Mülltrennung und Recycling

20. April 2018

Obwohl die Deutschen als vorbildliche Mülltrenner gelten, landet der Müll nicht immer in der Tonne, in die er landen sollte. Im letzten Jahr sollen sogar bis zu 60 % des Mülls falsch einsortiert worden sein. Gründe dafür sind Bequemlichkeit und Unkenntnis vieler für die richtige Sortierung. Dabei ist die richtige Müllsortierung wichtig für das spätere Recycling.

Müll wird häufig falsch sortiert

Der Bundesverband Sekundärrohstoffe (bvse) stellte fest, dass es in manchen Regionen Deutschlands bis zu 60 % sogenannter „Fehlwürfe“ gibt: Der Müll landet in der falschen Tonne. Dabei wird zwischen dem „regulären Fehlwurf“ und dem „intelligenten Fehlwurf“ unterschieden. Werden z.B. Grünabfälle mit Plastiktüte in der Biotonne entsorgt, wird von einem „regulären Fehlwurf“ gesprochen. Wer Plastikmüll stets in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack entsorgt, hat sich zumindest in einigen Bundesländern falsch entschieden und sich einen „intelligenten Fehlwurf“ geleistet. Denn dort darf nur Verpackungsmüll in der Gelben Tonne oder Sack entsorgt werden. Wird zu viel Müll falsch einsortiert, kann die Mülltonne auch mal ungeleert stehen bleiben.

Durch die Fehlwürfe entstehen zwar für die Haushalte keine Folgekosten, wohl aber für die privaten und kommunalen Entsorgungsunternehmen. Insbesondere in Großstädten sei die Fehlwurf-Quote besonders hoch; in ländlicheren Regionen wird besser sortiert. Durch die falsche Sortierung ist nicht nur der spätere Aufwand für die Entsorgungsunternehmen größer, auch können ganze Gelbe Säcke und Tonnen unrecyclebar werden. Wird zum Beispiel eine verschmutzte Windel in den Gelben Sack geworfen, wird der gesamte Sack nicht mehr recycelt. Der bvse sieht daher eine Notwendigkeit der besseren Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger und sieht vor allem die Kommunen in der Pflicht.

Richtig trennen leicht gemacht

Der NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) gibt einige Tipps zur richtigen Müllsortierung: Der Verpackungsmüll gehört in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne. Handelt es sich um eine Wertstofftonne (die bundesweit eingeführt werden soll), dürfen darin auch Produkte aus Kunststoff und Metall entsorgt werden. Glas sollte nach Farben sortiert in die entsprechenden Sammelbehälter gegeben werden. So kann es zu fast 100 % wieder genutzt werden.

Papier, Pappe und Karton sollten ebenfalls in den entsprechenden Containern oder der heimischen Papiertonne entsorgt werden. Die Produktion neuen Papiers verbraucht im Gegensatz zu Altpapier wesentlich mehr Holz, Wasser und Energie. Wer keine Möglichkeit hat, seinen Bioabfall zu kompostieren, sollte die Biotonne nutzen. Küchen- und Grünabfälle werden in einer Biogasanlage verbrannt und erzeugen dort deutlich mehr Energie als in einer Müllverbrennungsanlage.

In der Restmülltonne sollte schließlich alles andere entsorgt werden, bei dem es sich nicht um sogenannte Problemstoffe handelt. Das können zum Beispiel Kassenzettel oder Produkte aus Gummi sein. Elektrogeräte, Batterien und Medikamente sollten nicht im Hausmüll landen – sie werden auf Wertstoffhöfen, Läden und Apotheken zurückgenommen.

Quelle: www.spiegel.de und www.nabu.de

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