Verbraucher würden für Tierschutz zahlen

18. Januar 2016

In Deutschland wird jährlich immer mehr Fleisch verzehrt und das soll möglichst billig sein. Die Haltung der Tiere bleibt dabei viel zu häufig auf der Strecke. Das muss allerdings nicht sein, denn für verbesserte Bedingungen würden Verbraucher auch wesentlich mehr zahlen.

Haltung muss nachweislich verbessert werden

Schnitzel und Co. zu Dumpingpreisen sind keine Seltenheit und werden von vielen Verbrauchern gekauft. Allerdings ist sich ein Großteil der Konsumenten durchaus bewusst, in welchen Bedingungen die Tiere, die für das Billigfleisch geschlachtet werden, leben müssen. Ganze 64 Prozent würden laut einer Umfrage der Marketingberatung Zühlsdorf + Partner GbR im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) für Fleisch auch mehr bezahlen, wenn sie sich sicher sein können, dass davon auch tatsächlich die Tiere profitieren. Diese Sicherheit muss allerdings gegeben sein. Momentan ist die Situation jedoch denkbar unübersichtlich. Während bereits Versuche unternommen werden, die Haltung zu verbessern, ist jedoch keine einheitliche Linie erkennbar. Die Verbraucher werden nicht in die Bemühungen mit eingebunden, was zur Folge hat, dass ein bewusstes Einkaufen gar nicht stattfinden kann.

Verbraucher müssen besser aufgeklärt werden

Für 500 Gramm Schnitzel würden Verbraucher etwa 4,15 Euro bezahlen, sofern das Produkt über ein Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes verfügen würde. Das sind rund 39 Prozent mehr als die derzeit üblichen 2,99 Euro. 77 Prozent fordern gleichzeitig strengere Vorschriften beim Tierschutz und die müssen auch strenger kontrolliert werden, wie der vzbv anmerkt. „Tierschutz hat seinen Preis und Verbraucher sind bereit ihn zu zahlen. Doch dafür erwarten Verbraucher auch klare Verbesserungen in der Tierhaltung. Tierschutz darf kein leeres Versprechen sein“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Die Verbraucher müssen außerdem genau darüber aufgeklärt werden, was für die bessere Haltung der Tiere getan wird und wie sie dies aktiv durch ihr Kaufverhalten unterstützen können. Zu diesem Zweck sollte die Nutztierstrategie auch national unter dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gebündelt werden.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)

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