Ein neuer Anlauf

24. April 2018

Nachdem Facebook 2012 seine Gesichtserkennung nach heftigen Protesten abgeschaltet hatte, startet das soziale Netzwerk jetzt einen neuen Anlauf – diesmal sollen die Nutzer aber gefragt werden, ob sie die Funktion nutzen möchten.

In den kommenden Wochen sollen die Nutzer von Facebook gefragt werden, ob sie die Gesichtserkennung nutzen möchten oder nicht. Diese Funktion soll es ermöglichen, Nutzer auf Fotos und in Videos zu identifizieren, ohne dass sie markiert wurden. Dazu werden laut Facebook die einzelnen Pixel von Fotos und Videos analysiert, auf denen Personen bereits markiert wurden. Daraus erstellt Facebook ein Template. Gesichter künftig geposteter Bilder und Videos werden dann analysiert und mit diesen Templates abgeglichen. Laut Facebook sollen die Templates jedoch nur von Nutzern erstellt werden, die der Funktion zugestimmt haben.

Facebook gibt an, dass es mit dieser Funktion sicherer werde. Denn der Nutzer erhält sofort eine Benachrichtigung, wenn jemand ein Foto oder Video veröffentlicht, auf welchem er zu sehen ist. Dadurch soll beispielsweise die Profilkopie verhindert werden.

Die Verbraucherzentrale sieht die Gesichtserkennung jedoch kritisch. Facebook habe zwar erklärt, dass keine fremden Personen identifizierbar sein sollen, allerdings gebe ein Blog-Beitrag an, dass das Verfahren in der Lage sein soll, sehbehinderten Menschen vorzulesen, welche Personen auf dem Foto oder Video zu sehen seien. Auch kritisieren die Verbraucherschützer, dass der Schutz vor dem Profilklau nur Nutzern vorbehalten ist, die der Funktion explizit zugestimmt haben.

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