Hausmittel gegen trockene Haare

26. Juli 2013

Ob zu warm oder zu kalt, zu viel gefärbt oder gestylt; Haare sind zwar strapazierfähig, aber irgendwann machen selbst die stärksten nicht mehr mit. Vor allem Chlor in den Sommermonaten und die kühle Luft im Winter sorgen für sprödes, trockenes Haar.

Selbst die besten Kuren helfen auf die Dauer nicht mehr. Doch es gibt da ein paar Hausmittel, die beinahe Wunder wirken.

Zuerst gilt es aber, die Haare nicht jeden Tag zu waschen, denn Shampoo und Co. trocknen die Haare zusätzlich aus, genauso wie das regelmäßige Fönen. Auch wenn der Ansatz schnell nachfettet, sofern die Möglichkeit im Urlaub oder zu hause besteht, unentdeckt oder unerkannt zu bleiben, sollte man sich mal dazu zwingen, die Haare drei oder vier Tage nicht zu waschen. Auch wenn die persönliche Ekelgrenze dadurch stark strapaziert sein mag, so tut dies der Kopfhaut unglaublich gut. Danach schafft man es vielelicht auch, die Haare nur noch alle zwei Tage zu waschen. Es mag zwar ein Irrtum sein, dass häufiges Waschen die Talgproduktion fördert, doch je häufiger man es wäscht, desto mehr ist es den Inhaltsstoffen von Shampoo ausgeliefert.

In den Sommermonaten ist es natürlich noch schwieriger sich zurückzuhalten. Gerade durch das Schwitzen kleben die Haare schnell am Kopf fest. Aber in diesen Fällen hilft es, den Pony nach hinten zu stecken und die Haare hoch zu binden. Ist das Haar wieder gesund, lässt es sich auch ab und an mal täglich waschen.

Zusätzlich halten saubere Kämme und Bürsten ohne Haarspray und anderen Rückständen das Haar länger frisch.

Zu den Hausmitteln

Sind die Haare phasenweise besonders problematisch, können die selbsterstellten Kuren ein- bis zweimal die Woche angewendet werden.

Die reine Öltherapie

Wichtig: Öl nie ohne zusätzliche Flüssigkeit benutzen, da Öl allein austrocknet. Zuerst das Haar immer anfeuchten, damit das Öl die Feuchtigkeit ins Haar einschließt.

Unterschiedliche Haare bevorzugen auch unterschiedliche Öle. Sehr gut eignen sich Olivenöl, Jojobaöl oder Kokosöl. Einfach das gewählte Öl vor allem in die angefeuchteten Spitzen massieren und dann für ein paar Stunden – am besten über Nacht – einwirken lassen. Danach die Haare waschen und ordentlich ausspülen.

Zitrone, ein Allroundtalent

Um die Ölkur zu intensivieren und in kürzerer Zeit zu praktizieren, hilft zusätzlich Zitrone.

Haare bis Kinnlänge:

  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 2 Esslöffel Zitronensaft
  • 1 Esslöffel Wasser

Haare bis Schulterlänge:

  • 4 Esslöffel Olivenöl
  • 4 Esslöffel Zitronensaft
  • 2 Esslöffel Wasser

Längere Haare:

  • 6 bis 10 Esslöffel Olivenöl
  • 6 bis 10 Esslöffel Zitronensaft
  • 3 bis 5 Esslöffel Wasser

Den Zitronensaft mit dem Wasser verdünnen und beiseite stellen. Dann etwas von dem Olivenöl nehmen und fünf Minuten lang in die Kopfhaut einmassieren. Sind Kopfhaut und Ansatz fertig, langsam mit massierenden Bewegung durch das ganze Haar nach unten arbeiten. Immer wieder Öl nach nehmen. Je nachdem wie sehr die Spitzen beschädigt sind, sind diese noch mal besonders intensiv zu massieren. Die Mindestdauer sollte bei drei Minuten liegen. Der gesamte Prozess wird anschließend mit dem verdünnten Zitronensaft wiederholt.

Danach die Haare hochlegen und Frischhaltefolie drumherum wickeln. Am besten noch zusätzlich ein warmes Handtuch darauf legen. Für leicht trockenes Haar reicht eine Einwirkzeit von 10 Minuten. Bei trockenem bis sehr trockenem Haar sollten es schon 20 Minuten sein und hat es zusätzlich zu einem hohen Trockenheitsfaktor auch noch Spliss, so liegt die Einwirkzeit bei etwa 30 bis 40 Minuten. Anschließend mit lauwarmen Wasser ausspülen, waschen und an der Luft trocknen lassen.

Die selbstgemachte Intensivkur

  • 2 Eigelb
  • 2 Esslöffel Honig
  • 1 überreife Banane
  • 3 Esslöffel Olivenöl

Die Zutaten in einem Mixer mischen und anschließend auf das feuchte Haar geben. Eine Duschhaube aufsetzen oder mit Frischhaltefolie umwickeln und ein Handtuch auflegen. Die Einwirkzeit beträgt etwa eine halbe Stunde. Anschließend ordentlich ausspülen, waschen und an der Luft trocknen lassen.

Die Sache mit dem Babyöl

Wer nicht erst eine eigene Mixtur anfertigen möchte, der kann es auch mit Babyöl versuchen. Das Babyöl wird wie eine Haarkur ins Haar einmassiert. Nach einer Einwirkzeit von mehreren Minuten ist es dann mit Babyshampoo ordentlich auszuwaschen, so dass keine Rückstände im Haar bleiben.

Tipp – Richtig Haare waschen

In dem Glauben den Haaren etwas gutes zu tun, wird eine ordentliche Portion Shampoo genommen und großzügig in den Haaren verteilt. Nach dem Ausspülen kommt eine ebenso großzügige Portion Pflegespülung oder Haarkur hinterher und nun sollte das Haar strahlen und glänzen. Leider ist das falsch gedacht. Beim Thema Haare ist weniger manchmal mehr. So sind die Inhaltsstoffe in den Pflegeprodukten für die Haare oftmals sehr belastend. Selbst bei einem milden Shampoo reicht für lange Haare eine haselnussgroße Portion aus. Die kleine Portion Shampoo verteilt man auf dem Haaransatz. Es ist überhaupt nicht nötig, sie auf dem gesamten Haar zu verteilen, denn das Ausspülen reinigt auch den Rest der Haare. Pflegespülungen und Haarkuren werden hauptsächlich in den Spitzen und auf jeden Fall fern des Ansatzes verteilt, denn sonst wirken die Haare auch in diesem Fall schneller fettig. Es reicht völlig aus, eine Haarkur einmal die Woche zu verwenden. Entscheidet man sich bei einer Haarwäsche für die Kur, so bleibt bei diesem Waschgang die Pflegespülung weg. Anschließend gilt es, die Haare ordentlich auszuspülen, so das keine Rückstände bleiben, denn diese belasten das Haar wieder nur und können es nach einiger Zeit stumpf wirken lassen.

Um den Haar einen besonderen Glanz zu verleihen, lohnt es sich mit kaltem Wasser nachzuspülen, denn dadurch schließt sich die Schuppenschicht des Haares.

In den herkömmlichen Shampoos sind so viele Inhaltsstoffe drin, dass sich eine Flasche locker aufteilen und mit Wasser strecken lässt, das spart zusätzlich Geld.

Foto Haare: JKModel/morguefile.com
Foto Zitrone: birgitH/pixelio.de