Rutschfest durch den Winter

30. November 2017

Der massive Einsatz von Streusalz im Winter ist umstritten. Er belastet Böden und Gewässer und schädigt das Wurzelgeflecht der Pflanzen und Bäume. Hunde leiden unter entzündeten Pfoten. Häuser oder Baudenkmäler werden durch das aggressive Salz langfristig angegriffen. Trotzdem werden in der kalten Jahreszeit jedes Jahr Tonnen von Streusalz auf den Straßen verteilt, um die Verkehrswege sicher und frei zu halten.

Viele Gemeinden untersagen den Einsatz von Streusalz mittlerweile. Die kommunalen Satzungen informieren die Bürger über die jeweilige Gesetzeslage. Eine bundeseinheitliche Regelung existiert nicht.

Es gibt also gute Gründe, über alternative Streumittel nachzudenken. Das Umweltbundesamt empfiehlt die sogenannten abstumpfenden Mittel. Sand, Kies, Splitt oder Sägespäne sind hier eine gute Wahl. Diese schmelzen das Eis nicht ab, sondern erhöhen schlichtweg die Griffigkeit. Sie verzahnen sich mit der glatten Oberfläche und gewähren Passanten sicheren Halt auf den Gehwegen. Ist der Schnee wieder verschwunden, kann alles zusammengekehrt und gegebenenfalls sogar wiederverwendet werden. Holzspäne können nach der Nutzung sogar auf den Kompost, denn sie sind biologisch abbaubar.

Splitt ist nicht uneingeschränkt zu empfehlen, da er oft aus den Schlackeresten der Metallveredelung hergestellt wird und Rückstände an Schwermetallen enthalten kann. Prinzipiell erkennt man umweltfreundliche und salzfreie Streumittel an dem Umweltzeichen „Blauer Engel„.

Geizen sollte man mit dieser Art von Streumitteln nicht. Das Umweltbundesamt empfiehlt eine hohe Streudichte von rund 100 Gramm pro Quadratmeter, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen.

Die simpelste und auch preiswerteste Alternative bleibt das Schneeschippen. Je eher der Schnee mit Schneeschaufel und Besen beiseite geräumt wird, desto besser. Dann kann unter Umständen sogar ganz auf Streugut verzichtet werden.

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