Kleine Schraubenkunde

02. August 2012

Es gibt derart viele Schraubenarten und -typen, dass das Angebot gerade für Unerfahrene nur schwer überschaubar bleibt. Im Folgenden möchten wir Ihnen die gängigsten Schraubenarten vorstellen; meist lassen sich dabei entsprechende Verwendungszwecke über die Form des Schraubenkopfes zuordnen.

Bei Arbeiten mit Holz oder Holzwerkstoffen werden in erster Linie Schrauben mit Senkkopf benutzt; diese lassen sich bündig mit der Oberfläche des Werkstücks versenken.

Zum Befestigen von Beschlägen, Schildern und Leisten werden vornehmlich Schrauben mit Halbrundkopf oder Linsenkopf benutzt; im Möbelbau werden teilweise auch Zierkopfschrauben verwendet.

Insbesondere für Befestigungen in Holzbalken werden Schrauben mit zylindrischen Köpfen sowie solche mit Sechskantköpfen für den Ansatz eines Schraubenschlüssels verwendet.

Ebenfalls überwiegend bei Holzarbeiten werden Schlossschrauben benötigt; diese haben einen runden Kopf mit einem Vierkant als Gegenstück darunter. So soll verhindert werden, dass sich die Schraube beim Anziehen der Mutter mitdreht; die Schraube kann nur von der Mutterseite wieder gelöst werden. 

Die wichtigsten Formelemente für Schraubendreher und -schlüssel

schraubenarten(1) Schlitz. (2) Kreutzschlitz. (3) Innen-Vierkant. (4) Innen-Sechskant (Inbus). (5) Innenvielzahl (Torx).

Schlitz (1):

Bis ca. 1920 waren dies die gebräuchlichsten Schrauben; mit der dann einsetzenden Massenfertigung kamen aber die Nachteile dieser Schraubenart zum Vorschein: Das Ansetzen des Schraubendrehers dauert länger und bei einem möglichen Abrutschen kann sowohl der Schraubenkopf wie auch das Bauteil beschädigt werden. Heuer haben Kreuzschlitzschrauben die Schlitzschrauben fast vollständig aus der industriellen Fertigung verdrängt.

Kreuzschlitz (2):

Sie sind ausschließlich für Schraubendreher mit Kreuzschlitz vorgesehen. Durch verschiedene Herstellungsverfahren der Schrauben können Kreuzschlitze unterschiedlich gestaltet sein.

Innen-Vierkant (3):

Der Kopf dieser Schraube (auch Robertson- Schraube genannt) ist mit einem quadratischen Innen-Vierkant versehen. Durch dieses Innen-Vierkant rutscht der passende Schraubenbit nicht so leicht aus dem Schraubenkopf heraus; somit ist eine verbesserte Kraftübertragung möglich.

Innen-Sechskant (Inbus) (4):

Diese Schrauben können ausschließlich mit einem Sechskantschlüssel (auch Inbusschlüssel genannt) angezogen werden. Sie können für Befestigungen in Holz, Metall und Kunststoff verwendet werden.

Innenvielzahl (Torx) (5):

Torx ist die Bezeichnung für Schrauben in Vielrundform. Dieses Profil erleichtert das Aufsetzen des Werkzeuges und sorgt für eine optimale Kraftübertragung; dadurch können auch Akkuschrauber mit hohen Drehmomenten für ein rasches Befestigen ohne Beschädigungen des Innenprofils verwendet werden.

Die wichtigsten Schraubenarten

Holzschraube

holzschraubenHolzschrauben.

Diese wird zum Verschrauben von Holz (vor allem im Möbelbau und der Möbelreparatur) verwendet. Zum Einsatz kommen dabei Senkkopfschrauben, Halbrundkopfschrauben und Linsenkopfschrauben; eine Sonderform stellen die Ingenieurbauschrauben dar. Beim Kauf von Holzschrauben sind zwei Angaben wichtig: Schaftdurchmesser und Länge (Beispiel: 3,5 x 40 bedeutet, dass die Schraube 3,5 mm dick und 40 mm lang ist.). Die handelsüblichen Stärken einer Holzschraube liegen zwischen 1,4 und 6,0 mm bei Längen bis 200 mm. Das Standardmaterial der Holzschraube ist Stahl. Wichtig: Traditionelle Holzschrauben bestehen aus einem konischen Schaft mit einem zur Spitze hin verjüngenden Gewinde; auf Grund dieser Bauweise muss bei Holzschrauben grundsätzlich vorgebohrt werden.

Holzbauschraube

Diese Schraube wird speziell für die schnelle Montage von Spanplatten und Holztafeln auf Unterkonstruktionen hergestellt; der Schraubenkopf hat dabei einen Senkkopf und ist oft mit Fräsrippen ausgestattet. Oft haben Holzbauschrauben ein Hochtief-Doppelganggewinde, welches das Ein- und Ausdrehen erleichtert.

Metallschraube

metallschraubenSelbstschneidende Metallschrauben.

Diese Art von Schraube erkennt man am gleichmäßig über den zylindrischen Schaft verteiltem Gewinde. Neben diesen sogenannten metrischen Standardgewinden gibt es noch Fein- sowie Spezialgewinde, die allerdings auf anderen Maßsystemen beruhen und für den Heimwerker eine eher untergeordnete Bedeutung besitzen. Diese Art von Schrauben werden durch den Buchstaben M in Kombination mit zwei Zahlen (Stärken- und Längenangabe) gekennzeichnet; Beispiel: M5/40 ist demnach eine metrische Normgewindeschraube mit 5 mm Schaftdurchmesser und 40 mm Länge. Wichtig: Zu jeder Metallschraube gehört als Gegenstück eine passende Mutter oder eine Gewindebohrung im Werkstück.

Blechschraube

Sie ähnelt in der Form der klassischen Holzschraube (konisch zulaufend), hat aber ein gehärtetes Spezialgewinde, das für besonders festen Halt in Blechen sorgt; beim Eindrehen schneiden sie sich ihr Muttergewinde selbst. Sie gelten als universelles Befestigungsmittel für Verschraubungen mit Blechen (Profilbleche aus Stahl, Edelstahl oder Aluminium, Blechverkleidungen, KFZ-Bau etc.). Außer Blechen können damit auch Hartfaserund Kunststoffplatten befestigt werden.

Allzweckschraube

allzweckschraubeAllzweckschrauben.

Der Typus wird auch Universalschraube genannt. Die Spitze sowie das Gewinde inklusive der zusätzlichen Gleitbeschichtung ermöglichen schnellere Einschraubmomente mit geringerem Kraftaufwand als dies der Fall bei unbeschichteten Schrauben ist. Allzweckschrauben sind für die Montage von Spanplatten und zur Verbindung von Holzelementen geeignet. Wissenswert: Der Name SPAX (Synonym für Spanplattenschraube mit Kreuzschlitz) ist eigentlich ein geschützter Markenname für selbstschneidende Universalschrauben; das besondere Merkmal einer SPAX-Schraube ist das patentierte gewellte Gewinde. Es wird nur wenig Werkstoff verdrängt, was die Gefahr eines Reißens oder Spaltens des Werkstückes an der Einschraubstelle minimiert. Gerade Spanplatten sind hierfür extrem anfällig. Mittlerweile werden viele angepasste Varianten der SPAXSchraube von verschiedenen Herstellern angeboten Durch die große Verbreitung dieser Art von Schrauben ist der Begriff SPAX in Deutschland zu einem Synonym für alle Arten von Spanplattenschrauben geworden.

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