Gefährlicher Einsatz von Medikamenten

23. April 2012

Der Arzneimittelreport 2011 der Barmer GEK kommt zu erschreckenden Ergebnissen. Viel zu häufig werden demnach gefährliche Medikamente bei Risikopatienten eingesetzt. Demenzkranken etwa werden beispielsweise sechs mal so häufig Beruhigungsmittel verabreicht, wie nicht demenzkranken Patienten. Die pflegeintensiven Demenz-Patienten werden häufig mit Medikamenten ruhig gestellt, obwohl sich dadurch ihr Sterberisiko massiv erhöht. Auch Alkoholiker erhalten häufig Sedativa, obwohl diese ebenfalls eine Sucht erzeugen können. Etwa 12% der Männer und 18% der Frauen, die unter Alkoholsucht litten, wurden Benzodiazepine verordnet, wie z.B. Valium. Als Gründe für die besorgniserregenden Befunde vermutet die Studie neben dem zu geringen Personalschlüssel vieler Pflegeeinrichtungen auch die mangelnde Bereitschaft vieler Ärzte, sich über entsprechende Fachliteratur genauer über die Risiken von Medikamenten zu informieren.

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