Laufrichtung eingegeben werden.

Die Spannung

Um die Leistung eines Akku- Bohrschraubers richtig einschätzen zu können, müssen mehrere Kriterien berücksichtigt werden. Die Spannung (in Volt angegeben) ist dabei ein wichtiges Indiz: Die Voltzahl gibt grundsätzlich an, wie kräftig der Motor des jeweiligen Gerätes ist. 

Lassen Sie sich jedoch nicht von der Volt-Zahl blenden; ein Gerät wie z.B. das
Hitachi-Modell (14,4 Volt; 3,0 Ah) aus unserem Akku-Bohrschrauber-Test 09/2011 arbeitet deutlich kraftvoller als so mancher 18 Volt-Akku-Bohrschrauber.

Das Drehmoment

Das maximal zur Verfügung stehende Drehmoment wird immer durch die Getriebeübersetzung und den Motor bestimmt. Je höher dabei das maximale Drehmoment ist, desto größere Schraubendurchmesser lassen sich verarbeiten. Für eine saubere Verarbeitung der Schrauben (bündiges Abschließen der Schraubenköpfe mit dem Werkstoff etc.) sollte das Gerät dabei über eine subtile Abstimmung der einzelnen Drehmomentstufen verfügen.

Aber: Verschiedene Hersteller nutzen unterschiedliche Verfahren, um das Drehmoment zu messen; daher ist eine exakte Vergleichsmöglichkeit nicht immer gegeben. Zudem muss zwischen „weichem“ Schraubfall (z.B. Metall auf Holz) und „schwerem“ Schraubfall (z.B. Metall auf Metall) unterschieden werden.

Anzahl der Gänge/Getriebe

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Die Anzahl der Gänge ist ein nicht zu unterschätzendes Kriterium hinsichtlich des Leistungsspektrums eines Akku-Bohrschraubers. Im Handel sind Maschinen mit 1-Gang-, 2-Gangund 3-Gang-Getrieben erhältlich. Um ein flexibles Arbeiten zu ermöglichen und das Anwendungsspektrum zu erweitern, sollte in jedem Fall mindestens ein 2-Gang-Getriebe eingebaut sein. Das ist wichtig, um auf verschiedenartige Arbeitsgegebenheiten reagieren zu können.

Im Normalfall wird bei großen Schraub- und Bohrdurchmessern der langsamere, aber drehmomentstärkere 1. Gang genutzt. Da im 2. Gang mit höheren Drehzahlen, aber geringerem Drehmoment gearbeitet wird, ist dieser effizienter bei kleinen Durchmessern.

Die Ausdauer/Laufzeit

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Lithium-Ionen-Akkus haben gegenüber den „alten“ NiCD und NiMH-Akkus keinen Memory- Effekt, eine nur geringe Selbstentladung und sind leichter als eben die Vorgänger-Typen. Die Länge der Akku-Laufzeit definiert sich über die Speicherkapazität der Akku-Zellen; diese wird in Ampere-Stunden (Ah) gemessen. Dabei gilt: Je höher die Ampere-Stundenzahl ist, desto länger sollte ein Akku durchhalten und umso mehr Schrauben oder Bohrungen können mit einer Ladung getätigt werden.

Griff- und Haltekomfort

handhabung

Der sogenannte Mittelhandgriff hat den früher weit verbreiteten Pistolenhandgriff verdrängt. Mit ihm lassen sich bei der Vielzahl der Geräte auftretende Vibrationen besser abfedern. Um gerade bei häufigen Anwendungen eine sichere Handhabung zu gewährleisten, sollten die Akku-Bohrschrauber mit einem Softgrip aus weichem Kunststoff bzw. mit gummierten Polsterungen ausgestattet sein, damit das Gerät immer sicher in der Hand liegt.

Je leistungsstärker der Akku-Bohrschrauber ist, desto mehr Gewicht bringt er meistens auch auf die Waage; ein höheres Gewicht limitiert oftmals aber die Handlichkeit. Daher ist es enorm wichtig, dass Abmessungen und Gewicht mit einem gut gewählten Schwerpunkt korrespondieren, um die Maschine leicht und locker führen und auch in beengten Platzverhältnissen sowie bei Über-Kopf-Arbeiten mit so wenig Kraftanstrengung wie möglich arbeiten zu können.

Die wichtigsten Ausstattungsmerkmale

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Die Ausstattung und die Auswahl des Zubehörs ist letztendlich mitentscheidend über den Erfolg der Anwendung.

Die Schnellstopp-Funktion ist dafür verantwortlich, dass der Bohrkopf nicht nachläuft, sondern bei Loslassen der Betätigungstaste innerhalb von Sekundenbruchteilen abrupt stoppt. So wird die Sicherheit erhöht und ein exaktes Versenken der Schrauben unterstützt. Eine Spindelarretierung (Öffnen des Bohrfutters mit einer Hand) und ein Schnellspannbohrfutter (Wechseln von Bits und Bohrern ohne Öffnungswerkzeug) zählen ebenso zum Standardrepertoire wie der obligatorische Links-/Rechtslauf.

Weitere verbaute Ausstattungsmerkmale rund um integrierte Beleuchtung, Akku-Zustandsanzeigen oder Bithalterungen variieren von Hersteller zu Hersteller und können den Bedienkomfort ungemein erhöhen. Achten Sie aber insbesondere darauf, dass der Hersteller ein Schnellladegerät im Lieferpaket beigelegt hat. Solche haben den Vorteil, dass dann ein Ladevorgang zwischen 15 und 60 Minuten dauert. 

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