Unterschied zwischen Grippe und Erkältung

11. Januar 2013

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden „Grippe“, „grippaler Infekt“ und „Erkältung“ fälschlicherweise oft gleichgesetzt. Eine „echte Grippe“, korrekterweise Influenza genannt, ist jedoch eine erheblich schwerere Erkrankung als eine gewöhnliche Erkältung oder ein grippaler Infekt.

Virusgrippe-Symptome können denen einer einfachen Erkältung ähneln und verlaufen in circa 80 Prozent der Infektionsfälle unbemerkt bis leicht. Trotz allem sind infizierte Personen jedoch ansteckend. Gleichzeitig gibt es Erkältungen, die schwerer verlaufen als der Durchschnitt. Charakteristisch für eine „echte Grippe“ ist ihr plötzlicher, schlagartiger Krankheitsbeginn ohne vorherige Anzeichen. Vor allem im Winterhalbjahr erkranken bundesweit tausende Menschen an Influenza. Grippe-Viren verändern sich von Jahr zu Jahr sehr stark, sodass der menschliche Körper nicht über die geeigneten Möglichkeiten zur Abwehr verfügt. Den einzigen Schutz bietet eine jährliche Grippeschutzimpfung.

Ansteckung

Eine Grippe wird über die Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen und bereits geringe Virusmengen reichen aus, um sich anzustecken. Die Inkubationszeit beträgt 24 Stunden. Patienten sind ein bis zwei Tage vor Beginn der ersten Krankheitsanzeichen und danach für etwa eine Woche ansteckend. Wie auch bei der Erkältung ist Kälte nicht die Ursache einer Infektion, kann diese jedoch stark begünstigen. Bei warmen Temperaturen sind Influenza-Viren nur wenige Stunden infektiös, bei kalten unter 0° Celsius jedoch Wochen oder sogar Monate.

Symptome

In den ersten 24 Stunden einer voll ausgeprägten Grippe kann hohes Fieber über 38,5° Celsius auftreten, das in den folgenden zwei bis drei Tagen in der Regel sinkt. In Einzelfällen kann es auch bis zu eine Woche anhalten. In dieser Phase der Erkrankung kann zudem Schüttelfrost auftreten. Atemwegs-Symptome treten häufig erst auf, wenn das Fieber sinkt. Halsschmerzen und Husten können auch Tage, nachdem sich Patienten wieder besser fühlen, auftreten. Kopfschmerzen befallen den ganzen Kopfbereich, bevorzugt jedoch die Stirnregion. Beine und unterer Rücken können von Muskelschmerzen betroffen sein. Daneben kann es auch zu Erbrechen und Durchfall kommen. Viele betroffene klagen auch über Lichtempfindlichkeit, Schmerzen der Augenbewegungen sowie Augenbrennen. Zu Beginn der Erkrankung kann die Haut gerötet sein und sich heiß und trocken anfühlen, was jedoch später durch stärkeres Schwitzen abgelöst wird. Auch geschwollene Halslymphknoten können ein Grippesymptom sein.

Krankheitsdauer

In unkomplizierten Fällen ist eine Grippe nach zwei bis fünf Tagen ausgestanden, die meisten Patienten fühlen sich jedoch erst nach ein bis zwei Wochen wieder gesund. Der Husten kann – vor allem bei älteren Menschen – ein bis zwei Wochen länger andauern. Ferner hält sich bei älteren Menschen das allgemeine Schwächegefühl oftmals über mehrere Wochen.

Therapie und Komplikationen

Es gibt keine krankheitsspezifische Therapie gegen die Grippe, allerdings lässt sich der Verlauf effektiv symptomatisch behandeln. Komplikationen gilt es durch die Behandlung zu vermeiden. Hier sind ältere Menschen, Kinder und immungeschwächte Personen besonders anfällig. Lungenentzündungen sind häufige Komplikationen, da der Virus die Lunge direkt oder Bakterien sie im Verlauf infizieren können.

Wickel als Hausmittel gegen Grippe-Symptome

Bei bestimmten Grippe-Symptomen können einige Hausmittel wie spezielle Wickel zur Linderung der Beschwerden beitragen. Sie bestehen aus mehreren Stofflagen und werden meistens nur kurzzeitig angelegt. Um Fieber zu senken, helfen z.B. feuchte Wadenwickel aus kaltem Wasser und Obstessig beim Temperaturausgleich. Bei Halsschmerzen hilft entweder ein Quarkwickel direkt um den Hals gelegt oder ein Kartoffelwickel um die Brust. Ein Zwiebelwickel direkt aufs Ohr gelegt, kann den Schmerz dort lindern. Daneben gibt es noch viele weitere Wickel für unterschiedlichste Anwendungen. Je nach „Zutaten“ sollte man das Bett ggf. vor austretender Feuchtigkeit schützen.

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