Greenpeace veröffentlicht Fischratgeber

27. Januar 2016

Fisch ist gesund, doch leider ist diese Weisheit mit der Grund, dass unsere Fischbestände mittlerweile zum Großteil erschöpft sind. Um eine Orientierung beim Fischkauf zu bieten, hat Greenpeace daher nun seinen Fischratgeber aktualisiert und in Print-Taschenformat und als App zur Verfügung gestellt.

Fangmethode spielt eine große Rolle

Der Fischratgeber soll Verbrauchern eine Orientierung darüber geben, welche Fischsorten bedenkenlos gegessen werden können und auf welche eher verzichtet werden sollten. Denn laut der Welternährungsorganisation (FAO) sind bereits 61,3 Prozent der weltweiten Fischbestände bis an die Grenze genutzt, weitere 28,8 Prozent sind überfischt. „Vielen Fischbeständen steht das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals. Auch wenn sich einzelne Bestände gerade wieder erholen, stecken unsere Meere aufgrund von Überfischung in einer tiefen Krise“, so Sandra Schöttner, Meeresexpertin von Greenpeace. Doch nicht nur das Fischen selbst belastet die Umwelt, auch viele Fangmethoden zerstören sensible Ökosysteme und viele Meerestiere landen als Beifang mit im Netz. „Zahlreiche Fang- und Zuchtmethoden schaden der Umwelt erheblich. Viele Bestände sind überfischt. Um eine umweltbewusste Wahl zu treffen, reicht der Blick auf die Fischart allein deshalb nicht aus – ausschlaggebend ist, wo und wie der Fisch gefangen oder gezüchtet wurde“, erklärt Schöttner. Bei Aquakulturen etwa spielen die Herkunft der Jungtiere und der Eier sowie die Zusammensetzung des Futters eine Rolle. Insgesamt wurden 115 Arten unterweilt in 550 Wildbeständen bewertet sowie 120 Herkunftsländern von Aquakultur-Fisch.

Auf Aal, Makrele und Rotbarsch verzichten

In Deutschland werden jährlich rund 1,1 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte konsumiert. Das entspricht einem Bedarf von 14 kg pro Person. Meist sind die hierzulande beliebten Fische wie Lachs und Thunfisch aber auch die problematischen Sorten. Das heißt jedoch nicht, dass komplett darauf verzichtet werden muss, man sollte die Sorten allerdings bewusst einkaufen. So ist Pazifischer Lach aus dem Nordpazifik, der im Golf von Alaska mit Ringwaden, Schleppangeln oder Stellnetzen gefangen wird, bedenkenlos genießbar. Grundsätzlich sollte bei jeder Art genaustens hingeschaut werden, denn nur der Karpfen kann laut Greenpeace komplett ohne Bedenken eingekauft werden. Alternativlos verzichtet werden sollte hingegen auf Aal, Makrele und Rotbarsch. Außerdem sollte auf Alaska-Seelachs verzichtet werden. Dieser ist allerdings nach wie vor einer der meist konsumierten Fische in Deutschland, da er unter anderem auch in Schlemmerfilets und Fischstäbchen zu finden ist. Mit einen paar einfachen Änderungen im Konsumverhalten kann laut Schöttner jedoch jeder zum Schutz der Meere beitragen: „Selten Fisch und Meeresfrüchte essen, mithilfe des Greenpeace-Ratgebers bewusst Fisch aus nachhaltiger Herkunft kaufen sowie den Handel auf ‚rot‘ bewerteten Fisch und Produkte mit mangelnder Kennzeichnung hinweisen.“

Quelle: Greenpeace

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