Stromrechnungen oft undurchsichtig

29. Februar 2016

Wer Strom und Geld sparen möchte, der sollte sich einen Überblick über seinen tatsächlichen Stromverbrauch und -tarif machen können. Neben dem Zugang zum Stromzähler ist hier die Stromrechnung ein entscheidendes Element.

Energiewirtschaftsgesetz: „einfach und verständlich“ sollte sie sein

Seit 2011 gibt das Energiewirtschaftsgesetz vor, dass die Stromrechnung „einfach und verständlich“ sein soll. Mit transparenten Rechnungen sollte unter anderem der Verbraucher gestärkt werden. Bewertungsgrafiken des Stromverbrauchs seien da, um Sparpotentiale deutlich zu machen. Der notierte Stromverbrauch und die Nennung des Strompreises pro Kilowattstunde sowie die Information über Kündigungsfristen könnten dem Verbraucher das Wechseln des Stromanbieters erleichtern.

Umfrage: Die Stromrechnung ist undurchsichtig

Problematisch nur, wenn die Informationen zwar in den Stromrechnungen gegeben, aber für die Verbraucher nicht einfach zu finden sind. Eine Umfrage mit 1.500 Befragten im Auftrag der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat ergeben, dass es in den durchschnittlich fünf Seiten umfassenden Stromrechnungen an Transparenz fehlt.

Mehr als 50 Prozent der Befragten konnten die für einen etwaigen Stromanbieterwechsel interessante Kündigungsfrist nicht finden, ein Viertel der befragten Stromverbraucher fand die Angabe des Stromverbrauchs nicht und ein Drittel der Umfrage-Teilnehmer konnte den Strompreis nicht herauslesen. Zudem befanden lediglich 30 Prozent der Befragten die über den eigenen Stromverbrauch informierende Bewertungsgrafik als hilfreich. Dies liege unter anderem daran, dass diese Grafik von den Anbietern in unterschiedlicher – mal verständlicher, mal weniger verständlicher – Form dargestellt wird. Schließlich bekämen die meisten Verbraucher ihre Rechnung nur einmal pro Jahr und 8 Prozent gaben sogar an, nur beschränkten oder gar keinen Zugang zum Stromzähler zu haben.

Schlussfolgerung: Handlungsbedarf

Die Ergebnisse der Umfrage erlauben der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nur ein Fazit: „Von einem verständlichen Rechnungsformat sind große Teile der Energiebranche bislang weit entfernt“, so der Energiereferent der Verbraucherzentrale Hans Weinreuter. Daher fordert er, die Stromanbieter müssten auf Einhaltung der Richtlinien kontrolliert werden. „Zum anderen sollte der Gesetzgeber prüfen, wo beispielsweise einheitliche Vorlagen für alle Stromrechnungen notwendig sind.“ So besteht also Handlungsbedarf, sollen die Stromrechnungen zukünftig tatsächlich transparent und für den Verbraucher verständlich sein.

Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz


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