Termingarantie in der Kritik

21. Januar 2016

Termine bei Fachärzten sind oft schwer zu bekommen, die Wartezeiten betragen häufig mehrere Wochen. Mit der neuen Terminservicestelle soll sich das ändern. Jetzt wird allerdings Kritik laut, dass die neue Regelung viel mehr verspricht als sie halten könne.

Versprechen kann nicht eingehalten werden

Am 25. Januar öffnen die neuen Terminservicestellen. Wer dann einen Facharzttermin benötigt, kann dort anrufen und wird innerhalb der nächsten vier Wochen einen Termin erhalten. Die Freie Ärzteschaft kritisiert nun, dass es gar nicht möglich sei, dieses Versprechen so umzusetzen, wie Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CSU) es abgegeben hat. Schließlich gebe es nicht plötzlich mehr Ärzte; nur weil die Termine jetzt nicht mehr direkt von den Patienten gemacht werden, hätten die vorhandenen Ärzte nicht plötzlich mehr Zeit für Termine. Auch das mögliche Ausweichen in die Klinikambulanz ergebe wenig Sinn, denn hier gebe es oft keine Fachabteilungen und Fachärzte. Zudem entstünden hierdurch wesentlich mehr stationäre Einweisungen, die unnötig Kosten verursachen.

Durch Servicestelle entstehen unnötige Kosten

Die Entstehung unnötiger Kosten generell bildet einen weiteren Kritikpunkt der Freien Ärzteschaft. „Es entstehen enorme zusätzliche Kosten: Rund 50 Euro pro vermitteltem Termin hat die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen ermittelt“, sagte FÄ-Vorsitzender Wieland Dietrich am Donnerstag in Essen. Dabei sei nicht einmal klar, ob die Ausgaben überhaupt sinnvoll sind, denn laut einem OECD-Bericht „herrschen in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern nur geringe Wartezeiten auf einen Facharzttermin. Die OECD spricht daher von einer Phantomdiskussion in Deutschland.“ Nur in bestimmten Regionen herrschten tatsächlich zu lange Wartezeiten. Daran werde eine Terminservicestelle aber auch nichts ändern können.

Quelle: Freie Ärzteschaft e.V.

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