Die Reifeprüfung

20. Februar 2018

Der Griff zu frischem Obst und Gemüse außerhalb der eigentlichen Erntezeiten gehört längst zu unserer täglichen Einkaufsroutine. Dass es sich dabei um vorgereifte Früchte handelt, ist bekannt. Aber was verbirgt sich hinter diesem Begriff eigentlich im Detail?

Ethylen – Aus der Trickkiste der Natur 

Die Erklärung liegt in der Biologie der Früchte. Ethylen lautet das Zauberwort. Bananen, Avocados, Kiwis aber beispielsweise auch Tomaten, Pfirsiche und Äpfel gehören zu den stark ethylenerzeugenden Früchten. Sie produzieren selbst Ethylen und reifen auch nach der Ernte weiter, denn das Gas stimuliert den weiteren Reifungsprozess. Daher werden sie pflückreif geerntet und reifen erst während des Transports und der Lagerung endgültig aus. Nachteil dieser Vorgehensweise: Es ist schwierig, den perfekten Reifezeitpunkt zu bestimmen. Es besteht das Risiko, dass Früchte überreif oder nicht ausgereift auf der Ladentheke landen.

Aufgeweckte Früchte – Aus der Trickkiste der Technologie

Um den Kunden beim Kauf ein punktgenau gereiftes Produkt anbieten zu können, kommen daher immer häufiger vorgereifte Früchte in den Handel. Hier kommt eine Technik zum Tragen, die bei Bananen schon seit Jahrzehnten angewandt wird. Die pflückreifen Früchte werden durch Reduktion von Sauerstoff in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt. Erst vor dem Verkauf werden sie geweckt und beginnen nachzureifen. Unterstützt wird dieser Reifungsprozess, indem die Früchte einige Tage bei einer bestimmten Temperatur unter Zugabe von Ethylen gelagert werden. Sie können bereits direkt nach dem Kauf genossen werden und sollten zu Hause nicht mehr lange gelagert werden.

Gleich und gleich gesellt sich gern – Aus der Trickkiste der Aufbewahrung

Bei der Aufbewahrung von Obst und Gemüse gilt: Gleich und Gleich gesellt sich gern. Ethylenproduzierende Früchte (zum Beispiel Stein- und Kernobst, Melone, Banane und Tomaten) sollten daher getrennt von ethylenempfindlichen Sorten (zum Beispiel Auberginen, Gurken, Salat, Petersilie, Blumenkohl, Möhren, Kürbisse) aufbewahrt werden.

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