Schlechtes Zeugnis für Deutsche Bahn

22. März 2012

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) untersuchte im vergangenen Jahr zwischen April und September die Qualität bei den Fernzügen der Deutschen Bahn. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus, die von Bahnchef Rüdiger Grube angekündigte Kunden- und Qualitätsoffensive scheint bislang leider nicht beim Fahrgast angekommen zu sein. Kritisiert werden neben der Pünktlichkeit der Züge auch deren Sauberkeit sowie die Informationspolitik der Bahn.

Schlechte Noten gab es etwa für die Informationen bei Fahrplanabweichungen. Rund ein Drittel aller Züge sei verspätet unterwegs, etwa 18 Prozent verlassen sogar den Einsatzbahnhof bereits mit Verspätung. Ebenfalls in der Kritik: die Sauberkeit der Züge. Insbesondere die Toiletten in den IC- und EC-Zügen erhielten schlechte Noten, was angesichts des Durchschnittsalters der Flotte von etwa 40 Jahren nicht verwundert. Ein Sprecher der Bahn verwies zwar auf die geplanten Investitionen in diesem Bereich, aus Sicht des VCD kommen diese allerdings zu spät. Gute Noten erhielt die Bahn hingegen für die Freundlichkeit und die Kompetenz ihrer Zugbegleiter und für saubere Bahnhöfe, vor allem in Ostdeutschland.

Die Bahn sei insgesamt besser als ihr Ruf, so VCD-Chef Michael Ziesak. Die geplanten Stellenstreichungen in den Reisezentren sowie bei der ICE-Reinigung sieht er jedoch als falsches Signal.

Foto © Peter von Bechen / PIXELIO

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