Vorsicht bei Gütesiegeln

13. April 2018

Bei einem Test des Politmagazins „Frontal 21“ scheiterte die DLG kläglich. Eine Wurst, die überwiegend aus Wasser und Fleischabfällen bestand, wurde von der Deutschen-Landwirtschafts-Gesellschaft mit Silber prämiert.

Foodwatch berichtet, dass die Journalistinnen und Journalisten des ZDF-Magazins „Frontal 21“ eine eigene Wurst kreierten. Neben 9 % Fleisch waren überwiegend Wasser (27 %) und Separatorenfleisch (46 %) Bestandteil der Wurst. Das Separatorenfleisch besteht aus Resten bzw. Abfällen der Fleischproduktion und ist eine Art Brei, der vom Knochen abgepresst wird. Laut Lebensmittelrecht handelt es sich hierbei nicht mehr um Fleisch. Außerdem muss die Verwendung von Separatorenfleisch laut Gesetz gekennzeichnet werden, da es nur unter Einhaltung hoher Hygienestandards verarbeitet werden darf. Der Hohe Wasseranteil wurde durch die Zugabe von Schlachtblutplasma kaschiert.

Der DLG gegenüber wurden diese Zutaten verschwiegen. Sowohl bei den Labortests als auch bei den Zubereitungs-, Verpackungs- und Kennzeichnungsprüfungen fiel die gepanschte Wurst nicht auf. Laut foodwatch sei Separatorenfleisch im Endprodukt nicht mehr nachweisbar, daher sind hier die zuständigen Behörden gefragt, die Lieferketten strenger zu kontrollieren. Die ausgezeichnete Wurst hatte einen Materialwert von gerade einmal 59 Cent pro Kilo. Im Supermarkt könnte sie laut ZDF für mehr als sieben Euro in der Theke liegen.

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