Teures Energiesparen bei Kühl-Gefrierkombinationen

16. Januar 2013

Im Gegensatz zu allen anderen Haushaltsgeräten befinden sich Kühl- und Gefriergeräte im Dauereinsatz und arbeiten 365 Tage im Jahr. Daher ist es wichtig, schon bei der Anschaffung auf den Energieverbrauch zu achten, um unnötige Kosten zu vermeiden. Doch das als einfacher Wegweiser gedachte Energielabel verwirrt den Endverbraucher mittlerweile mit einer wahren Flut von Gütesiegeln und technischen Bezeichnungen. Hinzu kommen noch enorme Preisunterschiede zwischen den Geräten unterschiedlicher Klassen, welche zusätzlich für Verunsicherung sorgen.

Die Energieeffizienzklassen

Seit 1998 müssen Haushaltsgroßgeräte mit dem Energielabel versehen werden, welches über den Energieverbrauch informiert. Es wurden die Energieeffizienzklassen A-G eingeführt, welche im Jahre 2003 um die Klassen A+ und A++ erweitert wurden. Seit Ende 2011 werden die sparsamsten Neugeräte mit einem A+++ ausgezeichnet, die Klassen E-G fallen weg.

A+ nur noch drittklassiges Gütesiegel

Das Sparpotential allein zwischen den einzelnen A-Klassen ist enorm. Liegt der angenommene Verbrauch eines Gerätes der Energieeffizienzklasse A bei 300 kWh/Jahr, ergibt sich folgendes Bild:

A 300 kWh/Jahr
A+ 240 kWh/Jahr (-20 %)
A++ 180 kWh/Jahr (-40 %)
A+++ 120 kWh/Jahr (-60 %)

Ein Kühl- und Gefriergerät der Energieeffizienzklasse A+ ist in Bezug auf den Stromverbrauch somit nur noch drittklassig und verbraucht doppelt so viel Strom wie ein Gerät mit der Auszeichnung A+++. 

Moderne Technik zum Energiesparen bei Kühl-Gefrierkombinationen

Gerade Kühl-Gefrierkombinationen können den Energieverbrauch durch vereisende Gefrierbereiche und dadurch notwendige und stetig wiederkehrende Abtauvorgänge deutlich in die Höhe treiben. Hier schaffen die Hersteller auf Wunsch durch technische Lösungen Abhilfe.

No-Frost verhindert Eisbildung

Bei der No-Frost-Technik wird das Gefriergut mit gekühlter Umluft eingefroren. Die Luftfeuchtigkeit wird dabei nach außen abgeleitet, wodurch der Gefrierraum stets eisfrei bleibt. Vorteilhaft sind ein dauerhaft gesenkter Energieverbrauch sowie zusätzliche Einsparungen durch ein nicht mehr nötiges, manuelles Abtauen. Nachteilig ist neben dem hohen Anschaffungspreis der um 10 – 20 % höhere Energieverbrauch im Vergleich zu einem Gerät ohne No- Frost-System. Dieser ist in der Energieffizienzklasse allerdings schon berücksichtigt und relativiert sich durch die Einsparungen.

Andere Systeme reduzieren Eisbildung

Andere Techniken wie „Low- Frost“ oder „Smart-Frost“ reduzieren die Eisbildung im Gefrierraum z.B. durch besonders glatte Innenwände oder speziell verlegte Kühlschleifen um bis zu 80%. So bildet sich nur sehr langsam eine Eisschicht im Gefrierraum und ein manuelles Abtauen ist nur ca. alle fünf Jahre erforderlich. Vorteilhaft ist der geringere Energieverbrauch im Vergleich zu Geräten mit No- Frost-Technik und der niedrigere Anschaffungspreis. Nachteilig ist, dass nur dann der angegebene Energieverbrauch eingehalten wird, wenn das Gefrierfach eisfrei ist – der Stromverbrauch erhöht sich also im Laufe der Jahre bis zum nächsten manuellen Abtauvorgang, welcher zusätzlich zum Energieverbrauch hinzuzurechnen ist.

Langfristig lohnt sich moderne Technik

So liegt es letztendlich am Verbraucher, ob er hohe Anschaffungskosten für ein sparsames Gerät bereit ist auszugeben oder lieber einen höheren Energieverbrauch in Kauf nimmt, um Anschaffungskosten zu sparen. Tendenziell gilt, dass hohe Anschaffungskosten und ein niedriger Energieverbrauch über eine Lebensdauer von 18-20 Jahren gerechnet unter dem Strich erheblich günstiger sind.

/www/htdocs/w00bc79c/domains/2018_etm-testmagazin-de