Funktionsweise von Holzspaltern

23. November 2014

Wer Brennholz eigenhändig spalten möchte, kann sich die Arbeit mit einem Holzspalter erleichtern. Wir erklären Ihnen die Unterschiede zwischen horizontalen und vertikalen Systemen und was Sie zum Thema Anwendung und Sicherheit wissen müssen.

Horizontal-Holzspalter (gelegentlich Holzspalten)

Zu trockenes Holz kann während des Spaltvorganges in Spaltrichtung wegspringen oder zersplittern.

Horizontalspalter unterscheiden sich von den Senkrechtspaltern hauptsächlich dadurch, dass nicht der Spaltkeil durch das Holz getrieben, sondern das Holz mittels eines sich horizontal bewegenden Stempels (A) in den Spaltkeil (B) gedrückt wird. Die Bedienung erfolgt über einen Motorschalter und über einen Druckhebel. Sobald der Motorschalter (C) oder der Druckhebel losgelassen wird, stoppt der Druckstempel und beim Loslassen beider Bedieneinrichtungen fährt der Stempel automatisch zurück.

Vertikal-Holzspalter (für große Mengen)

Sehr große Holzdurchmesser lassen sich bequem – Schritt für Schritt – zu kleineren Scheiten verarbeiten.

Bei Vertikalspaltern fährt der Spaltkeil (A) senkrecht von oben durch das zu spaltende Holz, welches sich auf einer höhenverstellbaren Arbeitsplatte (B) befindet und dabei vom Benutzer durch zwei seitliche Bedienarme festgehalten wird. In die Bedienarme (C) sind die Druckhebel für den Hydraulikzylinder integriert, welcher sich beim Herunterdrücken beider Hebel senkt. Sobald einer der Hebel losgelassen wird, stoppt der Zylinder augenblicklich; beim Loslassen beider Hebel fährt der Spaltkeil automatisch wieder nach oben.

Wartung und Pflege von Holzspaltern

Sowohl bei den vertikalen als auch bei den horizontalen Holzspaltern wird der Zylinder hydraulisch, d.h. durch Einleiten eines unter Druck gesetzten Fluids, zumeist Öl, angetrieben. Die von uns getesteten Geräte stehen unter einem Arbeitsdruck von etwa 150 – 250 bar (!) und erzeugen so einen Spaltdruck von 5,0 – 6,0 Tonnen. Die Menge an Hydrauliköl variiert dabei zwischen 2,4 und 5,4 l.

Achtung: Vor der Inbetriebnahme des Holzspalters muss die Entlüftungsschraube am Hydrauliköltank um einige Umdrehungen gelöst werden! Wird dies versäumt, werden durch den Überdruck die Dichtungen beschädigt, was zu Ölleckagen und dem Platzen von Leitungen und Ventilen führen kann.

  • Um Schäden am Gerät zu vermeiden, sollte der Zylinder regelmäßig geschmiert und gereinigt werden.
  • Aufgrund der hohen Krafteinwirkung im Betrieb sollten vor jedem Arbeitsgang alle Komponenten auf festen Sitz geprüft werden.

Holz sicher spalten

Legen Sie keine Holzstücke mit bereits abgesplitterten Enden in die Maschine, da die Fragmente durch den Druck wegbrechen und mit hoher Geschwindigkeit umher fliegen können.

Sollte die Maschine beim Spaltvorgang ins Stocken geraten bzw. blockieren, ist der Vorgang aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der Maschine unverzüglich abzubrechen!

Bei der Arbeit mit hydraulischen Maschinen wie Holzspaltern kann es bei sorgfaltswidriger Handhabung wegen der spezifischen Gefahren des Arbeitsablaufs und des Materials Holz zu schweren Verletzungen kommen. Um die Verletzungsgefahr zu reduzieren, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Arbeiten Sie stets umsichtig und bedienen Sie die Maschine nicht, wenn Sie die Sinnesleistung beeinträchtigende Medikamente oder bereits alkoholische Getränke zu sich genommen haben.
  • Lassen Sie nur eingewiesene Personen mit der Maschine arbeiten, welche mindestens 18 Jahre alt sind.
  • Bedienen Sie den Holzspalter nur, wenn Sie die Bedienungsanleitung aufmerksam gelesen und sich mit der Funktion der Maschine vertraut gemacht haben.
  • Spalten Sie die Holzstücke niemals quer sondern stets längs in Wuchsrichtung der Fasern.
  • Betreiben Sie die Maschine nicht, wenn Teile offensichtlich beschädigt sind oder fehlen.
  • Spalten Sie kein bereits trockenes und abgelagertes Holz, da dieses explosionsartig aufspringen und mehrere Meter weit umher fliegen kann.
  • Bedienen Sie das Gerät nur allein und stellen Sie sicher, dass sich bei laufender Maschine im Umkreis von 5 m keine weiteren Personen und Haustiere aufhalten.
  • Die gespaltenen Holzscheite können während des Betriebs herunterfallen und Ihre Füße verletzen (Sicherheitsschuhe).
  • Unsachgemäße Bedienung sowie das Außerkraftsetzen von Sicherheitsmechanismen kann zu Quetschungen oder zur Abtrennung von Körperteilen führen.
  • Verwenden Sie nur rechtwinklig abgesägte Holzstücke. Schräg geschnittenes Spaltgut kann beim Spaltvorgang wegrutschen.
  • Insbesondere astiges Spaltgut kann sich beim Spaltvorgang verklemmen. Beachten Sie beim Lösen, dass das Holz stark unter Spannung steht und die Finger im Spaltriss eingeklemmt werden können.
  • Verwenden Sie beim Spalten kurzer Holzstücke stets die vom Hersteller zugelassenen Zubehörteile wie eine Spaltkeilverlängerung und arbeiten sie niemals mit improvisierten Hilfswerkzeugen.