Organspende genießt hohes Ansehen

07. Juni 2016

Die Organspende ist mittlerweile ein wichtiger Bestandteil unserer modernen Medizin und hat einen weitestgehend positiven Ruf. Dennoch gibt es noch vergleichsweise viele Menschen, die sich dazu entschließen, nach ihrem Tod ihre Organe nicht zu spenden oder schlicht keine Entscheidung treffen möchten.

Nur ein Drittel der Bevölkerung hat einen Organspendeausweis

Im Rahmen der Repräsentativbefragung „Einstellung, Wissen und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende“ hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufkärung (BZgA) von Januar bis Feburar 2016 4.002 Bürger im Alter von 14 bis 75 Jahren befragt. Das erfreuliche Ergebnis: Die überwiegend positive Einstellung zum Thema Organ- und Gewebespende ist seit 2010 konstant. Dieses Jahr liegt sie bei 81 Prozent. Weniger erfreulich ist hingegen, dass im Vergleich dazu lediglich 32 Prozent der Befragten im Besitz eines Organspendeausweises sind. Diejenigen, die einen besitzen, haben sich jedoch zu 74 Prozent für eine Spende entschieden. Lediglich 18 Prozent haben widersprochen und 4 Prozent haben die Entscheidung auf eine andere Person übertragen.

Die Mehrheit möchte einfach nur helfen

Die Motivation für eine Spende ist bei den meisten Menschen eindeutig: 77 Prozent geben an, anderen helfen zu wollen. Die Gründe für eine Ablehnung sind hingegen vielfältig. Immerhin 27 Prozent lehnen eine Spende ab, weil sie nicht der Meinung sind, hierfür geeignet zu sein, 20 Prozent sind sich bezüglich der Organentnahme unsicher, während 19 Prozent kein Vertrauen in das Organspendesystem haben. Diejenigen, die sich noch nicht entschieden haben, haben sich laut eigenen Angaben bislang zu wenig mit dem Thema auseinandergesetzt. Das muss jedoch nicht sein, denn schließlich sind Krankenversicherungen dazu verpflichtet, ihre Kunden ab dem 16. Lebensjahr alle zwei Jahre über die Möglichkeiten einer Organspende zu informieren. Wer noch weitere Informationen zu dem Thema sucht, findet diese auf www.organspende-info.de.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: „Ich werde oft gefragt, ob ich selbst einen Organspendeausweis besitze. Den habe ich und trage ihn mit großer Überzeugung immer bei mir. Es ist gut, dass 81 Prozent aller Menschen in Deutschland der Organ- und Gewebespende aufgeschlossen gegenüberstehen. Allerdings hat nur ein Drittel der Bevölkerung tatsächlich einen Organspendeausweis. Ich wünsche mir, dass noch mehr Menschen in Deutschland eine bewusste Entscheidung treffen und in einem Organspendeausweis festhalten. Denn diese Entscheidung kann Leben retten.“

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

/www/htdocs/w00bc79c/domains/2018_etm-testmagazin-de