Salz – Ungesund oder unerlässlich?

22. März 2016

Salz ist wohl für die meisten Menschen nicht aus der Küche wegzudenken. Schließlich verleiht es jedem Gericht anscheinend auf Anhieb einen wesentlich intensiveren Geschmack. Doch steht das Mineral auch seit langem in der Kritik gesundheitsschädlich zu sein.

Täglich empfohlene Dosis regelmäßig überschritten

Speisesalz gehört heutzutage einfach zur Grundausstattung jeder Küche. Viele Hobbyköche schwören darauf und salzen lieber einmal zu viel als zu wenig. Doch kann zu viel Salz nicht nur den Geschmack eines Gerichts verderben, sondern auch die Gesundheit. In zu großen Mengen erhöht Speisesalz nämlich das Risiko für Bluthochdruck (Hypertonie). Dieser führt wiederum zu Herz-Kreislauf-Krankheiten. Doch ist das Salz wirklich für diese verantwortlich? Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DEG) ist ein erhöhter Konsum von Salz zumindest mitverantwortlich für tödlich verlaufende Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Die tägliche Tagesdosis von 6 Gramm übersteigen regelmäßig 70 Prozent aller Frauen und 80 Prozent der Männer; 39% der Frauen und 50% der Männer überschreiten die Speisesalzzufuhr sogar um über 10 Gramm pro Tag.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufigste Todesursache

Herz-Kreislauf-Krankheiten sind mit etwa 40 Prozent die häufigste Todesursache in Deutschland. Laut einer Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) leiden gut 20 Millionen Erwachsene an Hypertonie. Die Erkrankung des Gefäßsystems liegt vor, wenn die Blutdruckwerte auch im Ruhezustand zu hoch sind. Als zu hoch gelten Werte von über 140 zu über 90. Optimal sind Werte von unter 120 zu unter 80. Die Werte dazwischen gelten bereits als suboptimal. An suboptimalen Blutdruckwerten leiden etwa 50 Prozent aller Frauen und 75 Prozent aller Männer. Auch hier ist das Krankheitsrisiko bereits erhöht, denn etwa die Hälfte aller koronaren Herzkrankheiten und zwei Drittel der Schlaganfälle sind auf suboptimale Blutdruckwerte zurückzuführen.

Bedeutung der Blutdruckwerte

Dass der Blutdruck mit zwei Werten angegeben wird, ist bekannt, doch werden wohl die wenigsten die Bedeutung dieser Werte wissen. Da unser Herz stoßartig das Blut in unseren Körper pumpt, ist der Blutdruck nie konstant. Der erste (systolische) Wert gibt daher den höchsten Druck an, wenn das Herz das Blut pumpt. Der zweite (diastolische) Wert beschreibt den Punkt des niedrigsten Drucks zwischen den Pumpvorgängen, wenn das Herz sich kurz entspannt.

Selbst Jugendliche bereits mit suboptimalen Blutdruckwerten

Das eigene Salzen der Nahrung stellt jedoch nur ein Teil des Problems dar. Zu 75 bis 90 Prozent wird Salz durch das Essen außer Haus und durch verarbeitete Lebensmittel konsumiert. Außerdem leisten vor allem Brot, Fleisch, Wurst und Käse einen großen Beitrag zum erhöhten Salzkonsum, so das Ergebnis der Nationalen Verzehrstudie II (NVS II). Die täglich empfohlene Dosis von 6 Gramm – etwa einem Teelöffel – wird somit schnell berschritten. Selbst bei Kindern treten heutzutage aus diesem Grund schon Probleme auf. 52,5 Prozent aller Jungen zwischen 14 und 17 Jahren haben suboptimale Blutdruckwerte, sowie 26,2 Prozent aller Mädchen.

Salzgehalt langsam aber sicher reduzieren

Die Reduktion des Salzkonsums ist daher nicht nur die Sache eines jeden einzelnen, auch auf nationaler Ebene muss gehandelt werden, damit der Speisesalzgehalt in Brot, Fleisch, Wurst und Käse gesenkt wird. Eine schrittweise Senkung, um sich an den ungewohnten Geschmack zu gewöhnen, ist daher angeraten. Verbraucher sollten indes am besten mehr zu Obst und Gemüse greifen, anstatt zu verarbeiteten Lebensmitteln. Zum Würzen der eigens gekochten Gerichte sollte hingegen eher auf Kräuter und Gewürze zurückgegriffen werden. Wenn Salz verwendet wird, dann nur mit Jod oder Fluorid angereichert.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

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