Zahlungsverkehr

26. September 2016

Noch immer hilft Bargeld in vielen Situationen. Kleinere Gewerbe können sich ein bargeldloses System nur erschwert leisten. Beim Kauf von Gebrauchtwaren oder auf dem Trödel geht es nicht anders. Doch ein Ökonom möchte dieses weitestgehend abschaffen.

Bargeld für kriminelle Zwecke

In seinem neu veröffentlichten Buch „Der Fluch des Geldes“ erörtert der ehemalige IWF-Ökonom und Harvard-Professor Kenneth Rogoff die Nachteile des Bargeldes. Dieses werde überwiegend für illegale Zwecke, wie Steuerhinterziehung, Kriminalität und Korruption in der Untergrund-Wirtschaft genutzt. Die Nachfrage nach Bargeld nehme, trotz weitestgehend sicheren und umfangreich verfügbaren elektronischen Zahlungsmethoden, in den meisten Industrienationen weiter zu. Einen Konflikt im Zuge der Abschaffung sehe er nur in der Privatsphäre und der Anonymität.

Stufenweise Abschaffung

Doch dieser Umstand betreffe das komplette moderne Leben so Rogoff, das von Daten sammelnden Unternehmen und Überwachungskameras geprägt sei. Einer Totalüberwachung solle demnach mit der stufenweisen Abschaffung von Bargeld entgegengewirkt werden. So sollen kleine Transaktionen auf ungewisse Zeit mit Scheinen und später nur noch mit Münzen getätigt werden können. Zeitgleich sollen für diesen Zahlungsverkehr anonyme bargeldlose Varianten eingeführt werden. Doch auch bei diesen Vorgängen müsse der Staat durchaus aufpassen, damit diese nicht erneut für kriminelle Aktivitäten missbraucht würden.

Quelle: heise.de
Bildquelle: Alexas_Fotos/pixabay

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